Detailaufnahme eines Lily Pipe Spin Outflows aus Glas

Filtereinlass & Filterauslass im Aquascape: Glas, Edelstahl oder Kunststoff – was ist die beste Wahl?

Detailaufnahme eines Lily Pipe Spin Outflows aus Glas

In der Aquaristik, besonders im Aquascaping, spielen Filtereinlass und Filterauslass nicht nur funktional, sondern auch optisch eine wichtige Rolle. Während viele Außenfilter standardmäßig mit unschönen grünen oder schwarzen Kunststoffrohren ausgeliefert werden, greifen Aquascaper häufig zu eleganteren Lösungen aus Glas oder Edelstahl. Gerade bei offenen Aquarien oder minimalistischen Layouts, bei denen der Fokus auf Pflanzen und Tieren liegt, sollen Technikkomponente möglichst unauffällig wirken und das Gesamtbild nicht stören. Deshalb erfreuen sich hochwertige In- und Outflows aus Glas oder Edelstahl großer Beliebtheit.

Doch welche Variante ist die richtige für dein Aquarium? Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile? Welche Lösung ist pflegeleichter und lohnt sich ein Upgrade auf Glas oder Edelstahl überhaupt?

In diesem Beitrag schauen wir uns die unterschiedlichen Varianten etwas genauer an, um dir bei der Entscheidung für dein Aquascape oder Aquarium zu helfen.

Standard Ein- und Auslässe aus schwarzem oder grünem Kunststoff

Außenfilter werden immer mit schwarzen oder grünen Kunststoff In- und Outflows ausgeliefert. Diese erfüllen ihren Zweck sehr zuverlässig, sind robust, pflegeleicht und technisch absolut ausreichend. Allerdings haben sie ein Problem: Sie sind unglaublich hässlich 😅

Sofern man ein Aquarium hat, welches eine Abdeckung besitzt und man Kunststoff Ein- und Auslass gut mit Pflanzen oder Hardscape verstecken kann, ist es kein Problem diese Standardlösung zu verwenden. Auch in Kombination mit z.B. einer schwarzen Rückwand, sind schwarze Kunststoff Ein- und Ausläufe sehr unauffällig. Wenn dich außerdem interessiert, welche Filtermedien im Außenfilter wirklich sinnvoll sind, findest du hier einen ausführlichen Beitrag dazu.

Verschiedene Ansaugschutz-Varianten für Aquarienfilter aus Edelstahl und Kunststoff
Ein- und Ausläufe für Außenfilter gibt es aus Glas, Edelstahl und Kunststoff – doch was sind die Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten?

Vorteile von Kunststoff

Kunststofflösungen sind robust, günstig und unkompliziert. Da sie bereits im Lieferumfang enthalten sind, entstehen keine zusätzlichen Kosten. Zudem sind sie nahezu unzerbrechlich und lassen sich problemlos reinigen.

Nachteile von Kunststoff

In einem Aquascape oder offenen Aquarien ist Kunststoff, vor allem in schwarz oder grün einfach nicht schön. Besonders grüne Rohre fallen optisch stark auf und können die Gesamtwirkung eines durchgestalteten Layouts stören und vom eigentlichen Aquarium stark ablenken.

Lily Pipes aus Glas – Ästhetik auf höchstem Niveau

Wer sich intensiver mit dem Aquascaping beschäftigt, stößt früher oder später auf sogenannte Lily Pipes aus Glas. Sie gelten als Inbegriff minimalistischer Technik und sind besonders in hochwertigen Layouts weit verbreitet.

Bekannt wurden sie vor allem durch die japanische Marke ADA, die das Konzept des Nature-Aquarium maßgeblich geprägt hat.

Glas Filtereinlass und Filterauslass im Naturaquarium

Vorteile von Glas Lily-Pipes

Der größte Vorteil von Glas besteht darin, dass es im Aquarium so gut wie unsichtbar ist. Es verschmilzt optisch nahezu vollständig mit dem Wasser. Dadurch lenkt es nicht vom Layout ab und das Aquarium wirkt aufgeräumter und ruhiger. Gerade in offenen Becken oder schön gestalteten Schaubecken spielt das eine große Rolle.

