Aquarium-Zubehör für Anfänger: Was braucht man wirklich?

Aquarium-Zubehör für Anfänger mit Eimer, Schlauch, Kescher und Pinzette

Wer sein erstes Aquarium startet, stellt schnell fest, dass es neben Becken, Filter und Pflanzen noch unzählige weitere Produkte gibt. Mulmsauger, Wasseraufbereiter, Bakterienstarter, Testkoffer, Pflanzendünger, Scheibenreiniger, Pinzetten, Futterautomaten und verschiedenste Wasserzusätze – aber braucht man das wirklich alles?

Einige Dinge würde ich für die regelmäßige Aquarienpflege unbedingt zu Hause haben. Vieles ist dagegen nur in bestimmten Situationen sinnvoll oder erleichtert die Arbeit, ohne wirklich notwendig zu sein. Und auf manche Produkte kannst du bei einem normal laufenden Aquarium meistens komplett verzichten.

In diesem Ratgeber zeige ich dir deshalb nicht, was grundsätzlich in ein Aquarium gehört, sondern welches Aquarium-Zubehör für Anfänger wirklich sinnvoll ist und was du dir zunächst sparen kannst.

Wenn du dein Aquarium gerade erst aufbaust, findest du den kompletten Ablauf in meinem Ratgeber Aquarium einrichten – Schritt für Schritt.

Aquarium-Zubehör für Anfänger: Die schnelle Übersicht

Bevor wir uns die einzelnen Produkte genauer anschauen, findest du hier zunächst meine grundsätzliche Einschätzung.

ZubehörEinschätzungKurz erklärt
MulmsaugerOptionalVor allem bei grobem Kies praktisch
WassertestsSinnvollGrundwerte sollten kontrollierbar sein
WasseraufbereiterMeist nicht nötigNur je nach Ausgangswasser bzw. Situation
BakterienstarterNicht zwingend nötigKann unterstützen, ist aber keine Pflicht
PflanzendüngerHäufig sinnvollAbhängig von Pflanzen, Bodengrund und Nährstoffen
Pinzette & ScherePraktischKein Muss, aber komfortabel bei Pflanzenpflege
Zeitschaltuhr / Smart PlugEmpfehlenswertFalls die Beleuchtung keine eigene Steuerung hat
FutterautomatOptionalVor allem bei längerer Abwesenheit
Digitale MessgeräteMeist nicht nötigErst bei speziellem Einsatzzweck sinnvoll
Algenmittel & WasserzusätzeNicht als GrundausstattungBesser Ursachen gezielt angehen

Mein Tipp: Kaufe nicht vorsorglich alles, was irgendwann nützlich sein könnte. Starte mit einer sinnvollen Grundausstattung und ergänze Zubehör erst dann, wenn du dafür wirklich einen Einsatzzweck hast.

Dieses Aquarium-Zubehör würde ich immer zu Hause haben

Bei einigen einfachen Dingen lohnt es sich meiner Meinung nach nicht, lange zu überlegen. Sie kosten vergleichsweise wenig und werden bei der normalen Pflege immer wieder benötigt. Dazu zählen vor allem die nachfolgenden Dinge:

Eimer und Schläuche als Grundausstattung für die Aquarienpflege

Ein eigener Eimer fürs Aquarium

Mindestens einen Eimer würde ich ausschließlich für Arbeiten am Aquarium verwenden. Das ist vor allem deshalb sinnvoll, damit keine Rückstände von Putzmitteln oder anderen Reinigungsmitteln ins Aquarienwasser gelangen. Je nach Beckengröße können auch zwei Eimer praktisch sein. Bei größeren Aquarien würde ich Wasser allerdings möglichst direkt über einen ausreichend langen Schlauch ablassen, da das wesentlich angenehmer ist als viele volle Eimer durch die Wohnung zu tragen. Zusätzlich ist ein Eimer praktisch, um Tiere umzusetzen, Pflanzen kurzzeitig zu lagern, Filtermedien bei Bedarf in entnommenem Aquarienwasser auszuspülen oder Pflanzenreste nach dem Rückschnitt zu sammeln.

