Guppys sterben nach und nach – Ursachen und was du tun kannst

Guppys galten lange Zeit als robuste und unkomplizierte Anfängerfische. Doch mittlerweile hat sich einiges geändert und heutzutage würde ich Guppys nicht mehr als Anfängerfische bezeichnen, zumindest wenn es um die so farbenprächtigen Hochzuchtformen geht, die in unzähligen Farben und Formen im Einzelhandel erhältlich sind. Oft hört man, dass Guppys nach und nach sterben, obwohl das Aquarium eingefahren ist und die gemessenen Wasserwerte scheinbar stimmen.

Doch woran liegt das? Ist die Haltung von Guppys wirklich so kompliziert geworden, brauchen sie besondere Wasserwerte oder liegt es vielmehr an den heutigen Hochzuchtformen und ihren Zuchtbedingungen?

Oft beginnt es ganz unscheinbar: Ein Guppy zieht sich zurück, klemmt die Flossen, frisst schlechter oder steht abseits der Gruppe. Wenige Tage später stirbt der Fisch. Einige Wochen geht alles gut, bis plötzlich der nächste Guppy dieselben Symptome zeigt.

Doch warum sterben Guppys scheinbar ohne Grund?

Dafür kommen mehrere Ursachen infrage. Gerade bei Guppys aus dem Handel können neben klassischen Problemen wie schlechten Wasserwerten auch Transportstress, Krankheitserreger und Parasiten eine Rolle spielen. Doch meistens ist es ein ganz anderes Problem…

In diesem Artikel erfährst du, welche Ursachen besonders häufig infrage kommen und was du tun kannst, wenn deine Guppys immer wieder sterben.

Warum sterben meine Guppys trotz guter Wasserwerte?

Wenn Fische sterben, sollten zunächst immer die grundlegenden Bedingungen im Aquarium überprüft werden. Besonders wichtig sind Ammoniak/Ammonium, Nitrit, Nitrat, Temperatur, pH-Wert sowie die Wasserhärte. Sind diese Werte unauffällig, bedeutet das allerdings noch nicht automatisch, dass mit den Fischen alles in Ordnung sein muss. Auch Krankheitserreger, Parasiten oder bereits vor dem Kauf geschwächte Tiere können zu schleichenden Verlusten führen. Stress kann zusätzlich die Abwehrkräfte der Fische beeinträchtigen und vorhandene Erkrankungen begünstigen. Gerade bei neu gekauften Guppys ist deshalb auch besonders relevant: Woher kommt eigentlich mein Fisch?

Warum sind besonders Guppys aus dem Handel oft empfindlich?

Der Guppy (Poecilia reticulata) gehört weltweit zu den beliebtesten Aquarienfischen und wird in sehr großen Stückzahlen kommerziell gezüchtet. Dabei haben viele Guppys, wie wir sie heute aus dem Zoofachhandel kennen, optisch nur noch wenig mit der ursprünglichen Wildform gemeinsam. Über Jahrzehnte wurden zahlreiche Zuchtformen mit unterschiedlichen Farben, Mustern und Flossenformen herausgezüchtet. Angefangen mit einem eher unscheinbaren kleinen Fisch, wurde er über Jahrzehnte immer weiter gezüchtet und vermehrt. Unterschiedliche Zuchtformen, Farben und Formen, wie besonders lange Flossen oder überdimensional große Brustflossen entstanden, und machten ihn über die Jahre zu dem wahrscheinlich bekanntesten Fisch in der Aquaristik.

Bis ein solcher Fisch in deinem Aquarium schwimmt, kann er bereits mehrere Stationen hinter sich haben. Zuchtanlage, Exporteur, Transport, Großhandel, Zoofachhandel und schließlich das heimische Aquarium bedeuten immer wieder neue Bedingungen für so ein kleines Tier.

Dabei können sich unter anderem verändern:

  • Wasserwerte und Temperatur
  • Keimflora
  • Besatzdichte
  • Fütterung
  • Stressbelastung

Vor allem Transport und häufiges Umsetzen bedeuten Stress für die Tiere. Ein gestresster Fisch ist wiederum anfälliger für Parasiten und andere Krankheitserreger. Hinzu kommt, dass in Teilen der internationalen Zierfischproduktion und des Zierfischhandels Medikamente beziehungsweise antimikrobielle Wirkstoffe zur Behandlung oder Vorbeugung von Krankheiten eingesetzt werden. Bei kommerziell in großen Stückzahlen produzierten Zierfischen können Maßnahmen zur Krankheitskontrolle deshalb eine besondere Rolle spielen.