Nachteile von Glas

Der größte Nachteil ist die Empfindlichkeit. Glas kann beim Reinigen oder Herausnehmen leicht brechen. Zudem sind Ablagerungen durch Algen und Mulm sofort sichtbar, weshalb eine regelmäßige Reinigung notwendig ist. Da Glas lichtdurchlässig ist, kommt es bei Glas Lily-Pipes viel schneller zu einer Algenbildung. Glas ist daher sehr pflegeintensiv und muss alle 2-3 Wochen gereinigt werden, um die schöne Optik zu erhalten.

Edelstahl Filteraus- und Einlässe – modern und sehr pflegeleicht

Edelstahl In- und Outflows sind in den letzten Jahren immer populärer geworden. Sie kombinieren eine hochwertige Optik mit hoher Alltagstauglichkeit und sprechen besonders Aquascaper an, die eine langlebige Lösung suchen und nicht alle paar Wochen mit der Schlauchbürste durch die Einläufe und Ausläufe gehen wollen 😄

Im Gegensatz zu Glas sind sie zwar nicht unauffäuig, aber durch den industriellen Look trotzdem modern.

Offenes Aquascape mit In- und Outflows aus Edelstahl

Vorteile von Edelstahl

Hochwertiger Edelstahl für Aquarien ist rostfrei im Süßwasser und extrem langlebig. Es besteht kein Bruchrisiko, und die Reinigung ist unkompliziert. Ablagerungen sind nicht sichtbar wie bei Glas und da kein Licht durchdringt, gibt es auch keine Algenbildung.

Nachteile von Edelstahl

Edelstahl ist deutlich sichtbarer im Aquarium. In sehr minimalistischen Layouts kann er daher sehr präsent wirken. Allerdings werden wahrscheinlich die wenigsten solch minimalistische Layouts haben 😉

PETG – Die bruchsichere Alternative mit Glasoptik

Neben Glas und Edelstahl kam in den letzten Jahren eine weitere interessante Variante auf den Markt: Ein- und Auslässe aus PETG. Dieses Material wird häufig als moderne Alternative zu Glas eingesetzt, da es optisch sehr ähnlich wirkt, jedoch deutlich robuster ist.

Modularer PETG Filterauslass von Aquario mit austauschbaren Aufsätzen
Aquario Neo Flow mit integriertem Skimmer im Outflow.

Besonders bekannt geworden sind PETG-Systeme durch den Hersteller Aquario mit seiner „Neo Flow“-Serie. Diese Produkte richten sich gezielt an Aquascaper, die die elegante, transparente Optik von Glas bevorzugen, aber auf das Bruchrisiko verzichten möchten.

Warum PETG immer beliebter wird

PETG ist ein transparenter, technischer Kunststoff mit hoher Schlagfestigkeit. Im Aquarium wirkt das Material nahezu wie Glas – insbesondere im gefüllten Zustand ist der Unterschied für das Auge kaum wahrnehmbar. Gleichzeitig ist PETG deutlich widerstandsfähiger gegenüber Stößen und alltäglichem Handling. Man kann dieses Ein- und Auslässe sogar regelrecht biegen, so zeigt es Aquario sogar selbst und ich habe es selbst mit meinen Eigenen getestet. Kaputtmachen kann man diese Ein- und Auslässe bei normaler und auch etwas groberer Handhabung eigentlich nicht

Vorteile von PETG

Im Vergleich zu Glas ist PETG erheblich bruchsicherer und somit alltagstauglicher. Es ist sehr leicht und sehr unempfindlich beim Ein- und Ausbau. Die transparente Optik sorgt für eine dezente Integration in das Aquascape.

PETG Filterrohr von Aquario wird gebogen zur Demonstration der Stabilität
Demonstration der Stabilität des PETG Filterrohrs. Das Material lässt sich biegen, ohne zu brechen, und ist im Vergleich zu Glas daher sehr stabil.

Nachteile von PETG

Trotz der hohen Stabilität ist PETG kratzanfälliger als Glas. Bei unsachgemäßer Reinigung, kann das Material empfindlich reagieren. Außerdem wirkt PETG bei sehr genauer Betrachtung minimal weniger hochwertig als echtes Glas, auch wenn der Unterschied im laufenden Aquarium meist kaum auffällt.

Bauformen & unterschiedliche Varianten

Oft wird bei Filter Ein- und -Auslässen nur über das Material gesprochen. In der Praxis ist jedoch die Bauform mindestens genauso entscheidend wie Glas, Edelstahl oder PETG. Unterschiedliche Formen beeinflussen nicht nur die Strömung, sondern auch Oberflächenbewegung, CO₂-Verteilung und Wartungskomfort.