Ein Schlauch für den Wasserwechsel

Für den Wasserwechsel benutze ich einen eigenen Schlauch. Damit lässt sich Wasser kontrolliert aus dem Aquarium ablassen. Gleichzeitig kann man leichte Verschmutzungen oder Mulm gezielt absaugen. Je nach Aquariengröße solltest du vor allem auf einen passenden Schlauchdurchmesser und eine ausreichende Länge achten. Schläuche mit kleinem Schlauchdurchmesser eignen sich besonders für kleine und enge Zwischenräume im Aquarium, während Schläuche mit großem Schlauchdurchmesser vor allem für größere Aquarien praktisch sind.

Ein Kescher

Ein Kescher wird zwar nicht jeden Tag benötigt, sollte meiner Meinung nach trotzdem vorhanden sein. Er eignet sich natürlich für das Ein- und Umsetzen von Tieren, aber auch für das Abkeschern von Pflanzenresten nach einem Rückschnitt. Für kleine Fische und Garnelen würde ich eher ein feinmaschiges Modell verwenden.

Ein Thermometer

Auch wenn dein Heizstab eine Temperaturregelung besitzt, würde ich zusätzlich ein Thermometer verwenden. So kannst du schnell kontrollieren, ob die tatsächliche Wassertemperatur ungefähr dem gewünschten Bereich für deine Aquarientiere entspricht.

Besonders im Sommer ist das hilfreich. Bei hohen Raumtemperaturen kann sich auch das Aquarium deutlich stärker erwärmen. Ob klassisches Glasthermometer oder digitales Thermometer ist dabei zunächst Geschmackssache.

Ein Scheibenreiniger

Leichte Algenbeläge an den Scheiben gehören bei vielen Aquarien dazu. Ein geeignetes Werkzeug zum Reinigen würde ich deshalb ebenfalls zu Hause haben. Das muss allerdings kein teurer Algenmagnet oder Klingenreiniger sein. Auch Algenradierer eignen sich dafür sehr gut und halten lange.

Braucht man einen Mulmsauger?

Ein Mulmsauger wird häufig als klassische Grundausstattung für Aquarien verkauft. Zwingend notwendig ist er meiner Meinung nach aber nicht in jedem Aquarium. Bei gröberem Kies können Futterreste und Mulm tiefer zwischen die einzelnen Körner gelangen. Ein Mulmsauger kann dort sehr praktisch sein, weil sich der Bodengrund gut reinigen lässt.

Mulmsauger bei der Reinigung eines bepflanzten Aquariums

Bei feinem Sand liegt ein Großteil der Verschmutzungen dagegen auf der Oberfläche. Hier lässt sich Mulm häufig bereits mit einem normalen Schlauch vorsichtig absaugen.

Außerdem solltest du nicht versuchen, deinen gesamten Bodengrund ständig komplett „sauber“ zu halten. Eine gewisse Menge Mulm ist in einem funktionierenden Aquarium vollkommen normal und Bestandteil des biologischen Gleichgewichts.

Mulmsauger oder normaler Schlauch?

SituationMeine Empfehlung
Feiner SandNormaler Schlauch reicht häufig
Grober KiesMulmsauger kann sehr praktisch sein
Stark besetztes AquariumMulmsauger eher sinnvoll
Sehr kleines Nano-AquariumDünner Schlauch häufig einfacher
Stark bepflanztes AquascapeNur gezielt reinigen, Schlauch meist ausreichend

Welche Wassertests braucht man als Anfänger wirklich?

Bei Wassertests würde ich ebenfalls nicht automatisch den größten verfügbaren Testkoffer kaufen. Wichtiger ist zunächst, dass du die für dein Aquarium relevanten Wasserwerte kennst und im Bedarfsfall überprüfen kannst.

Für klassische Süßwasseraquarien spielen insbesondere Werte wie pH, Gesamthärte (GH), Karbonathärte (KH) und Nitrit eine Rolle. Je nach Aquarium können später beispielsweise Nitrat, Phosphat oder Eisen relevant werden, insbesondere bei stärker bepflanzten Aquarien und für eine gezielte Düngung.

Teststreifen, Tröpfchentests oder kompletter Testkoffer?

