Filtereinlass & Filterauslass im Aquascape: Glas, Edelstahl oder Kunststoff – was ist die beste Wahl?

Detailaufnahme eines Lily Pipe Spin Outflows aus Glas

In der Aquaristik, besonders im Aquascaping, spielen Filtereinlass und Filterauslass nicht nur funktional, sondern auch optisch eine wichtige Rolle. Während viele Außenfilter standardmäßig mit unschönen grünen oder schwarzen Kunststoffrohren ausgeliefert werden, greifen Aquascaper häufig zu eleganteren Lösungen aus Glas oder Edelstahl. Gerade bei offenen Aquarien oder minimalistischen Layouts, bei denen der Fokus auf Pflanzen und Tieren liegt, sollen Technikkomponente möglichst unauffällig wirken und das Gesamtbild nicht stören. Deshalb erfreuen sich hochwertige In- und Outflows aus Glas oder Edelstahl großer Beliebtheit.

Doch welche Variante ist die richtige für dein Aquarium? Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile? Welche Lösung ist pflegeleichter und lohnt sich ein Upgrade auf Glas oder Edelstahl überhaupt?

In diesem Beitrag schauen wir uns die unterschiedlichen Varianten etwas genauer an, um dir bei der Entscheidung für dein Aquascape oder Aquarium zu helfen.

Standard Ein- und Auslässe aus schwarzem oder grünem Kunststoff

Außenfilter werden immer mit schwarzen oder grünen Kunststoff In- und Outflows ausgeliefert. Diese erfüllen ihren Zweck sehr zuverlässig, sind robust, pflegeleicht und technisch absolut ausreichend. Allerdings haben sie ein Problem: Sie sind unglaublich hässlich 😅

Sofern man ein Aquarium hat, welches eine Abdeckung besitzt und man Kunststoff Ein- und Auslass gut mit Pflanzen oder Hardscape verstecken kann, ist es kein Problem diese Standardlösung zu verwenden. Auch in Kombination mit z.B. einer schwarzen Rückwand, sind schwarze Kunststoff Ein- und Ausläufe sehr unauffällig. Wenn dich außerdem interessiert, welche Filtermedien im Außenfilter wirklich sinnvoll sind, findest du hier einen ausführlichen Beitrag dazu.

Verschiedene Ansaugschutz-Varianten für Aquarienfilter aus Edelstahl und Kunststoff
Ein- und Ausläufe für Außenfilter gibt es aus Glas, Edelstahl und Kunststoff – doch was sind die Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten?

Vorteile von Kunststoff

Kunststofflösungen sind robust, günstig und unkompliziert. Da sie bereits im Lieferumfang enthalten sind, entstehen keine zusätzlichen Kosten. Zudem sind sie nahezu unzerbrechlich und lassen sich problemlos reinigen.

Nachteile von Kunststoff

In einem Aquascape oder offenen Aquarien ist Kunststoff, vor allem in schwarz oder grün einfach nicht schön. Besonders grüne Rohre fallen optisch stark auf und können die Gesamtwirkung eines durchgestalteten Layouts stören und vom eigentlichen Aquarium stark ablenken.

Lily Pipes aus Glas – Ästhetik auf höchstem Niveau

Wer sich intensiver mit dem Aquascaping beschäftigt, stößt früher oder später auf sogenannte Lily Pipes aus Glas. Sie gelten als Inbegriff minimalistischer Technik und sind besonders in hochwertigen Layouts weit verbreitet.

Bekannt wurden sie vor allem durch die japanische Marke ADA, die das Konzept des Nature-Aquarium maßgeblich geprägt hat.

Glas Filtereinlass und Filterauslass im Naturaquarium

Vorteile von Glas Lily-Pipes

Der größte Vorteil von Glas besteht darin, dass es im Aquarium so gut wie unsichtbar ist. Es verschmilzt optisch nahezu vollständig mit dem Wasser. Dadurch lenkt es nicht vom Layout ab und das Aquarium wirkt aufgeräumter und ruhiger. Gerade in offenen Becken oder schön gestalteten Schaubecken spielt das eine große Rolle.

Nachteile von Glas

Der größte Nachteil ist die Empfindlichkeit. Glas kann beim Reinigen oder Herausnehmen leicht brechen. Zudem sind Ablagerungen durch Algen und Mulm sofort sichtbar, weshalb eine regelmäßige Reinigung notwendig ist. Da Glas lichtdurchlässig ist, kommt es bei Glas Lily-Pipes viel schneller zu einer Algenbildung. Glas ist daher sehr pflegeintensiv und muss alle 2-3 Wochen gereinigt werden, um die schöne Optik zu erhalten.

Edelstahl Filteraus- und Einlässe – modern und sehr pflegeleicht

Edelstahl In- und Outflows sind in den letzten Jahren immer populärer geworden. Sie kombinieren eine hochwertige Optik mit hoher Alltagstauglichkeit und sprechen besonders Aquascaper an, die eine langlebige Lösung suchen und nicht alle paar Wochen mit der Schlauchbürste durch die Einläufe und Ausläufe gehen wollen 😄

Im Gegensatz zu Glas sind sie zwar nicht unauffäuig, aber durch den industriellen Look trotzdem modern.