Glas – viele verschiedene Varianten, aber nicht verstellbar

Glas-Lily-Pipes sind in besonders vielen Varianten erhältlich. Jede Bauform erfüllt einen leicht anderen Zweck im Aquarium. Bekannt geworden sind sie vor allem durch ADA, die verschiedene Designs etabliert haben.

Typische Varianten sind:

  • Standard Lily Pipe – erzeugt eine sanfte Kreisströmung mit moderater Oberflächenbewegung
  • Lily Pipe Spin – besitzt eine runde Form und sorgt daher für besonders sanfte, gleichmäßige Strömung
  • Jet Pipe – punktuelle, etwas stärkere Wasserströmung
  • Bubble Pipe – verstärkt gezielt die Oberflächenbewegung und verbessert den Gasaustausch
Kleines Nano-Aquascape mit runder Glas Spin Pipe

Da die Ausrichtung konstruktionsbedingt fix ist, können die Rohre können nicht geschwenkt oder nachträglich angepasst werden. Die Strömungsrichtung ist daher stark von der Positionierung im Becken und der Wahl der Bauform abhängig.

Edelstahl – meist starr, aber teilweise schwenkbar

Bei Modellen aus Edelstahl gibt es im Vergleich zu Glas wenig Auswahl. Viele Modelle sind klassisch starr aufgebaut und zeigen in eine feste Richtung. Allerdings gibt es inzwischen auch Sets mit schwenkbaren Auslässen. Dadurch kann die Strömungsrichtung nachträglich angepasst werden, ohne das gesamte Rohr neu auszurichten.

Edelstahl Filtereinlass und Filterauslass im Aquarium
Aquarium mit Ein- und Ausläufen aus Edelstahl. Diese sorgen für eine klare, moderne Optik im Aquascape und sind besonders pflegeleicht, da man keine Verschmutzungen sehen kann.

PETG – hohe Flexibilität durch modulare Systeme

Ein- und Ausläufe aus PETG, wie die von Aquario gehen einen etwas anderen Weg. Hier stehen weniger klassische feste Bauformen im Vordergrund, sondern modulare Lösungen.

Ein- und Ausläufe aus PETG gibt es mit:

  • austauschbaren Aufsätzen
  • schwenkbaren Auslassdüsen
  • integrierten Oberflächenskimmern
  • integrierten CO2-Diffusoren
Verschiedene Aufsätze des Aquario-Filtersets für Filterauslass
Für die In- und Outflow-Systeme aus PETG gibt es viele verschiedene Aufsätze. Hier z.B. eine Spin-Pipe, die man zusätzlich noch durch die Seitenteile regulieren kann.

Gerade diese Modularität ist ein großer Vorteil gegenüber Glas. Die Strömung kann nachträglich angepasst werden, ohne dass ein komplett neues Rohr benötigt wird.

Integrierte Lösungen: Skimmer & Diffusor

Unabhängig vom Material gibt es inzwischen kombinierte Systeme, bei denen Skimmer und CO2-Diffusor bereits direkt integriert sind. Dadurch wird eine Kahmhaut effektiv vermieden und ein integrierter CO2-Diffusor spart zusätzliche Technik im Aquascape.

Wie wichtig CO₂ für gesundes Pflanzenwachstum ist und worauf man dabei achten sollte, erkläre ich ausführlich in meinem Beitrag über CO₂ im Aquarium.

Solche Lösungen sorgen für ein aufgeräumtes Erscheinungsbild, da weniger Einzelkomponenten im Aquarium sichtbar sind. Gerade in minimalistischen Aquascapes entsteht dadurch eine deutlich ruhigere Gesamtwirkung.

Während das Material vor allem Optik, Robustheit und Pflege beeinflusst, bestimmt die Bauform maßgeblich den Wasserfluss und die Strömung im Aquarium.

  • Glas bietet die größte Auswahl an spezialisierten Strömungsformen, ist jedoch nicht verstellbar.
  • Edelstahl ist robust und teilweise schwenkbar, aber meist in der Form des Auslaufs eingeschränkt.
  • PETG ist sehr flexibel und lässt sich individuell anpassen und optimieren

Wer sein Aquascape technisch fein abstimmen möchte, sollte daher nicht nur das Material, sondern auch die Bauform bewusst auswählen.

Lohnt sich ein Upgrade von Kunststoff?

