
Du hast neue Aquarienpflanzen gekauft und möchtest sie direkt ins Aquarium setzen? Je nach Pflanze und Verkaufsform gibt es ein paar Dinge vor dem Einpflanzen zu beachten, damit die Pflanzen gut anwachsen und sich optimal entwickeln.
In diesem Beitrag zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du Aquariumpflanzen richtig einsetzt und Topfpflanzen, InVitro-Pflanzen, Bundpflanzen sowie Aufsitzerpflanzen optimal für dein Aquarium vorbereitest.
Kurz erklärt: Aquariumpflanzen sollten vor dem Einsetzen je nach Verkaufsform vorbereitet werden. Während InVitro-Pflanzen lediglich vom Nährgel befreit werden müssen, sollten bei Topf- und Bundpflanzen Steinwolle, Schaumstoff oder Keramikringe entfernt werden.
Warum sollte man Aquariumpflanzen vorbereiten?
Eine gute Vorbereitung erleichtert nicht nur das Einpflanzen, sondern verbessert häufig auch das Anwachsen der Pflanzen.
Die Vorteile auf einen Blick:
- besseres Wurzelwachstum
- einfacheres Einsetzen
- schnelleres und dichteres Wachstum
- mögliche Schnecken oder kleine Schädlinge werden reduziert
Tipp: Falls du dir einmal Schnecken eingeschleppt hast, findest du in meinem Beitrag zur Schneckenplage im Aquarium hilfreiche Tipps zur Vorbeugung und Bekämpfung.

Was du zum Einpflanzen am besten bereitlegst
Viel Zubehör braucht man nicht. Einige Hilfsmittel machen das Einsetzen der Wasserpflanzen aber deutlich einfacher.
Dazu zählen z. B.:
- eine Pinzette, möglichst fein
- eine Schere zum kürzen/teilen der Pflanzen oder der Wurzeln
- kleine Schüssel mit Wasser zum entfernen des Nährgels oder der Steinwolle
- eine normale Gabel zum Entfernen der Steinwolle (bei Topfpflanzen)
- optional Mineralwasser mit Kohlensäure zur Vorbeugung gegen Schnecken und Schädlinge
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Wann sollte man Aquariumpflanzen einsetzen?
Am einfachsten ist das Einsetzen von Aquariumpflanzen direkt beim Einrichten eines neuen Aquariums. Dann lassen sich die Pflanzen bei guter Sicht bequem platzieren, ohne dass Tiere oder Wasser die Einrichtung erschweren.
Aber auch in einem bereits laufenden Aquarium können jederzeit neue Pflanzen eingesetzt werden. Besonders einfach ist dies während eines Wasserwechsels, da der abgesenkte Wasserstand das Einsetzen erleichtert. Achte dabei darauf, den Bodengrund möglichst wenig aufzuwirbeln. Größere Umgestaltungen lassen sich daher ideal mit dem regelmäßigen Wasserwechsel kombinieren.

Nimm dir beim Einpflanzen genügend Zeit. Ein durchdachtes Layout sieht später nicht nur schöner aus, sondern hilft auch dabei, häufige Fehler beim Aquarium einrichten zu vermeiden.
Tipp: Richtest du ein neues Aquarium ohne Wasser ein, solltest du die Pflanzen regelmäßig mit einer Sprühflasche befeuchten. So trocknen die Pflanzen während der Einrichtung nicht aus.
InVitro-Pflanzen richtig einsetzen
InVitro-Pflanzen werden steril im Nährgel gezüchtet und sind deshalb frei von Schnecken, Algen und Pestiziden. Auch wenn die Pflanzen im Becher zunächst recht klein wirken, erhält man durch das Aufteilen in viele kleine Portionen meist deutlich mehr Pflanzenmaterial als erwartet.

So setzt du Invitro-Pflanzen ein:
- Pflanze aus dem Becher nehmen
- das Nährgel oder die Nährflüssigkeit unter fließendem Wasser oder einer Schüssel mit Wasser entfernen
- die Pflanze in viele kleine Portionen teilen und einsetzen

Durch das Aufteilen und Einsetzen der Pflanzen in kleinen Abständen zueinander wachsen sie später schneller zusammen. Vor allem bei Bodendeckern ist dies von Vorteil, wenn ein dichter Teppich entstehen soll. Außerdem kann durch das Teilen eine deutlich größere Fläche mit nur wenigen Töpfen oder InVitro-Bechern bepflanzt werden.
Topfpflanzen richtig vorbereiten
Topfpflanzen sind bereits gut entwickelt und häufig deutlich größer als InVitro-Pflanzen. Um ein gesundes Anwachsen zu fördern, sollte die Steinwolle um die Wurzeln vor dem Einsetzen möglichst vollständig entfernt werden.
Am einfachsten funktioniert das so:
- Pflanze aus dem Topf nehmen.
- Steinwolle vorsichtig mit den Fingern lösen. (kann man meist gut in der Mitte in zwei Teile teilen).
- Bei sehr langen Wurzeln diese mit einer Schere auf etwa 2-4 cm kürzen.
- Anschließend die Wurzeln in einer Schüssel mit Wasser leicht ausschwenken.
- Mit einer normalen Gabel vorsichtig durch die Wurzeln fahren, um auch die letzten Steinwollereste zu entfernen.
Sind noch kleine Reste der Steinwolle vorhanden, ist das meist unproblematisch. Je sauberer die Wurzeln jedoch sind, desto besser natürlich fürs Becken. Das Kürzen der Wurzeln erleichtert das Einpflanzen und regt häufig die Bildung neuer Wurzeln und das Wachstum der Pflanze an.

