Ab wann ist der richtige Zeitpunkt für CO₂- und Flüssigdüngung im neuen Aquarium? Direkt ab dem ersten Tag oder erst später, wenn die Pflanzen richtig wachsen?
Wann der richtige Zeitpunkt zum Düngen von Aquarienpflanzen ist, hängt oft von der Wachstumsform der Pflanzen und ihrem Zustand beim Erwerb ab. In diesem Beitrag erfährst du, wann der richtige Zeitpunkt für die Düngung ist, warum viele Aquarienpflanzen anfangs kaum Nährstoffe benötigen und wie du typische Fehler vermeidest.
Warum Aquarienpflanzen in der Einlaufphase anders wachsen
Die meisten Aquarienpflanzen, die man im Zoofachhandel kauft, werden über Wasser (emers) in Gärtnereien gezogen. Das hat praktische Gründe, denn dadurch wachsen sie schneller, sind robuster, nicht so pflegeintensiv und sind viel leichter zu transportieren.
Im Aquarium wachsen Pflanzen jedoch unter Wasser (submers) und genau hier beginnt das Problem: Die emersen Blätter sind nicht dauerhaft unter Wasser funktionsfähig und müssen sich erst auf ein Wachstum unter Wasser umstellen.
Was nach dem Einsetzen der Pflanzen ins Aquarium passiert:
emerse Blätter werden nach und nach abgestoßen
die Pflanze lebt zunächst von Reservestoffen
neue submerse Triebe müssen erst gebildet werden
der tatsächliche Nährstoffbedarf ist anfangs deutlich geringer
Bei Stängelpflanzen geht die Umstellung vom emers auf submersen Wuchs recht schnell und dauert meist 1 bis 3 Wochen. Andere Pflanzen, vor allem langsam wachsende Pflanzen wie Anubias, Bucephalandra oder Cryptocorynen, die zu den pflegeleichten Wasserpflanzen zählen, brauchen dafür deutlich länger.
Emers gezogene Aquarienpflanzen wie Ludwigia palustris müssen sich im Aquarium erst auf submersen Wuchs umstellen.
Ab wann sollte man mit Flüssigdünger im Aquarium beginnen?
Erhält man emerse Aquarienpflanzen, sollte nicht sofort zu Beginn gedüngt werden. Ich persönlich beginne mit einer Flüssigdüngung erst nach ca. 3 Wochen. Bei bereits umgestellten Aquarienpflanzen kann mit der Düngung ab Woche 1 begonnen werden. Pflanzen, die sich bereits auf ein submerses Wachstum umgestellt haben, haben meist schmalere Blätter als in ihrer Überwasserform.
In der Einlaufphase ist der Nährstoffverbrauch von Aquarienpflanzen häufig gering, weil:
Pflanzen sich erst an submersen Wuchs anpassen und umstellen müssen
noch wenig aktive Pflanzenmasse vorhanden ist, die Nährstoffe effektiv aufnehmen kann
das biologische Gleichgewicht im Aquarium noch instabil ist
Eine zu frühe oder zu hohe Düngung führt daher oft nicht zu besserem Pflanzenwuchs, sondern eher zu Algenproblemen.
Rotala Blood Red im Aquarium zeigt erste, neue Triebe und stellt sich auf ein Wachstum unter Wasser um.
Ab wann sollte mit der CO2-Düngung begonnen werden?
CO₂ sollte idealerweise von Anfang an eingesetzt werden, sofern eine CO2-Anlage vorhanden ist. Für den Start muss es dabei nicht direkt eine aufwendige Druckgasanlage sein. Eine einfache Mehrweg-CO₂-Anlage oder auch eine Bio-CO₂-Anlage kann zu Beginn bereits ausreichen. Denn selbst eine Bio-CO₂-Anlage ist immer noch besser als gar kein CO₂ und unterstützt die Pflanzen bei der Umstellung auf submersen Wuchs.
Warum?
CO₂ ist eine Grundvoraussetzung für die Photosynthese von Pflanzen
CO₂ unterstützt die Umstellung auf submersen Wuchs
CO₂ stabilisiert das Pflanzenwachstum frühzeitig
CO₂ hilft den Pflanzen also direkt beim Start, ohne Algen zu fördern. Vorausgesetzt, die CO₂-Versorgung im Aquarium ist korrekt eingestellt.
Edelstahl CO₂-Diffusor im Aquarium zur gleichmäßigen Versorgung der Pflanzen mit Kohlenstoff.
Der richtige Zeitpunkt für die Flüssigdüngung
In den ersten 1-2 Wochen:
sehr sparsam düngen, stark reduziert oder auch gar nicht (falls die Pflanzen noch in ihrer emersen Form sind)
Fokus eher auf Mikronährstoffe (Spurenelemente, Eisen)
Makronährstoffe (Nitrat, Phosphat) nur bei Bedarf
Ab dem Moment, in dem neue submerse Triebe sichtbar sind, die Pflanzen bereits ein gutes Wachstum zeigen oder erste Mangelerscheinungen auftreten (z.B. gelbe, löchrige oder glasige Blätter) kann mit der Düngung begonnen und schrittweise erhöht werden.
Wichtig dabei ist, sich nicht direkt an die Herstellerangaben zu halten, sondern sich langsam an eine optimale Düngung ranzutasten und das Pflanzenwachstum dabei zu beobachten. Am besten ist es mit der Hälfte der Herstellerangaben zu beginnen und die Düngung dann wöchentlich minimal zu steigern.
Wenn man es möglichst einfach halten möchte, kann zu Beginn ein All-in-One-Flüssigdünger (NPK-Dünger) sinnvoll sein. Dieser versorgt die Pflanzen gleichzeitig mit Makro- und Mikronährstoffen und eignet sich besonders für Aquarianer, die nicht mit mehreren Einzelkomponenten-Düngern arbeiten möchten.
Mit zunehmendem Pflanzenwachstum und höherem Anspruch kann später jederzeit auf eine differenziertere Düngung mit Einzelkomponenten umgestellt werden.
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In der Einfahrphase eines neuen Aquariums ist der Nährstoffbedarf von Aquarienpflanzen zunächst gering, da sich die meisten Pflanzen erst vom emersen auf submersen Wuchs umstellen müssen. Eine zu frühe oder zu hohe Düngung ist in dieser Phase nicht sinnvoll und kann Algen begünstigen. CO₂ kann hingegen von Anfang an eingesetzt werden, um die Umstellung zu unterstützen. Sobald die Pflanzen sichtbar submers austreiben – bei schnell wachsenden Stängelpflanzen meist nach ein bis drei Wochen, kann mit der Düngung begonnen werden. Wichtig ist dabei, die Menge nicht sofort voll zu dosieren, sondern sie schrittweise an das zunehmende Pflanzenwachstum anzupassen.
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Häufige Fragen zur Düngung von Aquarienpflanzen
In der Einlaufphase ist der Nährstoffbedarf gering. Sobald die Pflanzen submers austreiben, das ist bei Stängelpflanzen meist nach 1–3 Wochen, kann die Düngung langsam beginnen.
Ja, CO₂ kann von Anfang an eingesetzt werden. Es unterstützt die Umstellung auf submersen Wuchs und fördert gesundes Pflanzenwachstum.
Nein, eine sehr sparsame Düngung kann sinnvoll sein. Wichtig ist, die Düngermenge niedrig zu halten und erst mit zunehmendem Wachstum und Pflanzenmasse zu steigern.
In der Einlaufphase ist das biologische Gleichgewicht noch instabil. Zu frühe oder zu hohe Düngung kann Algen begünstigen, während die Pflanzen noch wenig Nährstoffe verbrauchen. Eine Algenphase während der Einfahrphase ist zudem völlig üblich und nichts schlimmes.
Sobald neue, gesunde submerse Triebe sichtbar wachsen, steigt der Nährstoffbedarf. Ab diesem Zeitpunkt kann die Düngung schrittweise angepasst werden.
Tobias Grüb
Über den Autor
Seit knapp 20 Jahren beschäftige ich mich leidenschaftlich mit der Aquaristik und seit einiger Zeit auch mit dem Aquascaping und der Gestaltung von kleinen bepflanzten Terrarien und Gefäßen. Auf dieser Website teile ich meine bisher umgesetzten Projekte und gebe mein Wissen, sowie hilfreiche Tipps weiter. Vielleicht findest du ja hier die Inspiration, die du brauchst. Ergänzend zu dieser Website betreibe ich außerdem einen YouTube-Kanal.
Ein stark bepflanztes Aquarium benötigt eine ausgewogene Düngung aus Nährstoffen, Licht und CO₂.
Aquariumpflanzen richtig zu düngen ist eine der wichtigsten Grundlagen für ein stabiles, algenarmes und optisch ansprechendes Aquarium. Egal ob klassisches Gesellschaftsaquarium, Naturaquarium oder Aquascape, ohne eine gezielte Nährstoffversorgung können selbst anspruchslose Aquarienpflanzen nicht dauerhaft gesund wachsen. In diesem Ratgeber erfährst du Schritt für Schritt, wie du Wasserpflanzen optimal düngst, welche Düngearten es gibt, wie sinnvoll sie sind und welche Zielwerte du anstreben solltest.
Auch im Aquascaping spielt die richtige Düngung eine zentrale Rolle, selbst bei einfachen Setups wie einem pflegeleichten Aquascape ohne CO₂.
Warum ist das richtige Düngen von Aquariumpflanzen so wichtig?
Ein Aquarium bildet ein in sich geschlossenes Ökosystem, in dem Nährstoffe nur begrenzt verfügbar sind. Zwar gelangen durch Fischfutter und Ausscheidungen gewisse Mengen an Nährstoffen ins Wasser, diese reichen jedoch in den meisten Fällen nicht aus, um Aquariumpflanzen langfristig zu versorgen. Besonders in gut beleuchteten und stark bepflanzten Aquarien steigt der Nährstoffbedarf deutlich an.
Ein Mangel an wichtigen Pflanzennährstoffen führt nicht nur zu schlechtem Pflanzenwachstum, sondern begünstigt auch Algenprobleme. Gesunde Aquarienpflanzen konkurrieren erfolgreich mit Algen und tragen maßgeblich zur biologischen Stabilität des Aquariums bei.
Ohne richtige Düngung in einem Aquarium kann es zu folgenden Problemen kommen:
Kümmerwuchs und langsames Wachstum
Gelbe, glasige oder löchrige Blätter
Vermehrtes Auftreten von Algen
Stängelpflanzen nehmen Nährstoffe überwiegend über die Wassersäule auf.
Welche Nährstoffe brauchen Aquariumpflanzen?
Damit Aquarienpflanzen richtig wachsen können, benötigen sie eine ausgewogene Mischung aus Makro- und Mikronährstoffen. Beide Nährstoffgruppen sind essenziell und sollten im Aquarium immer in einem stabilen Verhältnis zueinander stehen.
Makronährstoffe – die Basis für kräftiges Wachstum
Makronährstoffe werden von Aquariumpflanzen in größeren Mengen aufgenommen und sind für den Aufbau von Pflanzengewebe unerlässlich. Ein dauerhaftes Ungleichgewicht wirkt sich schnell negativ auf das Pflanzenwachstum aus. Dabei ist es ganz egal ob es sich um ein Mangel oder Überschuss an Nährstoffen handelt.
Stickstoff (Nitrat / NO₃) – fördert Blattwachstum und Vitalität
Phosphor (Phosphat / PO₄) – wichtig für Energieversorgung und Zellteilung
Kalium (K) – stärkt Zellwände und beugt Schäden vor
Ein Nitratmangel zeigt sich häufig durch blasse und gelbe Blätter. Dies tritt vor allem bei älteren Blättern auf. Bei einem Phosphatmangel zeigen die Pflanzen ein langsameres Wachstum und deutlich kleinere Triebspitzen. Während Kaliumdefizite oft Löcher oder Nekrosen (absterbendes Blattgewebe) verursachen.
Wie Nitrat im Aquarium entsteht, wie es abgebaut wird und warum stabile Werte so wichtig sind, wird im Artikel über den Stickstoffkreislauf im Aquarium ausführlich erklärt.
Mikronährstoffe – kleine Mengen, große Wirkung
Mikronährstoffe (Spurenelemente) werden zwar nur in sehr geringen Mengen benötigt, sind aber unverzichtbar für gesunde Aquariumpflanzen. Besonders Eisen spielt eine zentrale Rolle bei der Chlorophyllbildung und damit bei der Blattfärbung. Aber auch andere Spurenelemente, die die Wasserpflanzen für ein gesundes Wachstum in kleinen Mengen benötigen sind wichtig. Dazu zählen z.B.:
Mangan
Zink
Kupfer
Bor
Ein Eisenmangel im Aquarium äußert sich häufig durch helle, gelbliche neue Blätter bei gleichzeitig grünen Blattadern (Chlorose). Ein gezielt dosierter Eisen-Mikrodünger für Aquariumpflanzen kann helfen, diesen Mangel zuverlässig auszugleichen.
Schnellwachsende Stängelpflanze (Limnophila sessiliflora) mit leicht hellen Triebspitzen. Ein typisches Zeichen für einen leichten Eisenmangel.
Welche Arten von Aquariendünger gibt es?