Offenes Aquascape mit In- und Outflows aus Edelstahl

Vorteile von Edelstahl

Hochwertiger Edelstahl für Aquarien ist rostfrei im Süßwasser und extrem langlebig. Es besteht kein Bruchrisiko, und die Reinigung ist unkompliziert. Ablagerungen sind nicht sichtbar wie bei Glas und da kein Licht durchdringt, gibt es auch keine Algenbildung.

Nachteile von Edelstahl

Edelstahl ist deutlich sichtbarer im Aquarium. In sehr minimalistischen Layouts kann er daher sehr präsent wirken. Allerdings werden wahrscheinlich die wenigsten solch minimalistische Layouts haben 😉

PETG – Die bruchsichere Alternative mit Glasoptik

Neben Glas und Edelstahl kam in den letzten Jahren eine weitere interessante Variante auf den Markt: Ein- und Auslässe aus PETG. Dieses Material wird häufig als moderne Alternative zu Glas eingesetzt, da es optisch sehr ähnlich wirkt, jedoch deutlich robuster ist.

Modularer PETG Filterauslass von Aquario mit austauschbaren Aufsätzen
Aquario Neo Flow mit integriertem Skimmer im Outflow.

Besonders bekannt geworden sind PETG-Systeme durch den Hersteller Aquario mit seiner „Neo Flow“-Serie. Diese Produkte richten sich gezielt an Aquascaper, die die elegante, transparente Optik von Glas bevorzugen, aber auf das Bruchrisiko verzichten möchten.

Warum PETG immer beliebter wird

PETG ist ein transparenter, technischer Kunststoff mit hoher Schlagfestigkeit. Im Aquarium wirkt das Material nahezu wie Glas – insbesondere im gefüllten Zustand ist der Unterschied für das Auge kaum wahrnehmbar. Gleichzeitig ist PETG deutlich widerstandsfähiger gegenüber Stößen und alltäglichem Handling. Man kann dieses Ein- und Auslässe sogar regelrecht biegen, so zeigt es Aquario sogar selbst und ich habe es selbst mit meinen Eigenen getestet. Kaputtmachen kann man diese Ein- und Auslässe bei normaler und auch etwas groberer Handhabung eigentlich nicht

Vorteile von PETG

Im Vergleich zu Glas ist PETG erheblich bruchsicherer und somit alltagstauglicher. Es ist sehr leicht und sehr unempfindlich beim Ein- und Ausbau. Die transparente Optik sorgt für eine dezente Integration in das Aquascape.

PETG Filterrohr von Aquario wird gebogen zur Demonstration der Stabilität
Demonstration der Stabilität des PETG Filterrohrs. Das Material lässt sich biegen, ohne zu brechen, und ist im Vergleich zu Glas daher sehr stabil.

Nachteile von PETG

Trotz der hohen Stabilität ist PETG kratzanfälliger als Glas. Bei unsachgemäßer Reinigung, kann das Material empfindlich reagieren. Außerdem wirkt PETG bei sehr genauer Betrachtung minimal weniger hochwertig als echtes Glas, auch wenn der Unterschied im laufenden Aquarium meist kaum auffällt.

Bauformen & unterschiedliche Varianten

Oft wird bei Filter Ein- und -Auslässen nur über das Material gesprochen. In der Praxis ist jedoch die Bauform mindestens genauso entscheidend wie Glas, Edelstahl oder PETG. Unterschiedliche Formen beeinflussen nicht nur die Strömung, sondern auch Oberflächenbewegung, CO₂-Verteilung und Wartungskomfort.

Glas – viele verschiedene Varianten, aber nicht verstellbar

Glas-Lily-Pipes sind in besonders vielen Varianten erhältlich. Jede Bauform erfüllt einen leicht anderen Zweck im Aquarium. Bekannt geworden sind sie vor allem durch ADA, die verschiedene Designs etabliert haben.

Typische Varianten sind:

  • Standard Lily Pipe – erzeugt eine sanfte Kreisströmung mit moderater Oberflächenbewegung
  • Lily Pipe Spin – besitzt eine runde Form und sorgt daher für besonders sanfte, gleichmäßige Strömung
  • Jet Pipe – punktuelle, etwas stärkere Wasserströmung
  • Bubble Pipe – verstärkt gezielt die Oberflächenbewegung und verbessert den Gasaustausch
Kleines Nano-Aquascape mit runder Glas Spin Pipe

Da die Ausrichtung konstruktionsbedingt fix ist, können die Rohre können nicht geschwenkt oder nachträglich angepasst werden. Die Strömungsrichtung ist daher stark von der Positionierung im Becken und der Wahl der Bauform abhängig.

Edelstahl – meist starr, aber teilweise schwenkbar

Bei Modellen aus Edelstahl gibt es im Vergleich zu Glas wenig Auswahl. Viele Modelle sind klassisch starr aufgebaut und zeigen in eine feste Richtung. Allerdings gibt es inzwischen auch Sets mit schwenkbaren Auslässen. Dadurch kann die Strömungsrichtung nachträglich angepasst werden, ohne das gesamte Rohr neu auszurichten.