VarianteVorteilNachteilGeeignet für
TeststreifenSchnell und unkompliziertNicht so genau wie Tröpfchentests. Viele Werte lassen sich damit nicht ermitteln.Schnelle Orientierung
Einzelne TröpfchentestsGezieltes und genaueres TestenFür viele Einzelwerte schnell teuerBestimmte wichtige Werte
TestkofferViele relevante Tests in einem SetHöherer AnschaffungspreisWer regelmäßig mehrere Werte sehr genau messen möchte

Für den Einstieg können Teststreifen durchaus praktisch sein, wenn du dir zunächst einen Überblick verschaffen möchtest. Vor allem für pH, GH, KH und Nitrat bieten Streifentests einen ersten groben Überblick. Wenn ein bestimmter Wert genauer überprüft werden soll, bevorzuge ich entsprechende Tröpfchentests.

Ein kompletter Testkoffer kann sich wiederum lohnen, wenn du regelmäßig verschiedene Wasserwerte kontrollierst und nicht jeden Test einzeln kaufen möchtest.

Tröpfchentests zur Messung verschiedener Wasserwerte im Aquarium

Meine Empfehlungen zum Wasserwerte testen

Schnelle OrientierungNitrit gezielt testenMehrere Werte regelmäßig testen
TeststreifenNO₂-TröpfchentestTestkoffer
Für einen schnellen Überblick über mehrere grundlegende Wasserwerte.Für eine gezielte und genauere Kontrolle des Nitritwerts.Sinnvoll, wenn du regelmäßig mehrere Wasserwerte genauer messen möchtest.
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Braucht man Wasseraufbereiter im Aquarium?

Wasseraufbereiter gehören zu den Produkten, die besonders häufig in Aquarium-Komplettsets enthalten sind. Trotzdem bedeutet das nicht, dass jedes Aquarium dauerhaft Wasseraufbereiter benötigt. Bei geeignetem Leitungswasser kann ein normales Süßwasseraquarium in vielen Fällen auch ohne zusätzlichen Wasseraufbereiter betrieben werden.

Ob ein Wasseraufbereiter sinnvoll ist, hängt unter anderem von deinem Ausgangswasser, dem jeweiligen Einsatzzweck und den gepflegten Tieren ab. Wenn du Wasseraufbereiter bereits zu Hause hast oder eine Flasche deinem Komplettset beiliegt, kannst du sie selbstverständlich entsprechend der Herstellerangaben verwenden. Ich würde allerdings nicht automatisch dauerhaft Wasseraufbereiter nachkaufen, nur weil dieser beim Aquariumkauf einmal mitgeliefert wurde.

Braucht man Bakterienstarter?

Ähnlich sieht es bei sogenannten Bakterienstartern aus. Diese Produkte sollen dabei helfen, ein neu eingerichtetes Aquarium schneller mit nützlichen Mikroorganismen zu besiedeln.

Du benötigst einen solchen Starter jedoch nicht zwingend, damit ein Aquarium biologisch funktionieren kann. Aquarien können auch ohne Bakterienpräparate ganz normal eingefahren werden. Wenn ein entsprechendes Produkt deinem Aquarium-Set beigelegt wurde oder du es ohnehin besitzt, kannst du es verwenden.

Wichtig ist allerdings: Ein Bakterienstarter macht aus einem frisch eingerichteten Aquarium jedoch nicht automatisch ein vollständig stabiles Becken, das sofort bedenkenlos besetzt werden kann. Beobachte das Aquarium trotzdem aufmerksam und setze Tiere nicht allein deshalb unüberlegt ein, weil ein Bakterienpräparat verwendet wurde.

Braucht man Pflanzendünger?

Bei einem bepflanzten Aquarium kann eine gezielte Düngung früher oder später sinnvoll werden. Aquarienpflanzen benötigen verschiedene Nährstoffe. Wie viel Düngung notwendig ist, hängt allerdings unter anderem von Pflanzenmenge, Pflanzenarten, Bodengrund, Beleuchtung, Tierbesatz und Ausgangswasser ab. Wie du Aquarienpflanzen richtig düngst und welche Nährstoffe dabei wichtig sind, erkläre ich ausführlich in meinem Ratgeber Aquariumpflanzen richtig düngen.