Das bedeutet nicht, dass jeder Guppy aus dem Zoofachhandel krank ist oder unter Medikamenteneinsatz aufgezogen wurde. Es erklärt aber, warum die Herkunft und die vorherigen Haltungsbedingungen bei plötzlich auftretenden Problemen eine Rolle spielen können. Auch stark auf bestimmte Farben, Flossenformen und andere Merkmale selektierte Hochzuchtlinien können je nach Zuchtstamm unterschiedlich robust sein.

Bakterielle Unverträglichkeit: Können fremde Bakterien Guppys krank machen?

Im Zusammenhang mit Guppys fällt häufig der Begriff „bakterielle Unverträglichkeit“ oder „Kreuzverkeimung“.

Aquarien sind keineswegs steril. Auf den Fischen, im Wasser, im Filter und auf sämtlichen Oberflächen leben unzählige Mikroorganismen. Fische kommen deshalb permanent mit verschiedenen Bakterien in Kontakt. Problematisch kann es werden, wenn Tiere aus unterschiedlichen Beständen zusammengeführt werden. Dabei treffen sie möglicherweise auf Mikroorganismen beziehungsweise Krankheitserreger, mit denen ihr Organismus zuvor kaum Kontakt hatte.

Gleichzeitig sorgen Transport, Umsetzen und veränderte Wasserbedingungen für zusätzlichen Stress. Es wäre allerdings zu einfach, jedes unerklärliche Guppy-Sterben pauschal auf eine „bakterielle Unverträglichkeit“ zurückzuführen. Ohne genaue Untersuchung lässt sich meistens nicht feststellen, welcher Erreger tatsächlich verantwortlich ist. Gerade importierte Hochzuchtguppys können aus stark kontrollierten Aufzuchtbedingungen stammen und anschließend im heimischen Aquarium plötzlich mit einer deutlich anderen Keimflora in Kontakt kommen. In Kombination mit Transport- und Umsetzstress kann dies die Tiere zusätzlich belasten und Erkrankungen begünstigen.

Typische Anzeichen, bevor ein Guppy stirbt

Bei schleichenden Problemen zeigen betroffene Guppys häufig zunächst relativ unspezifische Symptome.

BeobachtungMögliche UrsacheWas du zuerst prüfen solltest
Angelegte/geklemmte FlossenStress, Infektion, ParasitenWasserwerte und weitere Symptome
Fisch sondert sich abKrankheit, Stress, SchwächeVerhalten, Atmung und Körper
Schnelle AtmungNitrit, Sauerstoffmangel, KiemenproblemNitrit, Temperatur, Sauerstoffversorgung
Fisch magert abParasiten, chronische ErkrankungKot, Fressverhalten, Körperform
Scheuern an GegenständenHaut-/Kiemenreizung, ParasitenHaut, Kiemen und Wasserwerte
Weiße Punkte oder BelägeParasiten bzw. ErkrankungHaut und Flossen genau untersuchen
Flossen zerfallenVerletzung, schlechte Wasserqualität, bakterielle InfektionWasserwerte, Flossenränder und mögliche Verletzungsquellen
Mehrere Fische sterben plötzlichAkutes Wasserproblem, Vergiftung, ErkrankungSofort Wasserwerte kontrollieren

Diese Symptome liefern zunächst nur Hinweise. Angelegte Flossen allein sind beispielsweise keine Diagnose für eine bakterielle Erkrankung.

Die häufigsten Ursachen, wenn Guppys nach und nach sterben

Hier einmal die häufigsten Ursachen für ein Guppysterben im Aquarium. Die Reihenfolge ist dabei nicht als Ranking zu verstehen, sondern dient lediglich der Übersicht.

1. Nitrit oder Ammoniak

Besonders in frisch eingerichteten Aquarien sollte zuerst ein Blick auf giftige Stoffe wie Nitrit oder Ammoniak geworfen werden. Sehr häufig kommt es vor, dass Fische einfach viel zu früh in ein Aquarium eingesetzt werden. Das Aquarium ist noch nicht eingelaufen. Wie diese „Einfahrphase“ genau funktioniert, erfährst du in meinem Beitrag zum Stickstoffkreislauf im Aquarium erklärt. Nitrit (NO₂) ist für Fische giftig. Auch Ammoniak kann insbesondere bei höheren pH-Werten problematisch werden. Bei auffälligen Werten solltest du sofort mit großzügigen Wasserwechseln reagieren und gleichzeitig nach der Ursache suchen.