Nicht jeder Dünger ist für jedes Aquarium gleich gut geeignet. Je nach Bepflanzung, Bodengrund, Beleuchtung und Besatz kann eine andere Düngestrategie sinnvoll sein.
Flüssigdünger für Aquariumpflanzen
Flüssigdünger versorgen Wasserpflanzen direkt über das Wasser mit Nährstoffen. Sie sind besonders effektiv bei Stängelpflanzen, Moosen und Aufsitzerpflanzen, die ihre Nährstoffe hauptsächlich über die Blätter aufnehmen. Ein hochwertiger Flüssigdünger für Aquariumpflanzen unterstützt hier ein gesundes und gleichmäßiges Wachstum.
Vorteile von Flüssigdüngern:
Sehr einfache Anwendung
Schnelle Verfügbarkeit der Nährstoffe
Ideal für regelmäßige Dosierung
Flüssigdünger sind die Grundlage jeder modernen Pflanzendüngung und sollten in fast keinem bepflanzten Aquarium fehlen.
Unterschiedliche Flüssigdünger für Aquariumpflanzen ermöglichen eine gezielte Versorgung mit Mikro- und Makronährstoffen.
Flüssigdünger für Aquariumpflanzen: Einzelkomponenten oder Kombidünger?
Flüssigdünger für Aquariumpflanzen gibt es grundsätzlich in zwei Varianten: Einzelkomponenten-Dünger und Kombidünger wie sogenannte NPK-Dünger. Welche Variante besser geeignet ist, hängt stark vom Aquariumtyp, der Pflanzenmenge und den vorhandenen Wasserwerten ab.
Einzelkomponenten-Dünger enthalten jeweils nur einen bestimmten Nährstoff, zum Beispiel Nitrat, Phosphat, Kalium oder Eisen. Sie ermöglichen eine sehr präzise Anpassung der Düngung an die tatsächlichen Bedürfnisse der Aquariumpflanzen.
Typische Einzelkomponenten-Dünger:
Nitratdünger (NO₃)
Phosphatdünger (PO₄)
Kaliumdünger (K)
Eisendünger (Fe / Mikrodünger)
Vorteile von Einzelkomponentendünger:
gezielte Dosierung einzelner Nährstoffe
exakte Anpassung an gemessene Wasserwerte
geringeres Risiko von Nährstoffüberschüssen
bessere Kontrolle über das Pflanzenwachstum
flexibel kombinierbar
Diese Form der Düngung eignet sich besonders für stark bepflanzte Aquarien und Aquascapes, in denen die Nährstoffwerte regelmäßig gemessen und gezielt korrigiert werden. Einzelkomponenten-Dünger für Aquarienpflanzen bieten hier maximale Kontrolle über die Nährstoffversorgung.
Ludwigia palustris „Super Red“ mit aufgehellten Blättern bei gleichzeitig intensiv gefärbten Blattadern ist ein typisches Anzeichen für Magnesiummangel.
Ein Magnesiummangel zeigt sich häufig durch sehr helle Blätter bei weiterhin grün gefärbten Blattadern, insbesondere bei roten Stängelpflanzen. In diesem Fall kann eine gezielte Ergänzung mit einem Mikronährstoffdünger sinnvoll sein.
Kombidünger, oft als NPK-Dünger bezeichnet, enthalten mehrere Makronährstoffe in einem festen Verhältnis. Sie sind besonders beliebt bei Einsteigern, da sie eine unkomplizierte Grundversorgung der Aquariumpflanzen ermöglichen.
Vorteile von NPK-Düngern:
einfache und unkomplizierte Anwendung
enthält mehrere wichtige Nährstoffe in einem Produkt
geringer Mess- und Pflegeaufwand
gute Grundversorgung für schwach bis normal bepflanzte Aquarien
gleichmäßige Nährstoffzufuhr bei regelmäßiger Dosierung
spart Zeit und reduziert die Anzahl benötigter Produkte
NPK-Dünger eignen sich besonders für schwach bis normal bepflanzte Aquarien, bei denen keine extremen Anforderungen an die Nährstoffversorgung bestehen.
Einzel- oder Kombidünger – was ist besser?
Ob Einzelkomponenten-Dünger oder Kombidünger besser geeignet sind, lässt sich nicht pauschal beantworten, da beide Systeme ihre Berechtigung haben. Kombidünger wie NPK-Dünger bieten eine unkomplizierte Möglichkeit, Aquariumpflanzen mit mehreren wichtigen Nährstoffen gleichzeitig zu versorgen. Sie eignen sich besonders dann, wenn man die Düngung möglichst einfach halten möchte und den Pflegeaufwand gering halten will. In vielen Aquarien kann es sinnvoll sein, zunächst mit einem Kombidünger in niedriger Dosierung zu starten und das Pflanzenwachstum sowie die Wasserwerte zu beobachten.
Einzelkomponenten-Dünger ermöglichen dagegen eine deutlich gezieltere Steuerung der Nährstoffversorgung. Jeder Nährstoff kann unabhängig voneinander dosiert und an die tatsächlichen Wasserwerte angepasst werden. Diese Form der Düngung bietet vor allem in stark bepflanzten Aquarien, Aquascapes oder bei empfindlichen Pflanzen den Vorteil, Nährstoffmängel oder Überschüsse präzise ausgleichen zu können.
Grundsätzlich gilt: Wer eine einfache und zeitsparende Lösung sucht, kann mit einem Kombidünger gute Ergebnisse erzielen. Wer hingegen maximale Kontrolle über das Pflanzenwachstum und die Nährstoffverhältnisse im Aquarium wünscht, profitiert langfristig von Einzelkomponenten-Düngern.
Übersicht: Welche Aquariendünger eignen sich für welchen Zweck?
Die Vergleichstabelle konnte nicht ausgegeben werden.
Bodendünger & Düngekugeln
Viele Pflanzen im Aquarium sind sogenannte Wurzelzehrer und nehmen einen Großteil ihrer Nährstoffe über das Wurzelsystem auf. In diesen Fällen reicht eine reine Düngung über die Wassersäule oft nicht aus.
Entscheidend ist dabei auch der verwendete Aquarium Bodengrund, da nährstoffarme Substrate wie Kies zusätzliche Wurzeldüngung erforderlich machen.
Besonders geeignet für:
Echinodorus
Cryptocorynen
Lotus-Arten
Düngekugeln oder -tabletten werden gezielt in den Bodengrund, am besten direkt unter den Wurzelballen der Pflanze gedrückt. Dadurch werden die Pflanzen über mehrere Wochen mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Düngekugeln für Aquariumpflanzen sind besonders für stark wurzelnde Arten wie Echinodorus geeignet.
Schwertpflanzen wie Echinodorus nehmen Nährstoffe hauptsächlich über die Wurzeln auf.
CO₂-Düngung – der Wachstumsmotor im Aquarium
Ohne ausreichende CO₂-Versorgung können Aquariumpflanzen selbst bei optimaler Düngung und Beleuchtung nicht ihr volles Potenzial entfalten. Warum CO₂ für das Pflanzenwachstum so entscheidend ist und wann eine CO₂-Anlage sinnvoll ist, erfährst du im ausführlichen Ratgeber zu CO₂ im Aquarium.
Eine CO₂-Düngung sorgt für:
Schnelleres Wachstum
Kräftigere Farben
Weniger Algen durch bessere Konkurrenz
CO₂ ist in jedem Aquarium in einer gewissen Menge vorhanden. Diese Menge reicht allerdings bei stark bepflanzten Aquarien oder Aquascapes meist nicht aus, weshalb zusätzliches CO₂ über eine geeignete CO₂-Anlage ins Becken eingebracht wird. Zur Kontrolle eignet sich ein CO₂-Dauertest fürs Aquarium.
Wer bewusst auf eine CO₂-Anlage verzichten möchte, sollte gezielt auf robuste Arten setzen. Eine Auswahl geeigneter Arten findest du im Beitrag über pflegeleichte Aquariumpflanzen ohne CO₂.
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Wie nehmen Aquariumpflanzen Nährstoffe auf? – Düngung nach Pflanzentyp
Nicht alle Aquariumpflanzen nehmen Nährstoffe auf die gleiche Weise auf. Je nach Pflanzenart erfolgt die Nährstoffaufnahme hauptsächlich über die Wassersäule, über die Wurzeln oder über beide Wege gleichzeitig. Wer Aquariumpflanzen richtig düngen möchte, sollte daher unbedingt wissen, welche Pflanzen welche Düngemethode bevorzugen.
Eine an den Pflanzentyp angepasste Düngung sorgt für besseres Wachstum, kräftigere Farben und verhindert unnötige Über- oder Unterdüngung.
Stängelpflanzen – Nährstoffaufnahme über die Wassersäule
Stängelpflanzen gehören zu den am schnellsten wachsenden Aquariumpflanzen und nehmen den Großteil ihrer Nährstoffe direkt über die Blätter aus dem Wasser auf. Sie reagieren besonders gut auf eine regelmäßige Flüssigdüngung und ausreichende CO₂-Versorgung.
Typische Stängelpflanzen:
Rotala
Ludwigia
Hygrophila
Limnophila
Cabomba
Empfohlene Düngung:
Regelmäßiger Flüssigdünger (Mikro- & Makronährstoffe) entweder täglich oder wöchentlich
Stabile CO₂-Düngung
Gleichmäßige Nährstoffwerte
Im Aquascaping ist das Zusammenspiel aus Licht, CO₂ und Düngung entscheidend.
Rosettenpflanzen & Wurzelzehrer – Nährstoffaufnahme über die Wurzeln
Rosettenpflanzen und stark wurzelnde Arten nehmen den Großteil ihrer Nährstoffe über den Bodengrund und den Wurzelballen auf. Eine reine Flüssigdüngung reicht hier oft nicht aus, vor allem bei nährstoffarmem Bodengrund wie Kies.
Typische Wurzelzehrer:
Echinodorus (Schwertpflanzen)
Cryptocorynen
Vallisnerien
Tigerlotus (Nymphaea)
Empfohlene Düngung:
Düngekugeln oder Düngetabletten direkt an die Wurzeln
Nährstoffreicher Bodengrund oder Soil
Ergänzend leichte Flüssigdüngung
Aufsitzerpflanzen – Nährstoffaufnahme fast ausschließlich über das Wasser
Aufsitzerpflanzen besitzen kein klassisches Wurzelsystem zur Nährstoffaufnahme. Ihre Haftwurzeln dienen lediglich der Befestigung auf Wurzeln oder Steinen. Die komplette Nährstoffversorgung erfolgt über die Wassersäule.
Typische Aufsitzerpflanzen:
Anubias
Javafarn (Microsorum)
Bucephalandra
Moose (z. B. Javamoos, Christmas Moss)
Empfohlene Düngung:
Regelmäßige Flüssigdüngung
Keine Düngekugeln notwendig
Mäßige Beleuchtung, um Algen zu vermeiden, da diese Pflanzen meist sehr langsam wachsen
Schwimmpflanzen – schnelle Nährstoffaufnahme aus dem Wasser
Schwimmpflanzen nehmen Nährstoffe extrem schnell direkt aus der Wassersäule auf und sind daher hervorragende Nährstoffzehrer. Sie können bei hoher Nährstoffverfügbarkeit sehr schnell wachsen und sogar Nitratüberschüsse effektiv reduzieren.
Typische Schwimmpflanzen:
Froschbiss
Muschelblume
Wasserlinse
Salvinia
Schwimmpflanzen helfen, Nährstoffüberschüsse schnell zu reduzieren und Algen vorzubeugen.
Viele Bodendecker nehmen Nährstoffe sowohl über die Wurzeln als auch über die Blätter auf. Besonders im Aquascaping profitieren sie von nährstoffreichem Bodengrund wie Soil und einer Flüssigdüngung.
Typische Bodendecker:
Hemianthus callitrichoides (HC Cuba)
Glossostigma elatinoides
Eleocharis-Arten
Empfohlene Düngung:
Aktiver Soil oder nährstoffreicher Bodengrund
Flüssigdünger und CO₂
Hohe Lichtintensität
Hydrocotyle tripartita „Mini“ ist ein beliebter Bodendecker, der Nährstoffe sowohl über die Wurzeln als auch über die Wassersäule aufnimmt.
Die richtige Düngung hängt von der Pflanzenart ab
Nicht jede Wasserpflanze wird gleich gedüngt. Während Stängelpflanzen und Aufsitzerpflanzen hauptsächlich von Flüssigdünger profitieren, benötigen Wurzelzehrer wie Echinodorus zwingend eine Nährstoffversorgung über den Bodengrund. Wer seine Düngung an die Nährstoffaufnahme der Pflanzen anpasst, erzielt deutlich bessere Ergebnisse und vermeidet Algenprobleme.
Nur wer seine Wasserwerte kennt, kann Aquariumpflanzen gezielt und sicher düngen. Besonders Nitrat, Phosphat und Eisen sollten regelmäßig mit einem passenden Testsetoder mithilfe von einzelnen Tröpfchentests für Nitrat, Phosphatund Eisen kontrolliert werden.