Ein Aquarium mit wenigen anspruchslosen Pflanzen benötigt möglicherweise deutlich weniger zusätzliche Düngung als ein dicht bepflanztes Aquascape. Idealerweise orientierst du die Düngung am tatsächlichen Nährstoffbedarf deiner Pflanzen, bevor ausgeprägte Mangelerscheinungen entstehen.

Grundsätzlich lassen sich zwei Formen besonders einfach unterscheiden:

DüngerartAnwendungBesonders interessant für
FlüssigdüngerWird ins Wasser gegebenPflanzen mit Nährstoffaufnahme über Blätter/Wassersäule z. B. Stängelpflanzen
Düngekapseln / WurzeldüngerWerden in den Bodengrund unter die Pflanze gestecktStark wurzelzehrende Pflanzen wie Echinodorus, Vallisneria oder Cryptocoryne
Flüssigdünger und Wurzeldünger für Aquarienpflanzen
Diese Dünger nutze ich regelmäßig in meinen eigenen Aquarien.

Meine Dünger-Empfehlungen

In meinen Aquarien nutze ich neben verschiedenen flüssigen Einzelkomponentendüngern auch häufig ein nährstoffreiches Bodengrundsubstrat oder zusätzliche Düngekapseln. Für die Nährstoffversorgung meiner Aquarienpflanzen nutze ich unter anderem folgende Produkte:

ProduktTypGeeignet für
→ MasterLine Makro-DüngerFlüssigdünger / MakronährstoffeFür bepflanzte Aquarien mit erhöhtem Bedarf an Makronährstoffen wie Nitrat, Phosphat und Kalium
→ MasterLine Mikro-DüngerFlüssigdünger / MikronährstoffeFür die Versorgung mit Eisen und weiteren Spurenelementen, besonders bei stärker bepflanzten Aquarien
→ Easy-Life DüngestäbchenWurzeldüngerFür stark wurzelzehrende Pflanzen und nährstoffarmen Sand oder Kies; wird direkt in den Bodengrund eingebracht
→ Tropica NährbodenBodengrunddünger / NährsubstratFür bepflanzte Aquarien. Wird beim Einrichten als nährstoffreiche unterste Schicht unter Sand oder Kies eingebracht.

Pinzette und Pflanzenschere: Braucht man Aquascaping-Werkzeug?

Pinzette und Pflanzenschere sind typische Beispiele für Zubehör, das man nicht unbedingt braucht, auf das man nach einiger Zeit aber häufig nicht mehr verzichten möchte.

Mit einer langen Pinzette lassen sich Pflanzen deutlich einfacher einsetzen. Auch abgestorbene Blätter und Futterreste kannst du damit bequem aus dem Aquarium entfernen. Eine lange Aquarienschere erleichtert wiederum den regelmäßigen Rückschnitt von Stängelpflanzen und anderen Aquarienpflanzen.

Für ein einfaches Anfängerbecken musst du deshalb nicht unbedingt am ersten Tag ein komplettes Aquascaping-Werkzeugset kaufen. Wenn du allerdings viele Pflanzen pflegst, halte ich zumindest eine vernünftige Pinzette und Schere langfristig für eine sinnvolle Anschaffung.

Pinzette und Schere aus Edelstahl für Aquascaping und Pflanzenpflege im Aquarium

Zeitschaltuhr oder Smart Plug: Klein, aber sehr sinnvoll

Falls deine Aquariumbeleuchtung keine eigene Zeitsteuerung besitzt, würde ich auf jeden Fall eine Zeitschaltuhr oder einen Smart Plug verwenden.

Die Beleuchtung jeden Morgen manuell einzuschalten und abends wieder auszuschalten, wird auf Dauer unnötig umständlich. Mit einer automatischen Steuerung bekommt dein Aquarium jeden Tag einen gleichmäßigen Beleuchtungsrhythmus. Viele moderne Aquariumleuchten besitzen bereits einen Controller oder eine App-Steuerung. Dann brauchst du natürlich keine zusätzliche Zeitschaltuhr.

Braucht man einen Futterautomaten?