2. Unpassende oder stark schwankende Wasserwerte

Guppys kommen grundsätzlich gut mit härterem Wasser zurecht. Problematischer als ein nicht exakt „perfekter“ Wert können teilweise starke und schnelle Veränderungen sein. Achte deshalb nicht nur auf einzelne Messwerte, sondern auch auf möglichst stabile Wasserbedingungen, die nicht ständig schwanken. Eine schonende, langsame Eingewöhnung der Fische in das neue Aquarium ist hier besonders wichtig. Denn hier kann man schon einiges falsch machen, was den weiteren Gesundheitsverlauf der Tiere beeinflusst. Wie du Fische in ein neues Aquarium eingewöhnst, erfährst du in meinem anderen Beitrag. Als grobe Orientierung eignen sich für viele Guppys ein pH-Wert von etwa 7,0–8,0, eine Temperatur von etwa 22–26 °C und eher mittelhartes bis hartes Wasser.

3. Transport- und Umsetzstress

Der Weg vom Züchter bis in dein Aquarium ist ein langer und kann für einen Fisch erheblichen Stress bedeuten. Das kann seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten deutlich reduzieren. Deshalb treten Probleme teilweise erst einige Tage nach dem Kauf im eigenen Aquarium auf. Daher solltest du den Umzug so stressfrei wie möglich gestalten. Ein paar wichtige Dinge, damit das gelingt sind z. B. eine langsame Eingewöhnung, das Ausschalten des Lichts und keine langen Transportwege.

4. Parasiten und andere Krankheitserreger

Auch äußerlich gesund wirkende Guppys können Krankheitserreger oder Parasiten bereits in sich tragen. Nicht jede Erkrankung ist sofort durch deutliche Symptome wie Beläge, Punkte oder Wunden erkennbar. Gerade bei schleichenden Verläufen können zunächst nur Verhaltensänderungen wie Flossenklemmen, Absonderung oder Appetitlosigkeit auffallen. Auch wenn es vielleicht nicht immer direkt zu erkennen ist, eine sorgfältige Beobachtung der Tiere vor dem Kauf kann helfen, Krankheiten und Auffälligkeiten bereits frühzeitig zu erkennen.

5. Zusammenführen verschiedener Fischbestände

Werden Guppys oder auch andere Tiere verschiedener Händler oder Züchter miteinander vergesellschaftet, treffen unterschiedliche Bestände und damit möglicherweise auch unterschiedliche Mikroorganismen aufeinander. Das muss keineswegs zu Problemen führen, kann aber einen zusätzlichen Risikofaktor darstellen, insbesondere wenn die Tiere gleichzeitig durch Transport und Eingewöhnung geschwächt sind. Ein schrittweiser Besatz und gegebenenfalls ein vorübergehendes Quarantänebecken können das Risiko zusätzlich verringern.

6. Bereits geschwächte Tiere

Manchmal beginnt das eigentliche Problem bereits vor dem Kauf. Achte deshalb im Verkaufsbecken darauf, ob sich die Fische normal und natürlich verhalten, aktiv schwimmen, normal fressen und eine gesunde Körperform besitzen. Tote Fische, stark abgemagerte Tiere, geklemmte Flossen oder auffälliges Scheuern im Verkaufsbecken sind Warnzeichen. Ein gesunder Guppy steht niemals für längere Zeit in einer Ecke des Aquariums oder liegt auf dem Boden.

Was tun, wenn deine Guppys immer wieder sterben?

Wenn alle paar Tage oder Wochen ein weiterer Guppy stirbt, solltest du möglichst strukturiert vorgehen, um mögliche Ursachen nach und nach ausschließen zu können.

1. Wasserwerte überprüfen

Um herauszufinden, ob deine Wasserwerte passen, solltest du die Wasserwerte überprüfen. Miss mindestens Nitrit, Nitrat, pH-Wert und wenn möglich auch Ammonium/Ammoniak. Auch Temperatur, KH und GH sind hilfreich.

2. Einen größeren Wasserwechsel durchführen

Bei unklaren Problemen ist ein großzügiger Wasserwechsel im Aquarium häufig eine sinnvolle Sofortmaßnahme. Dadurch können Schadstoffe und die Keimdichte im freien Wasser reduziert werden.

3. Erkrankte Tiere genau beobachten

Achte auf Atmung, Haut, Flossen, Kot, Fressverhalten, Scheuern, Abmagerung und andere Veränderungen. Fotos oder kurze Videos helfen dabei, den Verlauf zu dokumentieren.