Ein Upgrade lohnt sich vor allem dann, wenn das Aquarium sichtbar im Wohnraum steht und als gestalterisches Element wahrgenommen wird. Glas oder Edelstahl können das Gesamtbild deutlich harmonischer wirken lassen und stellen meist ein enormes Upgrade dar.

Fazit: Welche Lösung ist die beste fürs Aquascape?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn die richtige Wahl hängt stark von deinem Anspruch und deinem Layout ab.

  • Kunststoff ist funktional, robust und kostengünstig.
  • Glas bietet maximale Ästhetik, ist allerdings am pflegeintensivsten
  • Edelstahl kombiniert Langlebigkeit mit moderner Optik.
  • PETG ist die ideale Lösung für alle, die die Glasoptik schätzen, aber auf maximale Bruchsicherheit setzen möchten.

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Häufige Fragen und Antworten zur Wahl des richtigen Filter Ein- und -Auslasses

Glas Lily Pipes sollten in stark beleuchteten Pflanzenaquarien etwa alle zwei bis drei Wochen gereinigt werden. Durch die Lichtdurchlässigkeit bilden sich schneller Algen und Ablagerungen, die optisch deutlich sichtbar sind.

Hochwertiger Edelstahl für Süßwasseraquarien ist rostfrei und sehr langlebig.

Glas wirkt im Aquarium nahezu unsichtbar und passt besonders gut zu minimalistischen Aquascapes. Edelstahl hingegen ist robuster, pflegeleichter und langlebiger. Welche Variante besser ist, hängt daher vor allem vom Anspruch an Optik und Wartungsaufwand ab.

PETG bietet eine sehr ähnliche Optik wie Glas, ist jedoch deutlich bruchsicherer. Dadurch eignet es sich besonders für Aquascaper, die Wert auf Transparenz legen, aber kein Risiko für Glasbruch eingehen möchten.

Ein Upgrade lohnt sich vor allem bei offenen Aquarien oder Showbecken, bei denen die Technik sichtbar ist. Funktional sind Kunststofflösungen ausreichend, optisch wirken In- und Outflows aus Glas oder Edelstahl jedoch deutlich edler.

Pflegeleichtes und üppig bepflanztes Aquascape für Anfänger

Ein wunderschönes und kostengünstiges Aquascape ohne CO2 einrichten und pflegen? So funktioniert’s!

Bepflanztes Aquascape ohne CO2 mit Zierfischen und einfachen Wasserpflanzen in einem Standardaquarium
So sah das Low-Tech Aquascape ohne CO2 nach 6 Wochen Standzeit aus.

Kennst du diese wunderschön eingerichteten und bepflanzten Aquarien, die in der Aquaristik als Aquascape bekannt sind? Im Gegensatz zum klassischen Gesellschaftsaquarium wird bei einem Aquascape besonders viel Wert auf eine schöne Bepflanzung, gesunde Aquarienpflanzen, die perfekte Anordnung von Hardscape und ein harmonisches Gesamtbild gelegt. Es stehen weniger die Tiere im Vordergrund, sondern mehr das Gesamtbild des Aquariums.

Und meistens sind diese Aquarien auch sehr pflegeintensiv und benötigen eine Menge an hochwertiger, teurer Technik. Aber geht das eigentlich auch in günstig? Mit einem ganz normalen Standard-Aquarium, wie man es im Baumarkt oder in der Zoofachhandlung als Komplettset erhält?

Ich habe es selbst ausprobiert und zeige dir hier, wie du aus einem Aquarium-Einsteigerset ein tolles und günstiges Aquascape ohne CO2 mit minimalem Pflegeaufwand einrichten kannst, ganz ohne teure Technik!

Möchtest du ein pflegeleichtes Aquascape für Anfänger einrichten, das schön und günstig ist und ohne viel Technik auskommt? In diesem Schritt für Schritt Video siehst du genau, wie ich dieses Aquarium komplett eingerichtet habe.

Vor der Neueinrichtung

Damit du siehst, was alles möglich ist, hier einmal ein Foto des Beckens vor der Umgestaltung. Das Becken wurde zuvor nicht von mir gepflegt und lief einfach so vor sich hin – sah dann auch ziemlich lieblos aus das Ganze.

Ich hab mir dann anschließend die Erlaubnis eingeholt es umzugestalten. Der Plan war: Es soll ein relativ stark bepflanztes, aber pflegeleichtes Aquarium werden – und das mit so wenig Technik wie möglich.