Für den normalen Alltag benötigst du normalerweise keinen Futterautomaten. Interessant wird er vor allem bei längerer Abwesenheit oder wenn aus anderen Gründen eine regelmäßige automatische Fütterung benötigt wird. Allerdings solltest du einen Futterautomaten niemals erst am Abend vor dem Urlaub installieren und hoffen, dass alles funktioniert. Teste vorher mehrere Tage lang, welche Futtermenge richtig ist und ob der Futterautomat korrekt funktioniert. Zu viel Futter kann die Wasserqualität stärker belasten als eine kurze Phase mit etwas weniger Futter. Je nach Fischart, Alter der Tiere und Dauer der Abwesenheit ist eine tägliche automatische Fütterung zudem nicht immer notwendig.

Wenn du dein Aquarium für eine längere Abwesenheit vorbereiten möchtest, findest du in meinem Ratgeber Aquarium im Urlaub versorgen weitere Tipps zu Fütterung, Technik, Wasserwechsel und Pflanzenpflege.

Dieses Aquarium-Zubehör brauchst du meistens nicht sofort

Ein häufiger Anfängerfehler besteht meiner Meinung nach darin, für jedes denkbare Problem bereits vorsorglich ein Produkt zu kaufen. Dabei ist es meistens sinnvoller, zunächst herauszufinden, warum ein Problem entstanden ist.

Aquarium-Zubehör und Pflegeprodukte im Aquarienschrank
Über die Jahre sammelt sich einiges an Zubehör an – für den Start brauchst du davon aber nur einen kleinen Teil.

Verschiedene Wasserzusätze auf Vorrat

Für nahezu jeden denkbaren Anwendungsfall gibt es irgendeinen Wasserzusatz. Das bedeutet aber nicht, dass du für dein erstes Aquarium eine ganze Sammlung unterschiedlicher Flaschen benötigst. Ein stabil laufendes Aquarium sollte nicht davon abhängig sein, bei jedem Wasserwechsel mehrere verschiedene Mittel ins Wasser geben zu müssen.

Algenmittel als Standardlösung

Ein Algenmittel würde ich nicht vorsorglich zur normalen Aquarium-Grundausstattung zählen. Algen entstehen häufig aufgrund bestimmter Bedingungen im Aquarium. Beleuchtung, Nährstoffversorgung, CO₂, Pflanzenwachstum oder Pflege spielen dabei eine wichtige Rolle.

Langfristig ist es deshalb meist sinnvoller, die Ursache zu finden und zu beseitigen, anstatt ausschließlich die sichtbaren Algen zu bekämpfen.

Medikamente ohne konkreten Anlass

Auch bei Medikamenten würde ich nicht wahllos verschiedene Präparate kaufen und jahrelang im Schrank lagern. Unterschiedliche Erkrankungen können ganz unterschiedliche Behandlungen erfordern. Wenn ein Tier krank wird, solltest du deshalb zunächst versuchen, das Problem möglichst genau einzugrenzen und anschließend gezielt mit dem richtigen Medikament behandeln.

Digitale Messgeräte ohne konkreten Einsatzzweck

Ein Leitwertmessgerät oder digitales pH-Messgerät kann sehr nützlich sein. Das bedeutet aber nicht, dass jeder Anfänger diese Geräte benötigt. Wer beispielsweise bestimmte Garnelen mit aufbereitetem Osmosewasser hält, kann von einer regelmäßigen Leitwertmessung deutlich profitieren. Für ein klassisches Gesellschaftsaquarium mit Leitungswasser besteht dagegen häufig kein Grund, direkt verschiedene elektronische Messgeräte anzuschaffen.

Kaufen, später kaufen oder sparen? Meine Zusammenfassung

Wenn ich heute als Anfänger mit einem normalen Süßwasseraquarium beginnen würde, sähe meine Zubehör-Einkaufsliste ungefähr so aus:

Direkt sinnvollBei Bedarf nachkaufenMeist nicht vorsorglich kaufen
EimerMulmsaugerViele Wasserzusätze
SchlauchTestkofferMedikamente auf Verdacht
KescherPinzetteDigitale Messgeräte
ThermometerPflanzenschere
ScheibenreinigerPflanzendünger
Grundlegende WassertestsDüngekapseln
Zeitschaltuhr, falls nötigFutterautomat

Ein stark bepflanztes Aquascape hat beispielsweise andere Anforderungen als ein einfaches Gesellschaftsaquarium. Ebenso kann Zubehör, das für ein Aquarium komplett unnötig ist, bei einem anderen Becken sehr hilfreich sein.