4. Vorerst keine weiteren Fische einsetzen

Wenn die Ursache ungeklärt ist, solltest du nicht versuchen, verstorbene Guppys sofort durch neue Tiere zu ersetzen. Dadurch können zusätzlicher Stress und weitere Krankheitserreger ins Aquarium gelangen. Warte mit dem Besatz neuer Tiere immer, bis deine Tiere im Aquarium wieder vollständig gesund sind und das Aquarium stabil und ohne Ausfälle läuft.

5. Medikamente nicht auf Verdacht einsetzen

Ein Mittel gegen bakterielle Erkrankungen hilft beispielsweise nicht automatisch gegen Parasiten und umgekehrt. Eine möglichst genaue Diagnose ist deshalb wesentlich sinnvoller als eine Behandlung nach dem Prinzip „auf gut Glück“. Bei anhaltenden oder starken Verlusten kann eine fachkundige Untersuchung eines erkrankten beziehungsweise frisch verstorbenen Tieres sinnvoll sein.

Tabelle mit typischen Krankheitsbildern und Mitteln, die grundsätzlich infrage kommen

Auffälligkeit / VerdachtMögliche UrsacheBeispiel für ein passendes Mittel
Weiße Punkte auf Haut und FlossenWeißpünktchenkrankheit (Ichthyophthirius)sera costapur F
Zerfallende, entzündete Flossenbakterielle Flossenfäulesera baktopur
Watteartige Beläge / VerpilzungPilzinfektionsera mycopur
Scheuern, Hauttrübung, bestimmte einzellige HautparasitenEktoparasitensera costapur F bzw. sera med Professional Protazol
Abmagerung, auffälliger Kot, sichtbare Würmerinnere Parasiten/Würmerje nach Erreger z. B. sera med Professional Nematol
Unspezifische äußere Erkrankung, Diagnose noch unklarverschiedene äußere Erreger möglicheher nicht blind behandeln, sondern zuerst genauer eingrenzen

6. Kann Salz bei kranken Guppys helfen?

Im Zusammenhang mit Guppys und anderen Lebendgebärenden wird häufig auch die Zugabe von Salz empfohlen. Tatsächlich vertragen Guppys eine gewisse Salzkonzentration vergleichsweise gut, und Salz kann in bestimmten Situationen unterstützend eingesetzt werden. Eine dauerhafte Salzzugabe ist für die normale Haltung von Guppys jedoch nicht notwendig. Außerdem muss immer berücksichtigt werden, welche weiteren Tiere und Pflanzen im Aquarium leben. Nicht jeder Aquarienbewohner verträgt erhöhte Salzkonzentrationen gleich gut wie lebendgebärende Zahnkarpfen.

Deshalb sollte Salz nicht einfach vorsorglich dauerhaft ins Aquarium gegeben werden. Bei bestimmten Erkrankungen oder akuten Belastungssituationen kann eine gezielte, zeitlich begrenzte Anwendung hingegen sinnvoll sein.

So kannst du Problemen bei neuen Guppys vorbeugen

Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es beim Fischkauf nie. Das Risiko lässt sich jedoch deutlich reduzieren. Kaufe möglichst kräftige und aktive Tiere aus einem unauffälligen Bestand. Frage gegebenenfalls nach, woher die Guppys stammen und wie lange sie bereits beim Händler sitzen.

Eine weitere interessante Möglichkeit sind Nachzuchten von lokalen oder spezialisierten Züchtern bzw. Hobbyzüchtern, was ich persönlich sogar bevorzugen würde. Kürzere Transportwege und nachvollziehbare Haltungsbedingungen können von Vorteil sein.

Besonders bei einem bestehenden wertvollen Fischbestand ist außerdem ein separates Quarantänebecken sinnvoll. Neue Fische können dort zunächst beobachtet werden, bevor sie mit den vorhandenen Tieren in Kontakt kommen. Auch beim Einsetzen neuer Tiere solltest du unnötigen Stress vermeiden und die Tiere an deutlich abweichende Wasserbedingungen angemessen gewöhnen.

Sind Endler-Guppys robuster als Hochzuchtguppys?

Endler-Guppys beziehungsweise Poecilia wingei gelten unter Aquarianern häufig als robuste Alternative zu stark selektierten Hochzuchtguppys.