Neue Aquariumpflanzen vor dem Einsetzen wässern?
Bei Topf- und Bundpflanzen wird häufig empfohlen, die Pflanzen vor dem Einsetzen einige Tage in einem Eimer mit frischem Wasser zwischenzulagern. Das kann helfen, eventuelle Rückstände von Dünger oder Pflanzenschutzmitteln auszuspülen.
Besonders in Aquarien mit empfindlichen Wirbellosen wie Garnelen oder Schnecken kann das zusätzliche Wässern sinnvoll sein.
Dazu werden die Pflanzen einfach in einen Eimer mit Wasser gelegt. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden. Nach einigen Tagen können die Pflanzen wie gewohnt eingesetzt werden. InVitro-Pflanzen benötigen diesen Schritt nicht, da sie steril im Labor gezüchtet werden.
Tipp aus eigener Erfahrung:
Die Aquariumpflanzen aus meinem Shop stammen aus eigener Nachzucht und sind frei von Schnecken, Algen und Pestiziden. Sie können daher direkt ins Aquarium eingesetzt werden und sind auch für Garnelenaquarien und andere empfindlichen Tiere geeignet.
Optional: Pflanzen kurz in Sprudelwasser einlegen und von Schädlingen befreien
Damit du das Risiko minimierst, Schnecken oder andere unerwünschte Begleiter ins Aquarium einzuschleppen, kannst du neue Topf- oder Bundpflanzen vor dem Einsetzen für einige Minuten in Mineralwasser mit Kohlensäure einlegen. Durch das enthaltene CO2 können kleine Schnecken und andere ungewollte Tiere reduziert werden. Anschließend werden die Pflanzen kurz mit klarem Wasser abgespült und wie gewohnt eingesetzt.
Falls du das einmal vergessen hast und sich eine unerwünschte Schneckenplage ausbreitet, findest du weitere Tipps in meinem Beitrag zur Schneckenplage im Aquarium loswerden.

Bundpflanzen richtig einsetzen
Viele klassische Stängelpflanzen werden als Bundpflanzen verkauft. Dabei handelt es sich meist um mehrere einzelne Triebe, die mit einem Keramikring und Schaumstoff zusammengehalten werden. Vor dem Einsetzen sollten Ring und Schaumstoff entfernt und die Stängel vorsichtig voneinander getrennt werden, damit sie ausreichend Platz zum Wachsen haben.
Vor dem Einsetzen solltest du deshalb folgendes tun:
- den Keramikring entfernen
- den Schaumstoff um die Wurzeln entfernen
- alle einzelnen Stängel voneinander trennen und in kleine Gruppen einsetzen
Aufsitzerpflanzen niemals eingraben
Diese Pflanzen besitzen ein sogenanntes Rhizom. Dieses darf nicht mit Bodengrund bedeckt werden, da es sonst faulen kann. Stattdessen werden Aufsitzerpflanzen auf Wurzeln oder Steinen befestigt. Hierfür eignen sich beispielsweise spezieller Sekundenkleber, Schnur oder Baumwollfaden. Alternativ können die Pflanzen auch einfach zwischen Steinen oder Wurzeln eingeklemmt werden, bis sie von selbst festgewachsen sind.
Wichtig: Ich verwende für Aufsitzerpflanzen meist normalen Sekundenkleber auf Cyanacrylatbasis. Dieser ist für die Verwendung im Aquarium geeignet und hält Pflanzen wie Anubias oder Bucephalandra sowie Moose zuverlässig auf Steinen und Wurzeln fest.

Zu den beliebtesten Aufsitzerpflanzen gehören:
- Anubias
- Bucephalandra
- Javafarn