Der wichtigste Punkt ist deshalb: Kaufe Zubehör für einen konkreten Zweck und nicht nur, weil es im Aquaristikregal angeboten wird.

Konkrete Empfehlungen: Meine Aquarium Essentials

In diesem Artikel ging es hauptsächlich darum, welches Zubehör du überhaupt benötigst.

Wenn du jetzt konkrete Produkte und kleine Helfer suchst, die ich in meinen Aquarien verwende, findest du diese gesammelt auf meiner Aquarium-Essentials-Seite. Dort findest du unter anderem praktische Helfer für Einrichtung, Pflanzenpflege, Wasserwechsel und Reinigung.

Fazit: Du brauchst weniger Aquarium-Zubehör, als du vielleicht denkst

Gerade beim ersten Aquarium entsteht schnell der Eindruck, dass man neben dem eigentlichen Aquarium noch unzählige zusätzliche Produkte benötigt. In der Praxis reicht eine überschaubare Grundausstattung aus Eimer, Schlauch, Kescher, Thermometer, Scheibenreiniger und einigen sinnvollen Wassertests für viele Aquarien bereits aus.

Andere Produkte solltest du nach Bedarf ergänzen. Ein Mulmsauger kann bei bestimmten Bodengründen sehr praktisch sein. Pflanzendünger kann bei stärker bepflanzten Aquarien sinnvoll werden. Pinzette und Schere erleichtern die Pflanzenpflege und ein Futterautomat kann im Urlaub hilfreich sein.

Wasseraufbereiter, Bakterienstarter und verschiedene Zusatzmittel würde ich dagegen nicht automatisch kaufen, nur weil sie im Handel angeboten werden. Am Ende gilt für Aquarium-Zubehör deshalb vor allem:

Lieber wenige sinnvolle Produkte kaufen, die du wirklich verwendest, als einen Schrank voller Spezialmittel, für die du keinen konkreten Einsatzzweck hast.

💬 Austausch & Fragen:

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Häufige Fragen zu Aquarium-Zubehör

Für die regelmäßige Pflege würde ich mindestens einen eigenen Eimer, einen Schlauch, einen Kescher, ein Thermometer und eine Möglichkeit zur Scheibenreinigung zu Hause haben. Außerdem sollten die wichtigsten Wasserwerte bei Bedarf überprüft werden können.

Nicht unbedingt. Bei grobem Kies kann ein Mulmsauger sehr praktisch sein. Bei feinem Sand reicht häufig ein normaler Schlauch, mit dem Verschmutzungen vorsichtig von der Oberfläche abgesaugt werden.

Nicht jedes Aquarium benötigt Wasseraufbereiter. Bei geeignetem Leitungswasser kann ein Aquarium häufig auch ohne entsprechende Zusätze betrieben werden. In bestimmten Situationen kann ein Wasseraufbereiter jedoch sinnvoll sein.

Nein. Ein Aquarium kann auch ohne Bakterienstarter eingefahren werden. Entsprechende Produkte können unterstützend eingesetzt werden, sind aber keine Voraussetzung für den Start eines Aquariums.

Nicht unbedingt. Für eine schnelle Orientierung können Teststreifen ausreichen. Einzelne Tropfentests eignen sich gut für gezielte Messungen. Ein kompletter Testkoffer wird besonders dann interessant, wenn du regelmäßig mehrere Wasserwerte kontrollieren möchtest.

Nein, zwingend notwendig sind sie nicht. Wer regelmäßig Aquarienpflanzen einsetzt und zurückschneidet, wird mit entsprechenden Werkzeugen allerdings deutlich komfortabler arbeiten können.

Für den normalen Alltag nicht. Ein Futterautomat kann vor allem bei längerer Abwesenheit praktisch sein. Er sollte vor dem Einsatz allerdings mehrere Tage getestet werden, damit nicht versehentlich zu viel Futter ins Aquarium gelangt.

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