Edelstahl Filtereinlass und Filterauslass im Aquarium
Aquarium mit Ein- und Ausläufen aus Edelstahl. Diese sorgen für eine klare, moderne Optik im Aquascape und sind besonders pflegeleicht, da man keine Verschmutzungen sehen kann.

PETG – hohe Flexibilität durch modulare Systeme

Ein- und Ausläufe aus PETG, wie die von Aquario gehen einen etwas anderen Weg. Hier stehen weniger klassische feste Bauformen im Vordergrund, sondern modulare Lösungen.

Ein- und Ausläufe aus PETG gibt es mit:

  • austauschbaren Aufsätzen
  • schwenkbaren Auslassdüsen
  • integrierten Oberflächenskimmern
  • integrierten CO2-Diffusoren
Verschiedene Aufsätze des Aquario-Filtersets für Filterauslass
Für die In- und Outflow-Systeme aus PETG gibt es viele verschiedene Aufsätze. Hier z.B. eine Spin-Pipe, die man zusätzlich noch durch die Seitenteile regulieren kann.

Gerade diese Modularität ist ein großer Vorteil gegenüber Glas. Die Strömung kann nachträglich angepasst werden, ohne dass ein komplett neues Rohr benötigt wird.

Integrierte Lösungen: Skimmer & Diffusor

Unabhängig vom Material gibt es inzwischen kombinierte Systeme, bei denen Skimmer und CO2-Diffusor bereits direkt integriert sind. Dadurch wird eine Kahmhaut effektiv vermieden und ein integrierter CO2-Diffusor spart zusätzliche Technik im Aquascape.

Wie wichtig CO₂ für gesundes Pflanzenwachstum ist und worauf man dabei achten sollte, erkläre ich ausführlich in meinem Beitrag über CO₂ im Aquarium.

Solche Lösungen sorgen für ein aufgeräumtes Erscheinungsbild, da weniger Einzelkomponenten im Aquarium sichtbar sind. Gerade in minimalistischen Aquascapes entsteht dadurch eine deutlich ruhigere Gesamtwirkung.

Während das Material vor allem Optik, Robustheit und Pflege beeinflusst, bestimmt die Bauform maßgeblich den Wasserfluss und die Strömung im Aquarium.

  • Glas bietet die größte Auswahl an spezialisierten Strömungsformen, ist jedoch nicht verstellbar.
  • Edelstahl ist robust und teilweise schwenkbar, aber meist in der Form des Auslaufs eingeschränkt.
  • PETG ist sehr flexibel und lässt sich individuell anpassen und optimieren

Wer sein Aquascape technisch fein abstimmen möchte, sollte daher nicht nur das Material, sondern auch die Bauform bewusst auswählen.

Lohnt sich ein Upgrade von Kunststoff?

Ein Upgrade lohnt sich vor allem dann, wenn das Aquarium sichtbar im Wohnraum steht und als gestalterisches Element wahrgenommen wird. Glas oder Edelstahl können das Gesamtbild deutlich harmonischer wirken lassen und stellen meist ein enormes Upgrade dar.

Fazit: Welche Lösung ist die beste fürs Aquascape?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn die richtige Wahl hängt stark von deinem Anspruch und deinem Layout ab.

  • Kunststoff ist funktional, robust und kostengünstig.
  • Glas bietet maximale Ästhetik, ist allerdings am pflegeintensivsten
  • Edelstahl kombiniert Langlebigkeit mit moderner Optik.
  • PETG ist die ideale Lösung für alle, die die Glasoptik schätzen, aber auf maximale Bruchsicherheit setzen möchten.

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Häufige Fragen und Antworten zur Wahl des richtigen Filter Ein- und -Auslasses

Glas Lily Pipes sollten in stark beleuchteten Pflanzenaquarien etwa alle zwei bis drei Wochen gereinigt werden. Durch die Lichtdurchlässigkeit bilden sich schneller Algen und Ablagerungen, die optisch deutlich sichtbar sind.

Hochwertiger Edelstahl für Süßwasseraquarien ist rostfrei und sehr langlebig.

Glas wirkt im Aquarium nahezu unsichtbar und passt besonders gut zu minimalistischen Aquascapes. Edelstahl hingegen ist robuster, pflegeleichter und langlebiger. Welche Variante besser ist, hängt daher vor allem vom Anspruch an Optik und Wartungsaufwand ab.

PETG bietet eine sehr ähnliche Optik wie Glas, ist jedoch deutlich bruchsicherer. Dadurch eignet es sich besonders für Aquascaper, die Wert auf Transparenz legen, aber kein Risiko für Glasbruch eingehen möchten.

Ein Upgrade lohnt sich vor allem bei offenen Aquarien oder Showbecken, bei denen die Technik sichtbar ist. Funktional sind Kunststofflösungen ausreichend, optisch wirken In- und Outflows aus Glas oder Edelstahl jedoch deutlich edler.

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