2. Den passenden Dünger auswählen
Die Auswahl des richtigen Düngers hängt stark von der Bepflanzung und dem Aquariumstyp ab. Während in schwach bepflanzten Aquarien oft ein Komplettdünger bzw. Kombinationsdünger ausreicht, benötigen stark bepflanzte Becken zusätzlich Makronährstoffe und CO₂. Um gezielt einzelne Werte zu düngen, empfiehlt sich daher die Düngung per Einzelkomponenten.
3. Regelmäßig und angepasst düngen
Eine gleichmäßige Nährstoffversorgung ist wichtiger als große Düngemengen auf einmal. Kleine, regelmäßige Dosierungen, entweder täglich oder wöchentlich sorgen für stabile Nährstoffwerte und minimieren das Risiko von Algenproblemen. So sind die Wasserpflanzen immer konstant mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.
Zielwerte für Aquarienpflanzen
Empfohlene Nährstoffwerte im Aquarium
Nährstoff
Schwach bepflanztes Aquarium
Stark bepflanztes Aquarium / Aquascape
Nitrat (NO₃)
10–20 mg/l
15–25 mg/l
Phosphat (PO₄)
0,1–0,3 mg/l
0,5–1,5 mg/l
Kalium (K)
5–10 mg/l
5–10 mg/l
Eisen (Fe)
0,05–0,2 mg/l
0,1–0,5 mg/l
CO₂
10–20 mg/l
20–30 mg/l
Beleuchtung
9–12 Std.
6–9 Std. (25–50 Lumen pro Liter)
Diese Zielwerte dienen als grobe Orientierung und sollten je nach Pflanzenart und Becken individuell angepasst werden.
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Probleme mit Aquarienpflanzen entstehen häufig nicht durch zu wenig Dünger, sondern durch eine falsche oder unausgewogene Düngung. Gerade Anfänger unterschätzen oft, wie eng Licht, CO₂ und Nährstoffe miteinander zusammenhängen.
Zu den typischen Fehlern gehören:
Überdüngung ohne regelmäßige Wasserwechsel, wodurch sich Nährstoffe im Becken anreichern
Zu starke Beleuchtung bei gleichzeitigem Nährstoffmangel, was das Algenwachstum fördert
Verzicht auf CO₂-Düngung trotz hoher Lichtleistung, wodurch Pflanzen nicht optimal wachsen können
Düngen ohne Kontrolle der Wasserwerte, sodass Defizite oder Überschüsse unbemerkt bleiben
Ein dauerhaftes Ungleichgewicht aus Licht, Nährstoffen und CO₂ begünstigt nicht nur schlechtes Pflanzenwachstum, sondern führt häufig auch zu Algenproblemen wie Fadenalgen im Aquarium.
Eine ausgewogene Düngestrategie berücksichtigt immer Beleuchtung, CO₂-Versorgung und regelmäßige Wasserwechsel, statt sich ausschließlich auf die Zugabe von Dünger zu verlassen. Um Nährstoffüberschüsse rechtzeitig zu erkennen, empfiehlt sich außerdem die regelmäßige Kontrolle mit einem Wassertest-Set für Aquariumpflanzen.
Düngung und Beleuchtung – ein sensibles Gleichgewicht
Je stärker die Beleuchtung, desto höher ist der Nährstoffbedarf der Aquarienpflanzen. Wird dieses Gleichgewicht nicht eingehalten, entstehen schnell Algenprobleme. Eine angepasste Düngung ist daher immer abhängig von Lichtstärke und Beleuchtungsdauer.
Eine gleichmäßige Beleuchtungsdauer ist entscheidend für gesundes Pflanzenwachstum und stabile Nährstoffverhältnisse. Eine hilft dabei, feste Beleuchtungszeiten einzuhalten und Schwankungen zu vermeiden.
Wie oft sollte man Wasserpflanzen düngen?
Wie häufig Aquarienpflanzen gedüngt werden sollten, hängt stark vom jeweiligen Aquarium ab. Entscheidend sind unter anderem die Beleuchtungsstärke, die Bepflanzung, der Besatz sowie die CO₂-Versorgung.
In vielen bepflanzten Aquarien hat sich eine regelmäßige Grunddüngung bewährt. Um Pflanzen konstant mit den wichtigsten Nährstoffen zu versorgen, kann diese entweder wöchentlich oder, besonders bei stark bepflanzten Becken, in kleineren Mengen täglich erfolgen.
Gerade für Anfänger ist eine einfache und kontrollierbare Vorgehensweise sinnvoll:
Wöchentlicher Wasserwechsel von etwa 30–50 %, um überschüssige Nährstoffe zu entfernen
Flüssigdünger nach Herstellerangabe oder leicht darunter, am besten mit einer geringeren Menge starten und diese bei Bedarf schrittweise erhöhen
Zusätzliche Düngekugeln oder Bodendünger, insbesondere bei stark wurzelnden Pflanzen wie Echinodorus oder Cryptocorynen
Fazit: Aquariumpflanzen richtig düngen zahlt sich aus
Wer Aquariumpflanzen richtig düngt, wird mit gesundem Wachstum, kräftigen Farben und einem stabilen Aquarium belohnt. Die Kombination aus passendem Dünger, kontrollierten Wasserwerten, ausreichendem Licht und CO₂ ist der Schlüssel zum Erfolg – egal ob Einsteiger oder erfahrener Aquarianer.
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Fragen und Antworten
Aquariumpflanzen düngt man richtig, indem man sie regelmäßig mit Makro- und Mikronährstoffen versorgt und die Düngung an Beleuchtung, Pflanzenart und CO₂-Versorgung anpasst. Wichtig ist eine gleichmäßige Dosierung ohne Überdüngung sowie regelmäßige Kontrolle der Wasserwerte.
Ob Aquariumpflanzen täglich oder wöchentlich gedüngt werden sollten, hängt vom Dünger und der Bepflanzung ab. In stark bepflanzten Aquarien ist eine tägliche Düngung in kleinen Mengen ideal, während schwach bepflanzte Aquarien meist mit einer wöchentlichen Düngung auskommen.
Aquarienpflanzen sollten idealerweise nach dem Wasserwechsel gedüngt werden, da dann frisches Wasser mit stabilen Bedingungen vorliegt. Bei täglicher Düngung empfiehlt sich eine gleichmäßige Dosierung zur gleichen Tageszeit, vorzugsweise während der Beleuchtungsphase.
Zeigen Pflanzen Mangelerscheinungen wie gelbe Blätter, Löcher im Blattgewebe oder gehemmtes Wachstum, sollte die Düngung spätestens dann angepasst oder intensiviert werden, um die Nährstoffversorgung wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Welcher Dünger für Aquariumpflanzen geeignet ist, hängt von der Pflanzenart ab. Stängelpflanzen profitieren vor allem von Flüssigdünger, während wurzelzehrende Pflanzen wie Echinodorus zusätzlich Bodendünger oder Düngekugeln benötigen.
Ja, Aquariumpflanzen können auch ohne CO₂ gedüngt werden, allerdings wachsen sie meist langsamer. In Aquarien ohne CO₂ sollte die Beleuchtung moderat sein und die Düngung entsprechend angepasst werden, um Algenbildung zu vermeiden.
Richtiges Düngen von Aquariumpflanzen hilft effektiv gegen Algen, da gesunde Pflanzen Nährstoffe schneller aufnehmen als Algen. Ein ausgewogenes Verhältnis von Licht, CO₂ und Nährstoffen ist entscheidend, um Algen dauerhaft zu reduzieren.
Tobias Grüb
Über den Autor
Seit knapp 20 Jahren beschäftige ich mich leidenschaftlich mit der Aquaristik und seit einiger Zeit auch mit dem Aquascaping und der Gestaltung von kleinen bepflanzten Terrarien und Gefäßen. Auf dieser Website teile ich meine bisher umgesetzten Projekte und gebe mein Wissen, sowie hilfreiche Tipps weiter. Vielleicht findest du ja hier die Inspiration, die du brauchst. Ergänzend zu dieser Website betreibe ich außerdem einen YouTube-Kanal.
Starker Fadenalgenbefall im Aquarium: Typische, lange grüne Algenfäden, die auf ein Nährstoffungleichgewicht, CO₂-Mangel oder falsches Licht hinweisen.
Fadenalgen gehören zu den am häufigsten auftretenden Algen im Süßwasseraquarium. Wenn sich lange, grüne Fäden plötzlich über Pflanzen, Wurzeln oder die Technik ziehen, sieht das nicht nur unschön aus, sondern zeigt auch, dass ein Ungleichgewicht im Aquarium herrscht. Doch statt in Panik zu geraten, lohnt es sich, das Problem systematisch anzugehen und Schritt für Schritt herauszufinden, woran das vermehrte Auftreten der Algen liegt. Hat man die Ursache herausgefunden bzw. ein paar Dinge probiert, die fast immer gegen Fadenalgen helfen, wird man sie relativ leicht wieder los. Denn im Gegensatz zu anderen Algenarten wie Pinselalgen, Cladophora-Algen oder auch Cyanobakterien sind sie ziemlich einfach zu bekämpfen.
Welche Maßnahmen du bei Fadenalgen anwenden kannst, wie du Schritt für Schritt vorgehst und wie du Fadenalgen im Aquarium natürlich bekämpfen und dauerhaft entfernen kannst, erfährst du in diesem Beitrag.
Was sind Fadenalgen und warum entstehen sie?
Fadenalgen sind grüne Algen, die lange, dünne Fäden bilden und sich schnell vermehren können. Sie wachsen oft dort, wo starke Beleuchtung und viele Nährstoffe vorhanden sind. Durch ihr fadenartiges langes Erscheinungsbild kann man sie sehr gut von anderen Algenarten unterscheiden. Meistens sitzen sie auf Pflanzen direkt unter der Beleuchtung und bewegen sich in der Strömung. Dabei werden die Fäden bis zu 30 cm lang. Fadenalgen lassen sich ziemlich leicht entfernen, da sie nicht besonders stark auf den Einrichtungsgegenständen oder Pflanzen festsitzen. Allerdings können sie beim entfernen leicht zerfallen oder sich teilen. Mit einem kleinen Trick kann man Fadenalgen allerdings sehr einfach und unkompliziert mechanisch entfernen. Dazu später mehr.
Ein gesundes, algenfreies Aquascape entsteht durch passende Beleuchtung, ausgewogene Nährstoffe und dichtes Pflanzenwachstum.
Typische Symptome von Fadenalgen
Typische Symptome von Fadenalgen sind feine bis lange, grüne Fäden, die sich gut sichtbar in der Strömung bewegen. Sie sitzen häufig an den oberen Pflanzenbereichen, Deko-Elementen oder direkt unter der Beleuchtung. Wenn du die Algen mit den Fingern oder einer Zahnbürste leicht aufdrehen kannst und dabei richtige „Algenwatten“ entstehen, hast du es sehr wahrscheinlich mit Fadenalgen zu tun. Genau dieses fadenartige, weiche Erscheinungsbild unterscheidet sie deutlich von anderen Algenarten im Aquarium.
Fadenalgen nicht mit anderen Algen verwechseln
Im Aquarium können Fadenalgen mit anderen Algenarten verwechselt werden. Pinselalgen sind zum Beispiel eher dunkel, sitzen fest an den Blättern und bilden kurze, borstigen Büschel. Cladophora-Algen wiederum wirken wie kompakte, verfilzte Wattebälle. Fadenalgen hingegen sind weich, lang und lassen sich leicht herausziehen oder aufdrehen. Diese Unterscheidung ist wichtig, damit du die Algen im Aquarium richtig erkennst und gezielt bekämpfen kannst.
Fusselalgen im Aquarium auf den Blättern einer Wasserpflanze: Im Gegensatz zu Fadenalgen bilden Fusselalgen nur sehr kleine, einzelne Algenfäden.
Sind Fadenalgen gefährlich?
Fadenalgen sind grundsätzlich nicht gefährlich, allerdings kann ein starkes Auftreten der Algen ein paar Probleme mit sich bringen und ein vermehrtes auftreten deutet immer auf ein gewisses Ungleichgewicht im Aquarium hin, das man identifizieren sollte.
Folgende Probleme können durch Fadenalgen auftreten:
Sie überwuchern Pflanzen so stark, dass diese kein Licht mehr abbekommen und schlechter wachsen.
Sie entziehen den Wasserpflanzen wichtige Nährstoffe.
Sie beeinträchtigen das natürliche Gleichgewicht im Aquarium.
Sie nehmen bei übermäßigem Auftreten den Schwimmraum der Fische weg.
Wenn du nichts unternimmst, können andere Pflanzen verkümmern, während Fadenalgen immer mehr Raum einnehmen. Deshalb ist eine frühzeitige Bekämpfung wichtig.
Häufige Ursachen von Fadenalgen – die wahren Auslöser
Viele Aquarianer suchen nach schnellen Lösungen und setzen daher Algenmittel ein. In Wahrheit kommen Fadenalgen aber immer nur dann, wenn im Aquarium ein Ungleichgewicht herrscht und ein Zugabe von Algenmitteln bekämpft nicht die Ursache. Die Folge: sie kommen zurück, sobald man das Algenmitteln wieder weglässt. Zudem bin ich persönlich kein großer Fan, (zu viel) Chemie ins Aquarium zu kippen. Deshalb würde ich das immer als letzte Option sehen.