Welche Aquarienpflanzen gehören wohin?
Für ein harmonisches Gesamtbild werden Aquariumpflanzen je nach Wuchshöhe an unterschiedlichen Stellen im Aquarium eingesetzt. Die folgende Übersicht kann dir als grobe Orientierung dienen:
| Bereich im Aquarium | Beispiele für Aquariumpflanzen |
|---|---|
| Vordergrund | Bodendecker wie Hemianthus callitrichoides ‚Cuba‘, Micranthemum ‚Monte Carlo‘, Eleocharis-Arten, Marsilea-Arten oder Helanthium tenellum |
| Mittelgrund | Cryptocorynen, Staurogyne repens, Pogostemon helferi oder Hydrocotyle tripartita ‚Mini‘ |
| Hintergrund | Viele Stängelpflanzen wie Rotala-Arten, Ludwigia-Arten, die meisten Hygrophila-Arten, Limnophila sessiliflora, Bacopa-Arten oder Vallisneria-Arten |
| Auf Hardscape (Steine & Wurzeln) | Aufsitzerpflanzen wie Anubias, Bucephalandra, Moose und Farne, z. B. Javafarn (Microsorum pteropus), Bolbitis heudelotii, Javamoos, Christmas-Moos oder Riccardia chamedryfolia |
Suchst du nach besonders unkomplizierten Arten für dein erstes Aquarium, findest du hier eine Auswahl an pflegeleichten Wasserpflanzen für Aquarien ohne CO2-Anlage.
Die tatsächliche Position einer Pflanze hängt nicht nur von der Art, sondern auch von der Größe des Aquariums und regelmäßigem Rückschnitt ab. Viele Stängelpflanzen können durch häufiges Kürzen auch im Mittelgrund verwendet werden.
Tipp: Auf vielen Topf- und InVitro-Pflanzen befindet sich bereits ein kleines Etikett oder Schild. Dort ist häufig angegeben, ob die Pflanze für den Vorder-, Mittel- oder Hintergrund geeignet ist. Gerade als Anfänger kann dir diese Einteilung die Auswahl deutlich erleichtern.

Unsicher, wo deine Pflanze im Aquarium am besten aussieht?
Mit meinem kostenlosen Pflanzenfinder kannst du viele Aquariumpflanzen nach Wuchshöhe, Lichtbedarf und Verwendungsbereich durchsuchen und so schnell den passenden Platz im Aquarium finden.
Was tun, wenn neue Aquariumpflanzen Blätter verlieren?
Viele Aquariumpflanzen werden über Wasser (emers) gezüchtet und müssen sich nach dem Einsetzen erst an das Wachstum unter Wasser anpassen. Dabei kann es vorkommen, dass ältere Blätter gelb werden oder sogar komplett absterben. Das ist in den meisten Fällen völlig normal.
Besonders einige Cryptocorynen und Vallisnerien reagieren empfindlich auf Veränderungen und können zunächst Blätter verlieren. Mit etwas Geduld treiben sie unter guten Bedingungen meist wieder neu aus. Auch wenn es anfangs nicht danach aussieht, solltest du solche Pflanzen daher nicht sofort entsorgen oder ständig umsetzen.
Bleiben die Pflanzen jedoch auch nach mehreren Wochen kümmerlich oder zeigen gelbe Blätter, Löcher oder andere Auffälligkeiten, können auch Lichtmangel oder Nährstoffprobleme die Ursache sein. In diesem Fall lohnt sich ein Blick in meinen Beitrag zum Nährstoffmangel bei Aquariumpflanzen erkennen. Außerdem fragen sich viele nach dem Einsetzen neuer Pflanzen, wann sie mit der Düngung beginnen sollten. Mehr dazu erfährst du in meinem Beitrag Ab wann Aquariumpflanzen düngen?.
Für gesundes Pflanzenwachstum spielen neben ausreichend Licht auch die richtige Düngung und eine passende CO2-Versorgung eine wichtige Rolle. Ob eine zusätzliche CO2-Anlage für dein Aquarium sinnvoll ist, erfährst du in meinem Beitrag CO2 im Aquarium.
Häufige Fehler beim Einsetzen von Aquariumpflanzen
- Steinwolle nicht vollständig entfernen
- Pflanzen nicht in mehrere Portionen aufteilen
- Nährgel oder Nährflüssigkeit nicht vollständig abspülen
- Wurzeln nicht einkürzen
- Aufsitzerpflanzen eingraben
- Pflanzen zu dicht setzen

Fazit
Wer Aquariumpflanzen richtig einsetzt und sie vorher sorgfältig vorbereitet, schafft die besten Voraussetzungen für gesundes Wachstum. Ob InVitro-, Topf- oder Bundpflanzen – mit wenigen Handgriffen lassen sie sich deutlich einfacher pflanzen und wachsen somit auch meist schneller an.
Nimm dir beim Einpflanzen etwas Zeit und überlege dir vorab, wo du die Pflanzen platzieren willst. Deine Aquarienpflanzen werden es dir mit kräftigem Wachstum und einem natürlichen, harmonischen Gesamtbild danken.
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Häufige Fragen zum Einsetzen von Aquarienpflanzen
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👉 Aquarium für Anfänger: Der komplette Einstieg
👉 Aquarium einrichten – Schritt für Schritt Anleitung
👉 Aquarium richtig pflegen – Tipps für ein dauerhaft gesundes Becken
👉 Probleme im Aquarium lösen: Schnelle und effektive Hilfe bei Algen, Trübungen und Co.
👉 Aquascaping Grundlagen: Die Kunst, faszinierende Unterwasserlandschaften zu gestalten