Eingerichtetes Aquarien-Komplettset mit einfachen Hintergrundpflanzen und Fischen
Das Becken vor der Umgestaltung war wirklich nicht schön anzuschauen.

Das Aquarium und die passende Technik

Beim Aquarium handelt es sich um ein 80 x 35 x 45 cm Aquarium mit einem Fassungsvermögen von 126 L. Es wurde damals als Komplettset beim Hornbach gekauft inklusive Eheim Aquaball Innenfilter, einem passendem Regelheizer und einer Eheim Classic LED Beleuchtung.

Den größten Teil des Setups wollte ich weiterverwenden, also entschied ich mich, nur die Beleuchtung gegen die JBL LED Solar Natur mit 37 Watt und 3.800 Lumen auszutauschen. Die zuvor verwende Eheim Classic LED hatte nur 1.085 Lumen. Für ein gesundes und schönes Pflanzenwachstum war mir das etwas zu wenig Leistung. Die JBL habe ich gebraucht, günstig auf Kleinanzeigen gefunden, aber auch neu ist sie nicht besonders teuer und für eine preisgünstige Aquarien-LED hat sie auf jeden Fall auch genug Leistung für optimales Pflanzenwachstum.

Da ich aufgrund des Standorts keinen Außenfilter verwenden kann, habe ich das Becken mit dem bereits vorhandenen Eheim Aquaball betrieben. Der grüne Innenfilter gefällt mir allerdings so gar nicht und ich glaube da muss ich mich noch nach einer Alternative umschauen 😄 von der Leistung reicht er aber aus.

Normale Schwämme und Filterwatte kamen als Filtermedien zum Einsatz. Wenn du genauer wissen willst, welche Aquarienfilter und Filtermedien sich besonders eignen, habe ich dazu einen eigenen Leitfaden geschrieben.

Ein Heizer verwende ich aktuell nicht, da die Zimmertemperatur im Sommer für meinen Tierbesatz vollkommen ausreichend ist. In den Wintermonaten werde ich ihn aber wohl wieder einsetzen müssen.

Also, alles sauber gemacht und los ging der Spaß.

Das Aquarium einrichten – Bodengrundaufbau, Wurzeln und Steine

Lavagranulat und Aquariensoil – das wichtigste Grundgerüst für gesunde Aquarienpflanzen

Mit das Wichtigste in einem Aquarium, wenn es später stark bepflanzt werden soll ist der richtige Bodengrundaufbau. Da ich keine CO2-Anlage verwende, aber dennoch ein schönes Pflanzenwachstum haben möchte, benutze ich hier aktiven Soil-Bodengrund (was üblicherweise bei Aquascapes verwendet wird). Soil-Substrate enthalten wichtige Nährstoffe für die Pflanzen, stabilisieren den pH-Wert und machen das Wasser leicht sauer, was außerdem für die meisten Pflanzen und Fische aus tropischen Gebieten von Vorteil ist.

Soil waschen?

Soil sollte vorher niemals gewaschen werden, wie man es vielleicht von anderen Bodengründen wie Kies oder Sand kennt, da er sich sonst auflöst und die Nährstoffe verloren gehen. Zudem macht es einen ziemlichen Dreck da Soil im Grunde nur gebrannte Erde ist.

Bevor ich den Soil-Bodengrund ins Aquarium schütte, verwende ich allerdings noch eine Schicht aus Lavagranulat. Dadurch findet eine bessere Wasserdurchflutung im Bodengrund statt, es können höhere Hardscape-Aufbauten realisiert werden und man muss dadurch nicht so viel teures Soil verschwenden. 😉

Bodengrundaufbau im Aquarium aus Lavagranulat und darüber einer Schicht Soil
Optimaler Bodengrundaufbau aus Lavagranulat und Soil.

Versteinertes Holz und rote Moorwurzeln

Der Hardscape-Aufbau besteht aus versteinertem Holz und roten Moorwurzeln. Insgesamt habe ich ca. 10 kg an versteinertem Holz, sowie 2 Sets der Moorwurzeln (Set S + Set M) verwendet. Das hat ziemlich gut gereicht und ich habe sogar noch eine größere Wurzel übrig. Ich würde dir auch empfehlen, immer etwas mehr zu bestellen, damit du beim Gestaltungsprozess nicht so eingeschränkt bist und genug Auswahl hast. Am besten probierst du dann ein paar unterschiedliche Layouts aus und entscheidest dich dann ganz in Ruhe für eins. Das Holz und die Steine habe ich von Garnelen Guemmer erhalten. Du findest im Shop von Garnelen Guemmer eine große Auswahl an Wurzel-Hardscape.