In einem schwach bepflanzten Aquarium haben Algen leichtes Spiel, da nur wenige Wasserpflanzen als Nährstoffkonkurrenten vorhanden sind.
1. Nährstoffungleichgewicht
Fadenalgen entstehen häufig, wenn andere Pflanzen nicht optimal mit Nährstoffen versorgt werden. Dabei spielt nicht nur ein Überschuss eine Rolle. Ein Nährstoffmangel im Aquarium kann genauso Algenwachstum fördern.
Typische Fehler:
Eisen wird überdosiert, weil man denkt, mit einer erhöhten Dosierung erzielt man besseres Pflanzenwachstum.
Nitrat oder Phosphat sind zu niedrig, weil zu wenig gefüttert wird oder zu selten gedüngt wird.
Kalium wird vergessen oder unkontrolliert überdosiert.
Die Folge:
Pflanzen wachsen schlecht und Algen nutzen die Situation.
Hier greift auch das Liebig’sche Minimumgesetz: Der Nährstoff, der am wenigsten vorhanden ist, begrenzt das gesamte Pflanzenwachstum. Selbst wenn Eisen ausreichend vorhanden ist, kann ein Nitrat- oder Phosphatmangel die Pflanzen ausbremsen und ein Algenwachstum fördern.
Fadenalgen in der Einfahrphase sind ein häufiges Probleme
Gerade in der Einfahrphase eines neu eingerichteten Aquariums treten Fadenalgen besonders häufig auf. Das liegt daran, dass die biologische Filterung noch nicht vollständig aufgebaut ist und sich Nährstoffe zunächst unregelmäßig anreichern oder abfallen. Pflanzen sind in dieser Zeit noch nicht angewurzelt, müssen sich meist erst noch auf ein Wachstum unter Wasser umstellen und wachsen zu Beginn oft deutlich langsamer. Dadurch haben Fadenalgen leichtes Spiel. Dieses frühe Auftreten ist völlig normal und verschwindet in den meisten Fällen wieder, sobald das Aquarium stabil läuft und sich die Nährstoffverhältnisse eingependelt haben. In dieser Phase sollte man einfach geduldig sein und dem Aquarium die nötige Zeit geben.
In der Einfahrphase können neben Fadenalgen auch andere Erscheinungen wie milchige Trübungen oder eine sogenannte Bakterienblüte auftreten. Was es damit auf sich hat und wie du trübes Wasser im Aquarium wieder in den Griff bekommst, erkläre ich dir hier ausführlich: Bakterienblüte und trübes Wasser im Aquarium.
Ein neu eingerichtetes Aquarium mit typischer Algenblüte. In der Einfahrphase ist das biologische Gleichgewicht noch instabil.Bereits nach einigen Tagen hat sich das Aquarium schon stabilisiert. Das Wasser wird klar und die Algenblüte verschwindet von selbst.
2. Zu wenig gesunde und schnell wachsende Pflanzen
Pflanzen sind der wichtigste Konkurrent von Algen. Wenn im Aquarium zu wenige oder vor allem langsam wachsende Arten eingesetzt werden, können sie den Algen nicht genügend Nährstoffe entziehen. Gerade beliebte Aquarienpflanzen wie Anubias, Bucephalandra, Cryptocorynen oder Javafarn wachsen sehr langsam und sind deshalb kaum in der Lage, überschüssige Nährstoffe schnell aufzunehmen. Fadenalgen nutzen diese Lücke sofort.
Schnell wachsende Stängelpflanzen oder Schwimmpflanzen hingegen verbrauchen große Mengen an Nitrat und Phosphat und stabilisieren dadurch aktiv den Nährstoffhaushalt. Wenn du auf der Suche nach passenden Arten bist, findest du in meinem Beitrag über pflegeleichte Schwimmpflanzen fürs Aquarium eine Auswahl an Arten, die sich hervorragend als natürliche Nährstoffverbraucher eignen.
Schwimmpflanzen entziehen dem Aquarium überschüssige Nährstoffe besonders effektiv und können so das Algenwachstum deutlich reduzieren.
Fehlen diese „Verbraucher“, entsteht schnell ein Ungleichgewicht, bei dem sich Fadenalgen etablieren. Besonders in stark beleuchteten Aquarien ist ein üppiger Pflanzenbestand wichtig, weil Licht nur dann sinnvoll ist, wenn Pflanzen es verwerten können. Sind nicht genügend Pflanzen vorhanden, profitieren die Algen davon.
Wer Fadenalgen vorbeugen möchte, sollte deshalb bewusst Arten einsetzen, die schnell Biomasse bilden und schnell Nährstoffe aufnehmen können. Jede entfernte Pflanzenmasse nimmt gespeicherte Nährstoffe aus dem System und wirkt langfristig wie eine natürliche Algenkur. Gerade für Einsteiger eignen sich pflegeleichte, schnell wachsende Wasserpflanzen, die auch ohne starke CO₂-Versorgung gut wachsen. Eine Übersicht über geeignete Arten habe ich hier zusammengestellt: pflegeleichte Wasserpflanzen fürs Aquarium ohne CO₂.
In Aquarien mit langsam wachsenden Pflanzen (z. B. Anubias, Javafarn) haben Algen leichtes Spiel. Wenn Pflanzen nicht ausreichend Konkurrenz bieten, übernehmen Algen die Rolle des Nährstoffverbrauchers.
3. Überfütterung und ein hoher Besatz
Fische produzieren Nährstoffe vor allem Nitrat und Phosphat. Je mehr Futter ins Becken kommt, desto mehr Nährstoffe landen im Wasser. Algen lieben das. Pflanzen jedoch können im Wachstum stagnieren, sobald ein Nährstoff zu viel oder zu wenig vorhanden ist. Besonders in kleinen Aquarien kann schon eine leicht erhöhte Fütterungsmenge das Gleichgewicht komplett kippen.
Eine der unterschätztesten Ursachen für Fadenalgen ist zu viel Futter. Futterreste, die am Boden liegen bleiben, werden zersetzt und liefern große Mengen an Phosphat und Nitrat. Genau das, was Algen lieben. Dazu kommen die Ausscheidungen der Fische, die ebenfalls den Nährstoffgehalt im Wasser erhöhen.
Regel Nummer eins lautet daher: Weniger ist mehr. Gefüttert wird nur so viel, wie innerhalb von zwei bis drei Minuten gefressen wird. Nicht gefressene Reste sollten sofort entfernt werden. Ein moderater Besatz und eine angepasste Fütterung sind entscheidende Bausteine für ein stabiles, algenfreies Aquarium.
4. Zu viel Licht oder falsche Beleuchtungsdauer
Starkes Licht fördert Pflanzenwachstum, aber nur, wenn genug CO₂ und Pflanzennährstoffe vorhanden sind. Fehlt diese Grundlage, profitieren Algen am meisten.
Licht ist einer der stärksten Wachstumsfaktoren im Aquarium sowohl für Pflanzen als auch für Algen. Wenn du sehr starkes Licht oder eine überlange Beleuchtungsdauer hast, jedoch die Nährstoff- und CO₂-Versorgung nicht im gleichen Verhältnis steht, ist ein unerwünschtes Algenwachstum vorprogrammiert.
Moderne LED-Systeme liefern oft deutlich mehr Licht, als ein klassisches Aquarium überhaupt benötigt. Viele Aquarianer erhöhen die Lichtstärke, um „mehr Pflanzenwachstum“ zu erzielen, merken aber nicht, dass Pflanzen nur dann davon profitieren, wenn auch genügend CO₂ und Nährstoffe vorhanden sind. Fehlt eines davon, entsteht eine Lücke, die den Algen zugute kommt, da diese viel einfacher und unkomplizierter aufgebaut sind als Pflanzen und dieses Ungleichgewicht sehr viel besser aufnehmen können.
Auch zu lange Beleuchtungszeiten von 10 – 12 Stunden sind ein häufiger Fehler. Empfehlenswert ist es daher beim Start eines Aquariums mit ca. 6 Stunden Beleuchtungsdauer pro Tag zu starten. Nach 2 – 3 Wochen kann die Beleuchtungsdauer langsam und schrittweise erhöht werden. Zum Beispiel jede Woche eine halbe Stunde länger, bis man am Ende auf ca. 8 – 10 Stunden pro Tag kommt. Das variiert natürlich ein wenig, da jedes Aquarium anders ist. Bei einer längeren Beleuchtungszeit benötigen die Pflanzen auch mehr Nährstoffe , also muss ggf. mit passenden Flüssigdüngern für Wasserpflanzen nachgeholfen werden. Stark beleuchtete Aquascapes sind meist nur 7 – 9 Stunden beleuchtet, während es auch schwach beleuchtete Aquarien mit 12 Stunden täglicher Beleuchtungsdauer gibt, die völlig problemlos laufen.
Eine kleine Orientierung zur optimalen Beleuchtungsdauer im Aquarium:
6 Stunden bei akuten Algenproblemen oder in der Einfahrphase (wöchentliche Erhöhung um 30 Minuten)
bei schwach beleuchteten Aquarien 9 – 12 Stunden täglich
bei mittel bis stark beleuchteten Aquarien 7 – 10 Stunden täglich
Lichtrechner fürs Aquarium
Damit du weißt, ob dein Aquarium eher schwach oder stark beleuchtet ist, kannst du einen praktischen Lichtrechner verwenden. Hier trägst du einfach deine verwendeten Lampen, sowie die Anzahl der Leuchtmittel ein und bekommst im Anschluss direkt angezeigt, wie stark die LED-Beleuchtung in deinem Aquarium ist.
In einem stark bepflanzten Aquascape haben Algen kaum eine Chance, da gesunde Wasserpflanzen ihnen Nährstoffe und Licht entziehen.
5. Zu wenig Wasserwechsel
Wasserwechsel sind eines der effektivsten Werkzeuge, um ein Aquarium stabil zu halten. Mit einem Wasserwechsel kannst du am schnellsten überschüssige Nährstoffe aus dem Wasser bekommen. Viele verlassen sich ausschließlich auf Filter und Pflanzen, dabei kannst du mit einem Wasserwechsel, vor allem bei einem Algenproblem am effektivsten dagegen vorgehen.
Bei seltenen Wasserwechseln sammeln sich im Aquarium Stoffe an, die Pflanzen nur begrenzt verwerten können: Phosphate, Nitrate, organische Abbauprodukte und andere gelöste Stoffe steigen schleichend an ohne sie kontrollieren zu können. Diese schleichende Anreicherung begünstigt Fadenalgen, aber auch andere Algenarten enorm. Daher ist es empfehlenswert regelmäßig (alle 1 – 2 Wochen), ca. 20 % – 50 % des Wassers auszutauschen. Bei einem massiven Algenproblem auch gerne mehr.
Regelmäßige Wasserwechsel sorgen für:
stabile Nährstoffverhältnisse
Entfernung überschüssiger organischer Belastungen
frische Mineralien für Pflanzen
Reduktion von Algen und Mulm
Wenn sich über Wochen Stoffe im Wasser ansammeln, entstehen ideale Bedingungen für Algen, während Pflanzen darunter leiden. Regelmäßige Wasserwechsel entfernen überschüssige Nährstoffe und sorgen für Stabilität im Aquarium.
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Fadenalgen erfolgreich bekämpfen: Die 6 besten Methoden und Tipps
1. Manuelle Entfernung der Algen ist die wichtigste Sofortmaßnahme
Bevor du etwas misst, dosierst oder veränderst: entferne so viel wie möglich der Algen manuell.
Tipps zur manuellen Entfernung von Fadenalgen:
Fadenalgen lassen sich mit einer Zahnbürste, Pinzette oder einem Holzstäbchen leicht „aufrollen“.
Pflanzen vorsichtig abstreifen, ohne sie zu beschädigen.
Anschließend Teilwasserwechsel durchführen, damit die gelöste Sporen und Nährstoffe aus dem Wasser entfernt werden.
Fadenalgen lassen sich sehr einfach manuell entfernen. Mit einem dünnen Holzstab kannst du sie in wenigen Sekunden aufwickeln. So funktionierts in drei einfachen Schritten:
Schritt 1: Holzstab oder etwas Ähnliches als Hilfsmittel nehmenSchritt 2: Fadenalgen vorsichtig mit dem Stab aufwickelnSchritt 3: Aufgerollte Fadenalgen aus dem Becken entfernen
So kannst du eine große Menge an Algen auf einmal entfernen. Dadurch wirken weitere Maßnahmen deutlich besser, da direkt eine viel kleinere Menge der Algen vorhanden ist, die nun noch entfernt werden müssen.
2. Beleuchtungsdauer im Aquarium reduzieren
Fadenalgen reagieren sehr stark auf Licht, oft stärker als andere Algenarten. Wenn die Beleuchtungsdauer zu lang oder die Lichtleistung zu hoch eingestellt ist und Pflanzennährstoffe nicht in ausreichender Menge vorhanden sind, können Pflanzen die angebotene Energie nicht vollständig umsetzen. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht: Pflanzen stagnieren im Wachstum, während Algen deutlich schneller darauf reagieren und ihr Wachstum beschleunigen. Eine angepasste und eher kürzere Beleuchtungsphase ist daher eine der wirksamsten Sofortmaßnahmen gegen Fadenalgen.