Pauschal lässt sich jedoch auch hier nicht sagen, dass jeder Endler automatisch robuster ist. Herkunft, Zuchtlinie, Gesundheitszustand und Haltungsbedingungen spielen weiterhin eine entscheidende Rolle. Da viele Endler-Guppys weniger stark auf extreme Flossenformen und andere Merkmale selektiert werden, werden sie in der Aquaristik häufig als robuster wahrgenommen. Entscheidend bleiben jedoch auch hier Herkunft, Zuchtlinie und Aufzuchtbedingungen.

Wer immer wieder Probleme mit bestimmten Hochzuchtformen hat, kann sich trotzdem gezielt nach gesunden, über mehrere Generationen stabil gehaltenen Nachzuchten erkundigen.

Können auch Platies und andere Lebendgebärende betroffen sein?

Ja. Auch Platys, Mollys und Schwertträger gehören wie Guppys zu den lebendgebärenden Zahnkarpfen und werden heute in zahlreichen Zuchtformen angeboten. Transportstress, Krankheitserreger, ungeeignete Wasserbedingungen oder das Zusammenführen verschiedener Bestände können deshalb auch bei diesen Arten zu Problemen führen.

Fazit: Hochzuchtguppys reagieren häufig empfindlich auf neue Keimfloren und Haltungsbedingungen

Wenn Guppys nach und nach sterben, obwohl die Wasserwerte gut aussehen, kann die Ursache insbesondere bei importierten Hochzuchtguppys bereits in ihrer Herkunft und Aufzucht liegen. In der kommerziellen Zierfischzucht werden die Tiere teilweise unter stark kontrollierten Bedingungen gehalten, wobei je nach Betrieb auch Salz, Medikamente oder Antibiotika zum Einsatz kommen können.

Wechseln solche Tiere anschließend über Händler und Zoofachhandel in ein normales Heimaquarium, treffen sie plötzlich auf andere Wasserbedingungen, Stressfaktoren und eine völlig neue Keimflora. Besonders das Zusammenführen von Guppys aus unterschiedlichen Beständen kann dann zu der unter Züchtern bekannten bakteriellen Unverträglichkeit führen.

Gerade bei empfindlichen Hochzuchtstämmen kann dies ein wichtiger Grund dafür sein, warum Tiere scheinbar ohne erkennbaren Anlass nach und nach erkranken und sterben. Trotzdem sollte nicht jedes Guppy-Sterben automatisch darauf zurückgeführt werden: Auch ungeeignete Wasserwerte, Parasiten, bakterielle Erkrankungen, Transportstress oder bereits geschwächte Tiere kommen als Ursache infrage.

Kontrolliere deshalb zunächst die grundlegenden Haltungsbedingungen und beobachte die Symptome genau. Sind diese unauffällig und treten die Probleme insbesondere nach dem Einsetzen neuer Guppys auf, sollte auch eine bakterielle Unverträglichkeit beziehungsweise die Herkunft der Tiere als mögliche Ursache berücksichtigt werden.

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Häufige Fragen: Warum sterben Guppys im Aquarium?

Gute Wasserwerte schließen Krankheiten, Parasiten, Transportstress oder bereits geschwächte Tiere nicht aus. Besonders wenn einzelne Guppys nacheinander sterben, sollte deshalb neben den Wasserwerten auch der Gesundheitszustand des gesamten Bestandes betrachtet werden.

Transport, Umsetzen und neue Wasserbedingungen verursachen Stress. Dadurch können bereits vorhandene Erkrankungen ausbrechen oder die Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern steigen. Auch ein anderes Bakterienmilieu oder unterschiedliche Keimdichten führen häufig zu Krankheiten oder sogar zum sterben von Guppys.

Viele handelsübliche Guppys stammen aus intensiv selektierten Zuchtlinien. Wie robust ein Tier tatsächlich ist, hängt jedoch stark von Zuchtlinie, Herkunft und Aufzuchtbedingungen ab. „Überzüchtung“ allein erklärt deshalb nicht jeden Krankheitsfall.

Damit wird in der Aquaristik meist das Phänomen beschrieben, dass Fische beim Zusammenführen verschiedener Bestände mit einer für sie ungewohnten Keimflora beziehungsweise neuen Krankheitserregern in Kontakt kommen. Ob tatsächlich Bakterien für konkrete Verluste verantwortlich sind, lässt sich anhand äußerer Symptome allein jedoch nicht sicher feststellen.

Nein. Ohne Diagnose kann eine Behandlung wirkungslos oder sogar kontraproduktiv sein. Kontrolliere zunächst Wasserwerte und Haltungsbedingungen und versuche anhand der Symptome, die mögliche Ursache einzugrenzen.

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