Da das Holz sehr leicht ist und ohne Befestigung später beim Befüllen mit Wasser aufschwimmen würde, ist es wichtig, das Holz gut zu verkleben oder zu beschweren. Eine sehr gute Methode ist hier das Verkleben mit Watte oder auch mit Zigarettenfilter. Dazu verwende ich etwas , die ich zu einer kleinen Kugel forme und dann zwischen das zu verklebende Hardscape stecke. Anschließend wird der Watteball mit einem flüssigen Sekundenkleber getränkt. Der Kleber trocknet sehr schnell und das Hardscape hält super zusammen. Somit muss man sich keine Sorgen um aufschwimmendes Holz machen.

Wichtig ist hierbei nur, dass es Sekundenkleber auf Cyanacrylatbasis ist, da dieser für die Aquarienbewohner unschädlich ist. Ich verwende zum Verkleben von Hardscape seit Jahren folgenden Sekundenkleber, den es in verschiedenen Ausführungen gibt und der für verschiedene Zwecke geeignet ist.

Die Vergleichstabelle konnte nicht ausgegeben werden.
Fertiger Hardscape Aufbau im Aquascape mit versteinertem Holz und roten Moorwurzeln
Das finale Hardscape kurz vor dem Bepflanzen – es wurde mit Sekundenkleber und Watte verklebt.

Die Wahl der richtigen Pflanzen für dein Aquarium

Nicht alle Pflanzen sind leicht zu halten. Manche benötigen mehr Licht, manche kommen mit weniger zurecht. Viele benötigen eine zusätzlich CO2-Versorgung, aber es gibt auch einige, die auch ohne eine CO2-Zugabe gut wachsen. Mach dir deshalb am besten davor schon ein paar Gedanken, welche Pflanzen du für dein Aquarium verwenden möchtest.

Geöffneter Becher einer invitro-Aquarienpflanze im Aquascape
Pflanzen aus inVitro-Kultur sind frei von Schnecken, Algen und Pestiziden.

Einfache und pflegeleichte Aquarienpflanzen aus in Vitro-Kultur

Neben Topf- bzw. Bundpflanzen gibt es auch inVitro-Pflanzen, die ich auch verwendet habe. Das sind Pflanzen die unter sterilen Bedingungen vermehrt werden und somit frei von Schnecken, Algen und Pestiziden sind. Wenn du also keine unerwünschten Schnecken im Aquarium haben möchtest (auch wenn diese sehr nützlich sind 😅), sind Pflanzen aus inVitro-Kultur die beste Wahl.

Diese kann man übrigens auch super für ein Wabi-Kusa im Glasgefäß verwenden. 😉

Ein Aquascape ohne CO2-Zugabe

Da ich dieses Becken als Low-Tech Aquascape ohne CO2 betreibe, habe ich mich gegen eine CO2-Anlage und auch gegen ein extrem starkes Licht entschieden. Welche Vor- und Nachteile eine CO₂-Anlage im Aquarium bringt, habe ich hier ausführlich beschrieben.

Es sollte so einfach wie möglich zu halten sein. Deshalb habe ich nur Aquarienpflanzen verwendet, die mit weniger Licht zurechtkommen und auch ohne CO2 gut wachsen können. Bei Garnelen Guemmer kannst du Aquarienpflanzen nach Schwierigkeitsgrad filtern und dir so nur einfache und pflegeleichte Wasserpflanzen anzeigen lassen und aussuchen.

Töpfe von Invitro-Aquarienpflanzen im Aquarium und auf dem Hardscape angeordnet
Um einen ersten Überblick zu bekommen wie das Aquarium später bepflanzt werden soll, habe ich die einzelnen Töpfe vor dem finalen Bepflanzen im Becken angeordnet.

InVitro-Pflanzen werden in einem Nährgel oder ein Nährstoffflüssigkeit kultiviert, das vor dem Bepflanzen kurz unter fließendem Wasser abgespült werden sollte. Anschließend habe ich die Pflanzen in kleinere Portionen geteilt um eine größere Fläche bepflanzen zu können. Für das Pflanzen machst du den Bodengrund am besten etwas feucht und verwendest eine kleine Pinzette, da es doch eine sehr filigrane Arbeit sein kann. Das macht das Bepflanzen um einiges einfacher.