Gerade bei einer modernen LED-Beleuchtung ist die Lichtintensität enorm hoch. Viele Aquarianer erhöhen die Beleuchtungszeit in der Hoffnung, damit das Pflanzenwachstum anzuregen. Tatsächlich passiert jedoch oft das Gegenteil, wenn Nährstoffversorgung und CO₂ nicht im gleichen Verhältnis stehen. Algen benötigen deutlich weniger Voraussetzungen als höhere Pflanzen und nutzen überschüssige Lichtenergie sofort für verstärkten Wuchs.
Praktischer Tipp: Nutze die oben genannten Angaben zur optimalen Beleuchtungsdauer und reduziere die Beleuchtungszeit in akuten Fällen vorübergehend. Das nimmt den Fadenalgen einen ihrer wichtigsten Wachstumsfaktoren und schafft Pflanzen eine bessere Ausgangssituation, um sich wieder zu regenerieren.
Wichtig ist dabei eine konstante Beleuchtungsperiode, ohne starke Schwankungen, da diese Stress für Pflanzen verursachen können. Auch eine Reduzierung der Lichtintensität kann sinnvoll sein, vor allem bei sehr leistungsstarken LED-Systemen. In Kombination mit angepasster Düngung, stabilen Nährstoffwerten und ausreichend CO₂ führt eine kürzere Beleuchtungsdauer häufig schon innerhalb weniger Wochen zu sichtbar reduziertem Algenwachstum.
3. Nährstoffwerte überprüfen & richtig düngen
Viele Aquarianer stoppen die Düngung bei Algenbefall. Das ist verständlich, aber meist eher kontraproduktiv. Wenn den Pflanzen die Nährstoffe entzogen werden, haben die Algen es umso leichter. Deshalb ist es sinnvoll zuerst einmal die wichtigsten Nährwerte ich Aquarium richtig zu messen und dann nach Bedarf zu düngen (ggf. davor einen großen Wasserwechsel machen um überschüssige Nährstoffe zuerst zu entfernen). Alle wichtigen Nährwerte können ganz einfach und sehr genau mit einem geeigneten Aquarium-Testkoffer gemessen werden. Hat man alle Nährwerte im Aquarium ermittelt, kann man gezielt mit dem Düngen starten. Am besten immer langsam und nur mit 1/2 oder 1/3 der empfohlenen Düngemenge auf der Flasche. Dann heißt es abwarten und beobachten. Meist sieht man nach 2 – 3 Wochen schon einen sichtbaren Fortschritt.
Empfohlene Zielwerte für ein stabiles Aquarium:
Nährstoff
Idealwert
Nitrat (NO3)
10–25 mg/l
Phosphat (PO4)
0,1–1 mg/l
Kalium (K)
5–10 mg/l
Eisen (Fe)
0,05–0,1 mg/l
CO₂
20–30 mg/l
Dünge lieber regelmäßig in kleinen Mengen, statt selten und unkontrolliert viel.
4. CO₂-Optimierung – der Gamechanger gegen Fadenalgen
CO₂ spielt im Aquarium eine besonders wichtige Rolle, weil Pflanzen es für ihren Stoffwechsel und zum Aufbau neuer Pflanzenmasse benötigen. Fehlt ausreichend Kohlenstoff, verlangsamt sich das Wachstum spürbar und Algen nutzen das sofort.
Wenn der CO₂-Gehalt zu niedrig ist, wachsen Pflanzen langsamer, bilden dünne oder verkrüppelte Blätter und verlieren die Fähigkeit, mit Algen um Nährstoffe und Licht zu konkurrieren. In genau solchen Situationen gewinnen Fadenalgen schnell die Oberhand.
Wer bereits eine CO₂-Anlage betreibt, sollte unbedingt darauf achten, den tatsächlichen CO₂-Wert im Auge zu behalten. Am einfachsten gelingt das über einen CO₂-Dauertest mit Testflüssigkeit, der dauerhaft im Aquarium verbleibt. Färbt sich der Indikator grün, liegt der CO₂-Gehalt im optimalen Bereich. Zeigt er blau, ist zu wenig CO₂ vorhanden. Wird er gelb, ist der CO₂-Wert zu hoch und sollte vorsichtig reduziert werden.
Solch ein CO2-Dauertest hat den Vorteil, dass du CO₂ nicht „blind“ einstellst, sondern jederzeit sehen kannst, ob der CO2-Gehalt im Optimalbereich liegt.
Wenn du dich tiefer mit dem Thema CO₂ beschäftigen möchtest, welche Rolle es für das Pflanzenwachstum spielt, welche Möglichkeiten es gibt, CO₂ einzubringen und ob eine CO₂-Anlage für dein Aquarium sinnvoll ist, dann findest du in meinem Beitrag „Wie wichtig ist CO₂ im Aquarium?“ alle grundlegenden Infos dazu.
Wenn du keine CO₂-Druckanlage betreibst, gibt es auch günstigere Alternativen, die das Pflanzenwachstum spürbar verbessern können:
Bio-CO₂-Systeme für kleinere Aquarien
Flüssige Kohlenstoffpräparate (siehe nächste Methode), die die Pflanzen bei einem gesunden Wachstum zusätzlich unterstützen
Mehr CO₂ bedeutet kräftigeres, schnelleres Pflanzenwachstum und damit automatisch weniger Chancen für Algen. Eine stabile Kohlenstoffversorgung sorgt dafür, dass Pflanzen mehr Biomasse bilden, Nährstoffe effizienter nutzen und Algen langfristig aus dem Aquarium verdrängen können.
5. Flüssig-Kohlenstoff (z. B. EasyCarbo) als gezielte Unterstützung
Flüssige Kohlenstoffpräparate gehören zu den beliebtesten Unterstützungsmaßnahmen in der Algenbekämpfung. Zwar ersetzen sie keine grundlegende Ursachenanalyse, können aber als gezieltes Hilfsmittel dabei helfen, das Wachstum von Fadenalgen deutlich zu schwächen und gleichzeitig die Pflanzen zu fördern. Der enthaltene Kohlenstoff unterstützt die Pflanze bei der Photosynthese und sorgt dafür, dass sie kräftiger wächst und Nährstoffe besser verwerten kann.
Eine häufig genutzte Methode ist die lokale Spot-Behandlung: Dabei wird flüssiger Kohlenstoff mithilfe einer Spritze direkt auf die Fadenalgen aufgetragen, während der Filter kurz ausgeschaltet wird. Durch den direkten Kontakt werden die Algen geschwächt, verfärben sich oft dunkelgrün bis grau und lösen sich in den folgenden Tagen sichtbar auf. Auch Algenfresser finden die geschwächten Algen dann oft viel appetitlicher. Diese Behandlung eignet sich besonders bei kleinen befallenen Bereichen, zum Beispiel auf Wurzeln, Steinen oder Filterausläufen.
Siamesischer Algenfresser und Amanogarnele – beide Tiere sind sehr gute Algenfresser.
Neben der Möglichkeit mit dem Kohlenstoffdünger gibt es auch Anti-Algenmittel auf Basis von Wasserstoffperoxid (H₂O₂). Manche Aquarianer setzen diese gern als sogenannte „Einnebelmethode“ ein: Dabei wird das Mittel vorsichtig und punktgenau auf die Algen aufgesprüht oder ins Wasser eingeleitet, sodass es die Fadenalgen direkt angreift. Bei einer Behandlung mit Wasserstoffperoxid sollte jedoch genau auf das mikrobiologische Gleichgewicht im Aquarium geachtet werden. Bei einer zu ohne Dosierung können außerdem auch gesunde Wasserpflanzen geschädigt und Fische bzw. andere Aquarienbewohner gefährdet werden.
Wichtige Hinweise bei der Anwendung:
Immer nur gezielt behandeln, nicht großflächig „auf Verdacht“
Nicht überdosieren, da empfindliche Garnelen oder Jungtiere sensibel reagieren können
Während der Spot-Behandlung den Filter kurz abschalten, damit das Mittel an der gewünschten Stelle bleibt
Beide Methoden sind bewährt, um den Kampf gegen Fadenalgen zu beschleunigen. Wichtig bleibt jedoch immer: Sie wirken am besten als Ergänzung zu einer stabilen CO₂-Versorgung, ausgewogener Düngung und angepasster Beleuchtungsdauer.
6. Algenfresser als Unterstützung
Einige Aquarienbewohner fressen gerne Fadenalgen und können dabei helfen, sichtbare Algen schnell und effektiv zu reduzieren. Allerdings sollte man Algenfresser nie als alleinige Lösung betrachten. Tiere können zwar unterstützend wirken, sie ersetzen aber niemals die Ursachenbekämpfung und nehmen einem auch nicht die Arbeit ab. Wenn grundlegende Probleme wie ein Nährstoffungleichgewicht, falsche Beleuchtungsdauer oder mangelnde Pflege bestehen, werden auch Amanogarnelen, Rüsselbarben oder Schnecken die Algen nicht dauerhaft beseitigen. Hier findest du eine kleine Übersicht über die 7 nützlichsten Algenfresser im Aquarium.
Tier
Bemerkung
Amanogarnelen
Sehr effektive Fadenalgenfresser.
Siamesische Rüsselbarben
Nur für größere Aquarien ab 250-300 Liter geeignet.
Guppys / Mollys
Gute Algenfresser für den mittleren und oberen Bereich im Aquarium.
Rennschnecken
Weniger geeignet bei Fadenalgen. Da sie nur „glatte“ Flächen abweiden, besser geeignet bei Grünalgen und Braunalgen.
Besonders Amanogarnelen gelten als kleine Algenprofis und leisten in vielen Becken wertvolle Unterstützung. Wenn du dich darüber hinaus für andere Garnelenarten interessierst, die sich speziell für kleinere Aquarien eignen, findest du in meinem ausführlichen Ratgeber zu Zwerggarnelen im Aquarium viele hilfreiche Informationen rund um Haltung, Vergesellschaftung und geeignete Arten.
Auch kleine Harnischwelse, wie dieser braune Ohrgitterharnischwels, fressen gerne Algen – allerdings weniger Fadenalgen, sondern eher Grün- und Braunalgen auf glatten Oberflächen.
Trotzdem ist es wichtig, immer zu prüfen, ob das jeweilige Tier überhaupt in das eigene Aquarium passt. Faktoren wie Beckengröße, vorhandene Mitbewohner, Wasserwerte, Verhalten und Futterbedarf spielen dabei eine wichtige Rolle.
Wichtige Hinweise zur Tierwahl:
Immer darauf achten, dass das gewählte Tier zum Aquarium passt
Keine Tiere als „Werkzeuge“ anschaffen
Einsatz nur als zusätzliche Hilfe, niemals als Hauptmaßnahme
„Algenfresser“ unterstützen am besten, wenn Wasserwerte, Pflanzen und Pflege bereits optimiert sind
Wer Fadenalgen wirklich dauerhaft loswerden möchte, sollte sich darauf konzentrieren, das biologische Gleichgewicht herzustellen. Algenfressende Tiere sind dann eine sinnvolle Ergänzung, aber nicht die Lösung an sich.
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Besonders beim Start eines Aquariums lohnen sich sogenannte schnellwachsenden Stängelpflanzen, um Algen vorzubeugen.
Der brasilianische Wassernabel zählt zu den einfachsten und schnellwachsenden Wasserpflanzen im Aquarium. Ideal, um Nährstoffe zu verbrauchen und so unerwünschten Algen vorzubeugen.
Fütterung reduzieren
Nur so viel füttern, wie die Fische innerhalb von 2 – 3 Minuten fressen. Der Rest landet sonst als zusätzlicher Dünger im Wasser.
Beleuchtung nicht übertreiben
Je stärker dein Licht, desto wichtiger sind CO₂ und Düngung. Ohne Balance entsteht ein Algenproblem. Wird die Beleuchtungsdauer und Beleuchtungsstärke erhöht, muss auch gleichzeitig die Nährstoffversorgung erhöht werden.
Häufige Fehler bei der Fadenalgenbekämpfung
Fehler
Warum schlecht?
Düngung komplett stoppen
Pflanzen werden nicht mehr mit Nährstoffen versorgt → Algen profitieren.
Zu lange Beleuchtung
Fördert Algen stärker als Pflanzen, da sie viel einfacher aufgebaut sind als Wasserpflanzen, können sie ein Ungleichgewicht an Nährstoffen viel besser aufnehmen.
Überschüssige Nährstoffe sammeln sich im Wasser an, was zu einem starken Algenwachstum führen kann.
Fazit: Fadenalgen loswerden durch richtige Ursachenforschung und gezielte Maßnahmen
Fadenalgen wirken auf den ersten Blick hartnäckig und lästig, sind aber in Wahrheit ein hilfreicher Hinweis darauf, dass im Aquarium noch kein stabiles Gleichgewicht herrscht. Sie entstehen nie ohne Grund. Meist liegt ein Zusammenspiel aus Nährstoffschwankungen, zu viel Licht, fehlendem CO₂ oder unzureichend wachsenden Pflanzen vor. Statt auf schnelle Lösungen oder reine Algenmittel zu setzen, führt der nachhaltige Weg immer über ein gesundes und biologisch stabiles System.
Wer die Ursachen erkennt und Schritt für Schritt behebt, wird Fadenalgen zuverlässig los und verhindert gleichzeitig, dass sie wieder auftreten. Manuelle Entfernung kombiniert mit einer stabilen CO₂-Versorgung, gut geplanter Düngung, angepasster Beleuchtungsdauer, regelmäßigem Wasserwechsel und einem üppigen Pflanzenbestand schafft langfristig ein Umfeld, in dem Algen kaum Chancen haben. Algenfresser oder punktuelle Behandlungen mit Flüssig-Kohlenstoff oder Wasserstoffperoxid können dabei hilfreiche Ergänzungen sein, lösen jedoch nicht die eigentliche Ursache.
Mit etwas Geduld, Beobachtung und Feingefühl verwandelt sich ein mit Fadenalgen befallenes Aquarium wieder in ein biologisch stabiles, lebendiges und algenarmes Ökosystem, in dem Pflanzen kräftig wachsen und Tiere sich wohlfühlen.
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Fragen und Antworten
Am wirksamsten ist eine Kombination aus manueller Entfernung und regelmäßigen Wasserwechseln, optimierter Nährstoffversorgung inkl. CO2-Zugabe und schnellwachsenden Wasserpflanzen, die den Algen als Nährstoffkonkurrenten dienen.
Um Fadenalgen schnell mit einem Mittel zu entfernen eignet sich EasyCarbo oder Wasserstoffperoxid. Achte bei der Anwendung aber unbedingt darauf, dass es richtig dosiert wird, um den gesunden Wasserpflanzen und den Tieren nicht zu schaden.
Die Hauptursache ist meist ein Nährstoffungleichgewicht, oft kombiniert mit zu viel Licht und zu wenig Pflanzenkonkurrenz.
Wahrscheinlich fehlen Nitrat oder CO₂, die Düngung ist unausgewogen, es wird zu viel gefüttert oder die Beleuchtung ist zu stark.
Die effektivsten Fadenalgen-Fresser sind Amanogarnelen, Siamesische Rüsselbarben und Lebendgebärende Zahnkarpfen wie z. B. Mollys.
Tobias Grüb
Über den Autor
Seit knapp 20 Jahren beschäftige ich mich leidenschaftlich mit der Aquaristik und seit einiger Zeit auch mit dem Aquascaping und der Gestaltung von kleinen bepflanzten Terrarien und Gefäßen. Auf dieser Website teile ich meine bisher umgesetzten Projekte und gebe mein Wissen, sowie hilfreiche Tipps weiter. Vielleicht findest du ja hier die Inspiration, die du brauchst. Ergänzend zu dieser Website betreibe ich außerdem einen YouTube-Kanal.
Ein dicht bepflanztes Aquarium sieht fantastisch aus. Und nicht nur das. Gesunde Wasserpflanzen im Aquarium helfen für eine optimale Wasserqualität, produzieren Sauerstoff, bieten Versteckmöglichkeiten für die Aquarienbewohner und helfen gegen Algen. Aquarienpflanzen gibt es in unterschiedlichen Farben und Formen. Viele dieser Pflanzen sind etwas anspruchsvoller in der Haltung und benötigen oft eine CO2 Zugabe, viel Licht und eine geeignete Düngung. Aber es gibt auch ein paar sehr einfache und pflegeleichte Wasserpflanzen, die vor allem für Einsteiger in der Aquaristik, die einfach nur ein pflegeleichtes Aquarium möchten, empfehlenswert sind.
In diesem Artikel stelle ich dir 7 anfängerfreundliche und pflegeleichte Wasserpflanzen vor, die kaum Pflege benötigen und wunderbar ohne eine CO2 Düngung und sogar mit wenig Licht auskommen. Viele dieser pflegeleichten Aquarienpflanzen sind Klassiker in der Aquaristik und werden schon seit vielen Jahren erfolgreich gehalten und eignen sich zudem besonders gut für Einsteiger. Dazu zählen Aufsitzerpflanzen wie Anubias und Bucephalandra, Schwertpflanzen der Gattung Echinodorus, Cryptocoryne oder auch Wasserkelche genannt, aber auch Vallisnerien, Farne und verschiedene Moose.
Warum sind Pflanzen im Aquarium wichtig?
Pflanzen im Aquarium bieten wichtige Vorteile:
Stabiles Ökosystem: Wasserpflanzen bieten eine wichtige biologische Rolle für das Ökosystem. Sie entziehen dem Wasser überschüssige Nährstoffe wie Nitrate und Phosphate, verbessern die Wasserchemie und helfen so, einem unerwünschtem Algenwachstum entgegenzuwirken.
Sauerstoff & Lebensraum: Sie produzieren Sauerstoff und schaffen Rückzugszonen für Fische und Wirbellose.
Natürliche Optik: Ein gut bepflanztes Becken wirkt ruhiger und natürlicher.
Gerade anspruchslose Aquarienpflanzen stabilisieren das Ökosystem auch in Aquarien ohne kostspielige Technik wie eine CO₂-Anlage.
Wie erkenne ich, ob Aquarienpflanzen schwierig oder einfach zu halten sind?
Vor allem als Anfänger ist es nicht leicht, aus der Vielzahl an Aquarienpflanzen die pflegeleichten Arten von den anspruchsvollen zu unterscheiden. Ein paar Merkmale helfen dir bei der Einschätzung:
Grüne Pflanzen sind in der Regel einfacher zu halten als rote. Rote Aquarienpflanzen benötigen meist mehr Licht, Dünger und häufig auch CO₂.
Feinblättrige Pflanzen oder Bodendecker sind meist etwas anspruchsvoller.
Langsam wachsende Pflanzen wie Aufsitzerpflanzen (z. B. Anubias, Javafarn, Bucephalandra) sowie Schwimmpflanzen und Moose sind besonders unkompliziert und gelten als anspruchslose Aquarienpflanzen.
Zusätzlich nutzen viele große Gärtnereien wie Tropica oder Dennerle ein Ampelsystem, um die Schwierigkeit der Pflanzen zu kennzeichnen. Auf Pflanzenschildern von Topfpflanzen und in vitro Cups findest du kleine Symbole:
Grün = pflegeleicht, ideal für Anfänger
Orange = mittlerer Pflegeaufwand
Rot = anspruchsvoll, benötigt viel Licht oder CO₂
So kannst du bereits beim Kauf im Zoofachhandel oder Online-Shop erkennen, ob eine Pflanze zu deinem Aquarium passt.
Tropica Pflanzenlabel mit Ampelsystem: grün = leicht, orange = mittel, rot = schwer. So erkennst du die Schwierigkeit einer Pflanze schon beim Kauf.
Kann ich auch Kunststoffpflanzen verwenden oder müssen es echte Aquarienpflanzen sein?
Gerade Einsteiger fragen sich oft, ob Kunststoffpflanzen eine gute Alternative zu echten Wasserpflanzen sind. Der offensichtliche Vorteil: Plastikpflanzen benötigen keine Pflege, kein Licht, keinen Dünger und sind sofort dekorativ. Sie können also eine Option sein, wenn du keinerlei Aufwand mit Pflanzenpflege möchtest oder ein reines Dekobecken ohne Fische planst.
Allerdings bieten echte Aquarienpflanzen viele entscheidende Vorteile, die Kunststoffpflanzen nicht ersetzen können:
Wasserqualität verbessern: Pflanzen nehmen Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat auf und wirken so aktiv gegen Algen.
Sauerstoffproduktion: Durch Photosynthese wird Sauerstoff ins Wasser abgegeben. Das ist wichtig für Fische, Garnelen und Schnecken. In einem Aquarium das nur mit Kunststoffpflanzen besetzt ist, kann nur der Filter Sauerstoff produzieren. Je nach Besatzstärke kann dies nicht ausreichen und wenn der Filter mal ausfällt oder durch Mulm zu stark zugesetzt ist, findet nicht mehr genügend Sauerstoffproduktion statt.
Natürliche Rückzugsorte: Echtes Grün wirkt beruhigend auf den Besatz und ermöglicht ein naturnahes Verhalten.
Bessere Optik im Aquascape: Echte Pflanzen wachsen, verändern sich und machen dein Aquarium lebendig.
Kunststoffpflanzen haben zudem einen weiteren Nachteil: An ihren Oberflächen setzen sich oft schneller Algen ab, die sich schwer entfernen lassen. In vielen Foren liest man auch, dass Fische, besonders empfindliche Arten, sich an scharfen Kanten von Billigmodellen verletzen können.
Wenn du ein gesundes, stabiles Aquarium möchtest, sind echte pflegeleichte Aquarienpflanzen wie Anubias, Cryptocoryne oder Moose immer die bessere Wahl. Kunststoffpflanzen sind höchstens eine temporäre Lösung oder für reine Deko-Zwecke geeignet.
Falls dich interessiert, ob ein Low-Tech-Aquascape ohne CO₂ wirklich funktioniert, lies meinen Artikel: Low-Tech Aquascape ohne CO₂.
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1) Anubias (Speerblatt) – robuste Aufsitzerpflanze für Anfänger
Die Anubias gehört zu den bekanntesten pflegeleichten Aquarienpflanzen ohne CO2 und ist ein echter Klassiker in der Aquaristik. Sie wächst sehr langsam, ist extrem robust und kommt auch mit wenig Licht zurecht. Da ihre harten Blätter selbst von Barschen selten angefressen werden, eignet sie sich auch für Gesellschafts- und Barschbecken. Besonders beliebt sind Sorten wie Anubias barteri var. nana oder Anubias barteri var. coffeifolia, die in nahezu jedem Aquarium gedeihen. Durch ihre Vielseitigkeit ist die Anubias perfekt für Anfänger geeignet, die eine robuste und dekorative Pflanze suchen.
Ein neuer Trieb der Anubias. Die robuste Pflanze wächst auch bei wenig Licht und ist ein Klassiker in der Aquaristik.
Besondere Vorteile:
Sehr tolerant gegenüber Wasserparametern
Extrem robust, auch für Einsteiger und für reine Barschbecken geeignet (aufgrund der harten Blätter, werden sie von Barschen nicht angefressen).
Passt perfekt in Aquarien mit einer schwachen Beleuchtung
Pflege & Pflanztipps: Das Rhizom (die dicke Wurzelachse) darf nicht im Kies oder Substrat vergraben werden, sonst fault es. Stattdessen wird die Pflanze auf Wurzeln oder Steinen befestigt. Am besten geht das mit Angelschnur, Faden oder (dieser ist ungefährlich für Tiere). Du kannst sie auch einfach zwischen Hardscape wie Steine und Wurzeln stecken. Nach einigen Wochen bilden sich Haftwurzeln und die Pflanze wächst am Untergrund fest. Düngung ist selten nötig, ab und zu etwas Flüssigdünger genügt. Bei starkem Licht können Algen die Blätter besiedeln, dann einfach vorsichtig die Blätter abwischen oder stark befallene Blätter abzwicken.
2) Echinodorus (Schwertpflanzen) – große Blickfänge im Aquarium
Echinodorus sind imposante Schwertpflanzen, die mit ihren großen Blättern für Struktur und Tiefe im Aquarium sorgen. Sie eignen sich je nach Art für den Mittel- oder Hintergrund und sind ein Highlight in jedem Becken. Bekannte Arten wie die klassische Echinodorus bleheri können sehr groß werden, während Sorten wie Echinodorus Reni oder Aquartica kompakter bleiben und sogar für Nano-Aquarien passen. Viele Arten sind anspruchslos und damit ideale Anfänger-Aquarienpflanzen, die zuverlässig wachsen. Neben grünen Formen gibt es auch wunderschöne rote Varianten wie die Echinodorus Red Diamond, die für Farbkontraste im Aquascape sorgen.
Echinodorus ‚Red Diamond‘, kleinbleibende Echinodorus mit roten Blättern im Nano Aquarium.
Besondere Vorteile:
Großer Blickfang im Aquarium
Anspruchslose Arten für Anfänger verfügbar
Viele Sorten von groß bis klein erhältlich
Pflege & Pflanztipps: Echinodorus bevorzugen ein nährstoffreiches Substrat, daher sind ideal. Sie wachsen unter mittlerem Licht zuverlässig und entwickeln kräftige Blätter. Manche Arten sind schnellwachsend und helfen so gut gegen Algen. Die Vermehrung erfolgt leicht über Tochterpflanzen, Jungpflanzen am Blütenstand oder Rhizomteilung.
3) Cryptocoryne (Wasserkelche) – dekorative Pflanze für Mittel- und Vordergrund
Cryptocorynen sind eine vielseitige Pflanzengattung, die in fast jeder Aquariengröße eingesetzt werden kann. Ihre Wuchsformen reichen von kleinbleibenden Vordergrundpflanzen wie Cryptocoryne parva bis hin zu großen Arten wie Cryptocoryne balansae. Sie gelten als anspruchslose Aquarienpflanzen, die bei stabilen Bedingungen auch ohne CO₂ jahrelang gesund wachsen. Charakteristisch und nicht selten ist der sogenannte „Cryptocorynen-Schock“ nach dem Einpflanzen, bei dem alte Blätter absterben, bevor die Pflanze neu austreibt. Mit ihrer großen Farbvielfalt von sattem Grün bis zu bräunlichen Tönen sind Wasserkelche nicht nur pflegeleicht, sondern auch optisch sehr abwechslungsreich.