Die Wochen danach und die ersten Probleme

Hilfe, ich habe weißen Glibber auf meinen Wurzeln!

Oftmals entsteht kurze Zeit nach dem Einsetzen und dem ersten Kontakt mit Wasser ein weißlicher, glibberartiger Schleim auf den Wurzeln. Dieser Schleim ist bei neuen Wurzeln ganz normal, kann stärker oder schwächer auftreten (abhängig von der Wurzel) und nennt sich Bakterienrasen. Ein Bakterienrasen tritt vor allem auf organischem Material auf, da die Bakterien dort am meisten Nahrung finden. In der Einfahrphase eines Aquariums verschwindet er von selbst wieder, sobald sich das Aquarium stabilisiert hat. Für die Beckenbewohner ist er vollkommen harmlos und Schnecken oder Garnelen mögen diesen Schleim sogar ganz gerne. 🙂

Wenn du einen Bakterienrasen auf den Wurzeln im Aquarium entdeckst und er dich sehr stört, kannst du ihn kurzzeitig entfernen, indem du mit einem Schwamm oder einen alten Zahnbürste vom Holz schrubbst oder ihn während dem Wasserwechsel mit dem Schlauch absaugst. Der Bakterienrasen kommt allerdings so oft wieder, bis die Nährstoffe alle verwertet sind. Deshalb kannst du diesen Prozess auch ohne Probleme einfach abwarten.

Bakterienrasen auf einer Wurzel im Aquarium
Ein Bakterienrasen in der Einfahrphase kommt bei Wurzeln häufig vor und verschwindet meist von selbst.

Das Wasser im Aquarium ist trüb!

Zudem kann bei neuen Aquarien das Wasser in den ersten Wochen nach der Einrichtung anfangen, sehr trüb zu werden. Ist das Wasser milchig handelt es sich um eine Bakterienblüte. Diese entsteht vor allem dann, wenn das Gleichgewicht im Aquarium noch nicht stabil genug ist. Entstehen kann eine Bakterienblüte in der Einfahrphase durch das Animpfen mit zu vielen Bakterien, durch Ansammlungen organischer Materialien oder durch einen Nährstoffüberschuss im Aquarium. Die Bakterien steigen an und sammeln sich im Freiwasser, wodurch das milchig, trübe Wasser entsteht.

Wenn die Bakterienblüte nicht zu stark ist und Faktoren wie ein ausreichend großer Filter, ein nicht zu warmes Wasser (Bakterien vermehren sich bei Wärme schneller) und keine organischen Reste vorhanden sind, verschwindet die Bakterienblüte in der Einfahrphase üblicherweise von selbst wieder. Durch häufige Wasserwechsel kann man die Bakteriendichte im Wasser außerdem reduzieren. Sollten bereits Tiere im Becken sein, ist es wichtig auf eine ausreichende Sauerstoffversorgung zu achten, da bei einer Bakterienblüte oft ein Sauerstoffmangel herrscht.

Neu eingerichtetes Aquascape hat eine Bakterienblüte und trübes, milchiges Wasser
Auch eine Bakterienblüte in den ersten Wochen nach dem Einrichten kann auftreten und zeigt an, dass sich das Gleichgewicht im Aquarium noch nicht richtig stabilisiert hat.

Und dann auch noch die ersten Algen

Mit großer Wahrscheinlichkeit wirst du relativ schnell die ersten Algenphasen in deinem Aquarium entdecken. Diese sind in neu eingerichteten Aquarien nicht selten und noch kein Grund zur Sorge, da sie meistens ganz von alleine wieder verschwinden, sobald sich das ganze Ökosystem eingependelt hat und die Pflanzen zu wachsen beginnen.

Um einem übermäßigen Algenwachstum entgegen zu wirken helfen viele Pflanzen zu Beginn besonders gut, da sie als Konkurrent zu den Algen stehen. Sehr nützlich sind hier vor allem schnellwachsende Stängelpflanzen. 🙂

Wöchentliche Pflege, Düngung und Beleuchtungsdauer des Low-Budget Aquariums

Das Aquarium wird alle 1-2 Wochen gedüngt, je nach dem, wie viel Zeit oder Lust ich für den Wasserwechsel habe. Gewechselt wird ca. 30 % vom Wasser. Ich verwende reines Leitungswasser ohne irgendwelche Zusätze oder Wasseraufbereiter. Nach dem Wasserwechsel wird mit Flüssigdüngern von MasterLine gedüngt. Ich dünge also nur alle 1-2 Wochen und nicht täglich. Um die Pflanzen optimal mit allen essentiellen Nährstoffen zu versorgen benutze ich für die Mikronährstoffe den MasterLine I (12 ml), für die Makronährstoffe den MasterLine II (22 ml) und als Kohlenstoffquelle den MasterLine Carbo (10 ml).