Besondere Vorteile:
Große Sortenvielfalt von klein bis groß
Wächst stabil auch bei wenig Pflege
Ideal für Gruppenpflanzungen
Pflege & Pflanztipps: Nach dem Einpflanzen kann der sogenannte „Cryptocorynen-Schock“ auftreten, bei dem die Blätter welken und absterben. Ursache sind meist plötzliche Änderungen in Wasserwerten oder Licht. Mit Geduld treibt die Pflanze nach 2–6 Wochen neu aus. Cryptocorynen mögen ein nährstoffreiches Substrat und profitieren ebenfalls wie die Schwertpflanzen von . Die Vermehrung erfolgt über Ausläufer oder Tochterpflanzen.
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Die Vallisneria ist eine der beliebtesten Aquarium Pflanzen für wenig Licht, da sie auch unter einfachen Bedingungen sehr schnell wächst. Mit ihren langen, bandartigen Blättern bildet sie dichte Vorhänge im Hintergrund, die dem Aquarium eine natürliche Tiefe verleihen. Sie eignet sich hervorragend, um überschüssige Nährstoffe aufzunehmen und damit effektiv gegen Algen vorzubeugen. Vallisnerien sind robust, anpassungsfähig und können in nahezu jedem Wasser gehalten werden. Durch ihre schnelle Ausläuferbildung ist sie außerdem ideal, wenn du dein Aquarium zügig bepflanzen möchtest.
Besondere Vorteile:
Sehr robust und anpassungsfähig
Schnelles Wachstum
Perfekt als Hintergrundpflanze
Pflege & Pflanztipps: Beim Einpflanzen sollte man 10–15 cm Abstand zwischen den Pflanzen lassen. Alte, gelbe Blätter regelmäßig entfernen, damit die Pflanze gesund bleibt. Vallisnerien vermehren sich über Ausläufer, die man einfach abtrennen und neu einsetzen kann.
5) Microsorum (Javafarn) – pflegeleichter Farn für schattige Bereiche
Der Javafarn (Microsorum pteropus) gehört zu den bekanntesten pflegeleichten Wasserpflanzen fürs Aquarium und wird seit Jahrzehnten erfolgreich kultiviert. Er wächst zuverlässig auch bei wenig Licht und ist daher ideal für Low-Tech-Aquarien ohne CO₂-Anlage. Seine auffälligen, lanzettförmigen Blätter sorgen für eine elegante Struktur im Becken und passen besonders gut zu naturhaften Aquascapes. Da der Farn ein Rhizom bildet, darf er nicht in den Bodengrund gesetzt werden, sondern wird auf Holz oder Steinen befestigt. Microsorum ist robust, langsam wachsend und lässt sich auch von Einsteigern leicht kultivieren.
Besondere Vorteile:
Robuste Aufsitzerpflanze
Geringer Lichtbedarf
Beliebt für Einsteiger und Aquascaper
Pflege & Pflanztipps: Das Rhizom darf nicht in den Bodengrund eingegraben werden. Am besten fixierst du den Farn mit Angelschnur oder Clips auf Steinen oder Holz. Nach einigen Wochen bildet er Haftwurzeln und hält sich von selbst fest. Beim Javafarn kann es sein, dass sich ältere Blätter gelb oder bräunlich färben. Diese Blätter kannst du vorsichtig vom Rhizom abtrennen.
6) Bucephalandra – kompakte Trendpflanze aus Asien mit tollen Farben
Die Bucephalandra oder oft einfach „Buce“ genannt, hat sich in den letzten Jahren zu einer echten Trendpflanze entwickelt. Sie wächst langsam, bleibt klein und ist daher perfekt für Nano-Aquarien oder als Akzentpflanze im Vorder- und Mittelgrund geeignet. Bucephalandras zeigen eine enorme Vielfalt an Formen und Farben: von sattem Grün über dunkles Violett bis hin zu bronzefarbenen Blättern. Sie ist eine typische Aufsitzerpflanze, die auf Steinen oder Wurzeln befestigt wird und auch ohne CO2 gut wächst.
Bucephalandra „Brownie Ghost“ wächst auf Wurzeln und Steinen – eine pflegeleichte und beliebte Aufsitzerpflanze für Aquarien.
Besondere Vorteile:
Anspruchslos und robust
Wächst an Wurzeln und Steinen
Vielfältige Blattformen und Farben
Pflege & Pflanztipps: Wie Anubias oder Javafarn wird die Bucephalandra am besten auf Wurzeln oder Steinen befestigt. Sie kommt mit wenig Licht aus, entwickelt aber bei CO₂-Zugabe intensivere Farben. Die Vermehrung erfolgt über Teilung des Rhizoms.
Moose zählen zu den pflegeleichtesten Aquarienpflanzen ohne CO2 und sind extrem vielseitig einsetzbar. Sie können als Bodendecker, auf Steinen oder Wurzeln verwendet werden und wachsen auch bei wenig Licht zuverlässig. Besonders im Nano-Aquarium sind Moose wie Javamoos oder Christmas Moss beliebt, da sie Garnelen und Jungfischen wertvolle Versteckmöglichkeiten bieten. Moose binden Schwebstoffe aus dem Wasser und tragen so zur besseren Wasserqualität bei. Mit regelmäßigem Rückschnitt lassen sich dichte, grüne Polster formen, die jedes Aquarium natürlicher wirken lassen.
Mit Moos können Wurzeln bepflanzt werden und somit tolle Moospolster entstehen.
Besondere Vorteile:
Sehr pflegeleicht und anspruchslos
Bieten Verstecke für Jungfische und Garnelen
Wirken dekorativ und helfen gegen Algen
Pflege & Pflanztipps: Moose werden am besten auf Holz oder Steinen fixiert. Entweder mit einem Faden, Netz oder speziellem Pflanzenkleber. Nach einigen Wochen haften sie selbstständig. Ein gelegentlicher Rückschnitt hält die Polster dicht und kompakt.
Praktische Pflanztipps & Anfängerfehler vermeiden
Rhizom nicht begraben: Bei Aufsitzerpflanzen wie Anubias und Farnen das Rhizom über dem Substrat halten und nicht einpflanzen.
Cryptocoryne-Schock: Wasserkelche (Cryptocorynen) müssen sich beim neu einsetzen oftmals erst umstellen. Es kann sein, dass die Pflanze erstmal alle Blätter verliert. Warte 2–6 Wochen nach dem Einsetzen bis neue Blätter wachsen..
Lichtzeit kontrollieren: 8–10 Stunden pro Tag sind oft optimal. Zu viel Licht und nicht genügend Pflanzen bedeuten oftmals Algen.
Düngen mit Maß: Flüssigdünger und Wurzelstabs nach Bedarf. Nicht zu viel düngen und lieber auch mal die Nährwerte im Wasser testen (Nitrat, Phosphat, Eisen).
Wasserwechsel: 20–30 % wöchentlich um überschüssige Nährstoffe aus dem Wasser zu entfernen.
Viele Aquarianer nutzen schnellwachsende Arten wie Vallisnerien oder bestimmte Echinodorus, um Algen vorzubeugen. Dichte Bepflanzung sorgt dafür, dass weniger Nährstoffe für Algen übrig bleiben.
Schnellwachsende Arten einsetzen: Setze einfache Wasserpflanzen wie Vallisnerien oder Echinodorus ein. Zusätzliche sind schnellwachsende Stängelpflanzen wie Rotalas, Hydrocotyle und Limnophila empfehlenswert.
Dichte Bepflanzung: Je mehr Pflanzen, desto weniger Nährstoffe bleiben übrig für Algen.
Licht & Dünger ausbalancieren: Reduziere Lichtdauer/Intensität und passe Düngung an, wenn Algen auftreten.
Pflanzenpflege: Alte Blätter entfernen und abgestorbene Pflanzenteile rausholen, so vermeidest du organische Belastung im Aquarium.
Wo kann ich Wasserpflanzen kaufen? Online vs. Lokal
Online-Shops: Bieten meist eine größere Auswahl als Lokale Händler. Auch die Bestellung ist sehr einfach und Pflanzen kommen meist immer problemlos an. Im Winter werden sie meist mit einem Heat-Pack versendet, damit die Pflanzen bei Kälte keinen schaden nehmen. Oft sind die Preise beim Onlinehandel auch günstiger als im Zoofachgeschäft.
Lokale Händler / Zoofachhandel: Hier hast du den Vorteil dass du dir die Pflanzen vor Ort anschauen kannst und siehst somit wie sie in echt aussehen (sofern sie auf Lager sind). Zudem bekommst du eine persönliche Beratung, falls du dich nicht so gut auskennst oder noch nicht genau weißt, welche Pflanzen du nehmen sollst.
Tipp: Informiere dich am besten vorab im Internet über verschiedene Pflanzen, mach dir eine Liste an Pflanzen die dich interessieren und schau dich anschließend im Einzelhandel um wie die Pflanzen aussehen. Vorhandene Pflanzen kannst du dann direkt mitnehmen, wenn sie in einem guten Zustand sind (keine Algen, Schnecken, etc.). Alle fehlenden Wasserpflanzen, die es nicht im Handel gibt, kannst du dann Online bestellen.
Fazit
Mit Aquarienpflanzen wie Anubias, Echinodorus, Cryptocoryne, Vallisnerien und Farnen hast du eine extrem verzeihende, optisch ansprechende Basis für dein erstes Aquarium oder Aquascape. Viele dieser Arten sind besonders pflegeleichte Wasserpflanzen und wachsen ohne CO2, brauchen wenig Licht und sind ideal für Anfänger. Diese Pflanzen helfen dir nicht nur beim Einstieg, sondern sind auch langfristig pflegeleicht und schön.
Wichtig ist, dass du auf die richtigen Pflanzmethoden achtest (z. B. Rhizom oben lassen, Moos auf Holz befestigen) und Düngung, Licht sowie Wasserwechsel aufeinander abstimmen. Wenn du diese Grundregeln befolgst, wirst du schnell sichtbare Erfolge sehen.
Hinweis: In diesem Artikel befinden sich Affiliate-Links. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalte ich eine kleine Provision – für dich bleibt der Preis gleich. Vielen Dank für deine Unterstützung!
Fragen und Antworten
Zu den einfachsten und robustesten Arten zählen Anubias, Cryptocoryne, Echinodorus, Vallisnerien, Javafarn, Bucephalandra und Moose. Diese Pflanzen wachsen auch bei wenig Licht, benötigen kein CO₂ und sind ideal für Einsteiger.
Nein, viele pflegeleichte Pflanzen gedeihen auch ohne CO₂-Zugabe. Besonders Anubias, Javafarn, Moose oder Bucephalandra wachsen langsam und kommen mit normalem Aquariumlicht gut zurecht.
Echte Pflanzen verbessern die Wasserqualität, produzieren Sauerstoff, hemmen Algen und bieten Fischen Rückzugsorte. Kunststoffpflanzen sind zwar pflegeleichter, haben aber keinen ökologischen Nutzen und setzen sich oft schnell mit Algen zu.
Grüne Pflanzen mit größeren Blättern und langsamen Wachstum sind meist pflegeleichter. Rote Pflanzen, feine Stängelpflanzen oder Bodendecker benötigen dagegen oft mehr Licht, Dünger und CO₂.
Im Fachhandel kannst du die Pflanzen vor dem Kauf prüfen und dich beraten lassen. Online gibt es eine größere Auswahl und oft günstigere Preise.
Tobias Grüb
Über den Autor
Seit knapp 20 Jahren beschäftige ich mich leidenschaftlich mit der Aquaristik und seit einiger Zeit auch mit dem Aquascaping und der Gestaltung von kleinen bepflanzten Terrarien und Gefäßen. Auf dieser Website teile ich meine bisher umgesetzten Projekte und gebe mein Wissen, sowie hilfreiche Tipps weiter. Vielleicht findest du ja hier die Inspiration, die du brauchst. Ergänzend zu dieser Website betreibe ich außerdem einen YouTube-Kanal.
Phyllanthus fluitans und Salvinia auriculatus ergeben eine schöne Farbkombination aus rot und grün und kommen in einem offene Aquarium oder Aquascape besonders gut zur Geltung.
Diese Schwimmpflanzen fürs Aquarium sind eine fantastische Ergänzung in jedem Aquarium oder Aquascape. Sie sorgen nicht nur für eine natürliche Optik, sondern bieten auch zahlreiche Vorteile für die Wasserqualität und das Wohlbefinden deiner Aquarienbewohner. Sie entziehen dem Wasser überschüssige Nährstoffe, helfen so gegen Algenwachstum und bieten Schutz- sowie Versteckmöglichkeiten für Fische und Wirbellose. In diesem Beitrag stelle ich dir fünf tolle Schwimmpflanzen vor, die besonders pflegeleicht sind und sich perfekt für ein Aquarium oder Aquascape eignen.
Sind Schwimmpflanzen im Aquarium sinnvoll?
Da Schwimmpflanzen zahlreiche Vorteile bieten, sind sie in fast jedem Aquarium eine sinnvolle Ergänzung. Sie verbessern die Wasserqualität durch die Aufnahme von Schadstoffen und überschüssigen Nährstoffen und helfen so das Algenwachstum zu reduzieren. Zusätzlich schaffen sie eine natürliche Umgebung, die das Wohlbefinden der Fische und anderer Aquarienbewohner fördert und können außerdem indirekt dabei helfen, Probleme wie Bakterienblüten und trübes Wasser vorzubeugen.