Die Vergleichstabelle konnte nicht ausgegeben werden.

Beleuchtet wird das Aquarium für 7 Stunden täglich und ca. alle 4 Wochen gibt es einen kleinen Rückschnitt der Stängelpflanzen.

Noch ein paar abschließende Worte und Tipps zum erfolgreichen Start deines (ersten) Low-Tech Aquascapes!

Jedes Aquarium ist anders und nicht jedes Aquarium kann gleich betrieben werden oder hat den gleichen Pflegeaufwand. Bei manchen treten mehr Probleme auf, bei anderen weniger und das Aquarium läuft quasi problemlos. Besonders beim Einstieg in die Aquaristik kann die Flut an Informationen, die man im Internet so findet oftmals erschlagend wirken. Ließ dich ein wenig ein, überlege nicht zu viel und fang einfach an. Geh dennoch überlegt an die Sache ran, besonders wenn Tiere im Spiel sind.

Fang mit einem kleinen Aquascape ohne CO2 oder viel Technik an und überstürze nichts. Solang keine Lebewesen im Becken sind, kann auch nicht viel schief gehen. Probleme wie z.B. Algen, ein Bakterienrasen, eine Bakterienblüte und auch noch viele mehr sind, wie du siehst, ganz normal und sie treten in jedem Becken auf. Ganz egal, wie schön die Aquarien sind, die man im Internet so sieht. Und so wie überall, ist auch in der Aquaristik oft weniger mehr. 😉

Wenn du dich noch fragst, welches Aquarium du dir anschaffen solltest: im Beitrag Floatglas vs. Weißglas Aquarium erkläre ich die Unterschiede und worauf es wirklich ankommt.

Das Hardscape (Steine und Wurzeln), sowie die Pflanzen wurden mir von Garnelen Guemmer bereitgestellt. Wenn du sowieso vorhast Aquarienzubehör zu bestellen, dann schau dort gerne mal vorbei. Alle Produktlinks in diesem Beitrag sind Affiliate-Links. Mit einem Klick auf diese Links wirst du direkt zum jeweiligen Shop weitergeleitet. Bei Garnelen Guemmer findest du alles, was du für die Aquaristik und das Aquascaping brauchst. Mit einem Kauf über einen Affiliate-Link kannst du mich kostenlos bei meinen weiteren Projekten unterstützen. Dir entstehen dabei keine Mehrkosten. 🙂

💬 Austausch & Fragen:

Wenn du Fragen zu diesem Thema hast oder deine Erfahrungen teilen möchtest, schau gern in meiner Facebook-Community vorbei. Dort tauschen sich Aquaristik-Begeisterte aus und helfen sich gegenseitig weiter.

Hinweis: In diesem Artikel befinden sich Affiliate-Links. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalte ich eine kleine Provision – für dich bleibt der Preis gleich. Vielen Dank für deine Unterstützung!

Fragen und Antworten

Besonders einfache Aquarienpflanzen die auch ohne eine extra CO2-Versorgung gut wachsen sind Arten wie Rotala, Ludwigia, Anubias oder auch verschiedene Farne und Moose.

Du kannst statt Soil auch Kies oder Sand verwenden, allerdings würde ich für ein gesundes Wachstum der Aquarienpflanzen immer Soil empfehlen. Besonders wenn das Aquarium ohne eine CO2-Anlage betrieben wird, sollten ihnen wenigstens Nährstoffe in Form von einem nährstoffhaltigen Bodengrund oder Flüssigdünger zur Verfügung stehen.

Die Pflegeroutine eines Aqauriums kann nicht pauschalisiert werden, da jedes Aquarium anders ist. Ich empfehle dir aber alle 1-2 Wochen mindestens ca. 25% des Wassers zu tauschen (bei Algenproblemen auch mehr) und die Pflanzen nach einem Wasserwechsel mit Nährstoffen zu versorgen z.B. mit Flüssigdüngern für die Makro- und Mikronährstoffe.