Besonders in natürlich gestalteten Aquarien sind Schwimmpflanzen definitiv empfehlenswert, da sie nicht nur funktional sind, sondern auch auf jeden Fall ein optisches Highlight sind.
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5 einfache und pflegeleichte Schwimmpflanzen fürs Aquarium die du dir unbedingt genauer anschauen solltest!
Phyllanthus fluitans (Schwimm-Wolfsmilch)
Diese kleine Schwimmpflanze mit dem deutschen Namen „Schwimm-Wolfsmilch“ ist eine besonders schöne und auffällig gefärbte Schwimmpflanze aus Südamerika. Bei einer starken Beleuchtung färben sich die wasserabweisenden Blätter und Wurzeln intensiv rot und verleihen dem Aquarium so einen besonders schönen Look. Bei weniger Licht und Nährstoffen im Wasser bleibt die Pflanze eher grün – orange. Unter günstigen Bedingungen fängt diese Pflanze sogar an im Aquarium zu blühen. Dabei erscheinen in den Blattachseln winzige weiße Blüten.
Bei mäßiger Beleuchtung und weniger Nährstoffen bleiben die Blätter der Schwimm-Wolfsmilch (Phyllanthus fluitans) in einem Grün- / Orangeton.
Steckbrief
Deutscher Name: Schwimm-Wolfsmilch, Wasserwolfsmilch
Wissenschaftlicher Name: Phyllanthus fluitans
Herkunft: Südamerika
Größe und Wachstum: Schnellwachsend, Blätter bis 1 cm Durchmesser
Lichtbedarf: Mittel bis hoch
Temperatur: 20 – 28°C
Wasserwerte: pH 6,0-7,5; weiches bis mittelhartes Wasser
Düngung: Empfehlenswert (Mikronährstoffe)
CO2-Zugabe: Nicht erforderlich
Besonderheiten: Blätter sind wasserabweisend und bei guter Beleuchtung intensiv rot gefärbt
Pflegeaufwand: Einfache Pflege, ein regelmäßiges ausdünnen ist sinnvoll
Pflegehinweise:
Phyllanthus fluitans bevorzugt weiches bis mittelhartes Wasser und moderate Beleuchtung. Bei starker Beleuchtung färben sich die Blätter allerdings in einem intensiven rot. Achte darauf, dass sie ausreichend Nährstoffe bekommt, um ihr Wachstum zu fördern. Du kannst diese Pflanze besonders gut in offenen Aquarien verwenden, wo ihre rötliche Farbe im Kontrast zur natürlichen Umgebung wunderschön zur Geltung kommt. Die Pflanze vermehrt sich sehr einfach und kann dann, falls sie zu viel von der Wasseroberfläche bedeckt, einfach abgesammelt werden. Eine emerse Haltung auf feuchtem Substrat wie z.B. Soil, ist bei dieser Schwimmpflanze ebenfalls möglich. Eine empfehlenswerte Schwimmpflanze für offene Aquarien um schöne Farbakzente zu setzen.
Der Kleinohrige Schwimmfarn oder auch Büschelfarn stammt ursprünglich aus dem tropischen Amerika (Mexiko, Argentinien, Chile) und ist eine beliebte Wahl für Aquarienliebhaber. Mit seinen ovalen, behaarten Blättern verleiht er besonders offenen Aquarien eine natürliche Eleganz. Der Büschelfarn ist eine schnellwachsende, einfache Schwimmpflanze für Aquarien, Aquascapes oder sogar für den Miniteich im Garten. Mit ihren feinen Wurzeln eignet sie sich auch besonders für Aquarien mit Jungfischen oder Aufzuchtbecken wo sie den kleinen Fischen optimale Versteckmöglichkeiten bietet.
Steckbrief:
Deutscher Name: Kleinohriger Schwimmfarn, Rundblättriger Schwimmfarn
Wissenschaftlicher Name: Salvinia auriculata
Herkunft: Tropisches Amerika
Größe und Wachstum: Schnellwachsend, Blätter bis 2 cm
Lichtbedarf: Mittel bis hoch
Temperatur: 17 – 28°C
Wasserwerte: pH 5,0-8,0; weiches bis hartes Wasser
Salvinia auriculata benötigt keine spezielle Pflege, gedeiht aber am besten bei mittlerer bis starker Beleuchtung und nährstoffreichem Wasser. Bei einem Nährstoffmangel färben sich die grünen Blätter hell. Falls noch andere Pflanzen im Aquarium sind ist ein regelmäßiges ausdünnen wichtig, damit die anderen Pflanzen noch genügend Licht abbekommen. Kondenswasser, welches möglicherweise von der Abdeckung tropft, verträgt diese Pflanze nicht so gut. Zudem ist sie äußerst nützlich, wenn es darum geht, das biologische Gleichgewicht in deinem Aquarium aufrechtzuerhalten, da sie überschüssige Nährstoffe aus dem Aquarium zieht und Schadstoffe aus dem Wasser filtert. Ihre Widerstandsfähigkeit macht sie zu einer hervorragenden Wahl für Anfänger.
Auch bekannt als „Froschbiss“, ist Limnobium laevigatum eine robuste und äußerst attraktive Schwimmpflanze. Mit ihren langen, bis zu 30 cm langen Wurzeln bietet diese anpassungsfähige Wasserpflanze Fischen und Garnelen einen optimalen Rückzugsort und Versteckmöglichkeiten im Aquarium. Überschüssige Nährstoffe im Wasser wie zu viel Nitrat oder Phosphat werden effektiv dem Wasser entzogen. Somit hilft auch diese Pflanze, die Ausbreitung von Algen nachhaltig zu reduzieren.
Limnobium laevigatum lässt sich bei weichem bis hartem Wasser und bei einer moderate bis starke Beleuchtung gut halten. Der Froschbiss eignet sich auch für offene Aquarien, da die Blätter leicht über den Wasserrand hinausragen können. Bei geschlossenen Aquarien sollte darauf geachtet werden, dass kein Spitzwasser auf die Blattoberseiten tropft. Darauf sind die Blätter nämlich empfindlich. Diese Pflanze ist besonders beliebt bei Haltern von Lebendgebärenden wie Guppys oder Platys, aber auch bei eierlegenden Zahnkarpfen wie Killifischen, da sie für Jungfische eine ideale Versteckmöglichkeit bietet. Zudem wird sie aufgrund der langen und dichten Wurzeln oft in Aufzuchtbecken als Laichsubstrat verwendet. Aquarienfische legen im dichten Wurzelwerk dieser Pflanze gerne ihre Eier ab.
Azolla caroliniana oder auch Azolla filiculoides ist eine feine Schwimmpflanze, die oft als „Feenmoos“ bezeichnet wird. Sie ist nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch besonders nützlich. Ursprünglich kommt diese Wasserpflanze aus Nordamerika und besiedelt dort stehende und langsam fließende Gewässer. Auch in Deutschland wurde sie bereits entdeckt. Meistens wird Azolla caroliniana im Gartnteich verwendet, aber auch eine hakltung im Aquarium ist möglich.
Größe und Wachstum: ca. 1 cm breit, schnellwachsend
Lichtbedarf: Mittel
Temperatur: 5 – 30°C
Wasserwerte: pH 6,0-8,0; sehr weiches bis mittelhartes Wasser
Düngung: Nicht notwendig
CO2-Zugabe: Nicht notwendig
Besonderheiten: Blätter haben eine Stickstoff bindende Symbiose mit Cyanobakterien
Pflegeaufwand: Einfach
Pflegehinweise:
Azolla caroliniana ist eine anspruchslose Schwimmpflanze, die nur wenig Licht benötigt. Sie ist äußerst widerstandsfähig und kann sogar Frost problemlos überstehen. Besonders interessant ist ihre Symbiose mit Cyanobakterien: An den Blattunterseiten bindet Anabaena azollae Stickstoff aus der Luft und wandelt ihn in eine pflanzenverfügbare Form um. Azolla nutzt diesen Stickstoff für ihr Wachstum, während sie dem Bakterium Schutz und Nährstoffe bietet. Dadurch kann die Pflanze selbst in nährstoffarmen Gewässern besonders schnell wachsen.
Die Vermehrung erfolgt durch Verzweigung und Teilung, und überschüssige Pflanzen lassen sich leicht absammeln. Zudem bietet Azolla einen optimalen Rückzugsort für Fischnachwuchs. Wird die Schwimmpflanze im Teich gehalten, verfärben sich ihre Blätter in den Herbstmonaten in einen schönen braunroten Farbton.
Das Teichlebermoos ist eine vielseitige Pflanze für Aquarien, die sowohl als Schwimmpflanze als auch aufgebunden auf Steinen oder als Bodendecker verwendet werden kann. In Aquascapes wird Riccia fluitans meistens als Bodendecker kultiviert. Vor allem für kleine Fische und Garnelen ist diese Pflanze ein idealer Rückzugsort. Als Schwimmpflanze lässt man sie einfach treiben. Aufgrund ihrer weltweiten Verbreitung kommt diese Pflanze im Aquarium mit unterschiedlichsten Bedingungen zurecht. Sie toleriert dabei unterschiedliche Wasserhärten von sehr weichem bis hartem Wasser und gedeiht in einem breiten Temperaturspektrum.
Das Teichlebermoos benötigt als Schwimmpflanze nur wenig Licht und eine zusätzliche CO2-Zugabe ist nicht notwendig. Sollten sich die schwimmenden Riccia-Polster zu stark ausbreiten, kann man sie recht einfach wieder in Form bringen, indem man einige Pflanzenteile oder Polster der Pflanze entfernt. Garnelen lieben es, in den dichten Strukturen von Riccia zu grasen und sich in den Riccia-Polstern zu verstecken, was diese Pflanze besonders bei Garnelenhaltern beliebt macht.
Bonus: Ceratopteris thalictroides (Sumatrafarn)
Neben den bereits erwähnten Schwimmpflanzen fürs Aquarium ist auch der feinfiedrige Sumatrafarn eine vielseitige Pflanze, die sowohl als Schwimmpflanze als auch als Mittel- oder Hintergrundpflanze in den Bodengrund gepflanzt werden kann. Als Schwimmpflanze bietet sie jedoch ganz andere Vorteile. Der Farn vermehrt sich durch Adventivpflanzen. Dazu schneidet man die Blätter einfach ab und lässt sie an der Wasseroberfläche treiben. Nach kurzer Zeit entwickeln die abgeschnittenen Blätter neue Wurzeln. Die Blätter breiten sich anschließend über die Oberfläche aus und wachsen aus dem Wasser heraus. Daher bietet diese Pflanze einen perfekten Schutz für Oberflächenfische, Jungfische oder Garnelen.
Den Sumatrafarn findest du bei mir im Shop – frei von Schnecken, Algen und Pestiziden in bester Qualität.
Der Sumatrafarn kann problemlos als Schwimmpflanze verwendet werden, aber auch als normale Stängelpflanze, wie in diesem Aquascape.
Größe und Wachstum: Schnellwachsend, bis 50 cm hoch
Lichtbedarf: Mittel bis hoch
Temperatur: 22 – 28°C
Wasserwerte: pH 6,0-7,5; weiches bis mittelhartes Wasser
Düngung: Regelmäßig
CO2-Zugabe: Nicht zwingend notwendig
Besonderheiten: Vielseitig einsetzbar auch eingepflanzt als Mittel- oder Hintergrundpflanze
Pflegeaufwand: Einfach
Pflegehinweise:
Ceratopteris thalictroides stellt keine besonders hohen Ansprüche an die Pflege. Bei einer CO2-Zugabe wächst er am besten, diese ist jedoch nicht notwendig. Auch bei einer schwächeren Beleuchtung wächst diese Wasserpflanze sehr gut. Sie kann sowohl frei schwimmen als auch in den Bodengrund eingepflanzt werden, wodurch sie besonders flexibel einsetzbar ist. Dank dieser Anpassungsfähigkeit ist der Sumatrafarn mit seinen filigranen hellgrünen Blättern eine beliebte Pflanze in der Aquaristik.
Vorteile von Schwimmpflanzen fürs Aquarium
Schwimmpflanzen fürs Aquarium bieten zahlreiche Vorteile:
Dekorativ: Schwimmpflanzen verleihen dem Aquarium ein natürliches und harmonisches Erscheinungsbild. In Kombination mit roten Hintergrundpflanzen fürs Aquarium entsteht zudem ein besonders schöner Farbkontrast.
Natürliche Algenkontrolle: Sie nehmen überschüssige Nährstoffe auf und hemmen so das Wachstum von Algen.
Lichtregulierung: Ihre Blätter bieten Schatten, der lichtscheuen Fischen und Pflanzen zugutekommt.
Sauerstoffproduktion: Durch Fotosynthese tragen sie zur Sauerstoffanreicherung im Wasser bei.
Schutz und Verstecke: Die Wurzeln und dichten Blätter bieten Jungfischen, Garnelen und anderen Aquarienbewohnern ideale Versteckmöglichkeiten.
Geringer Pflegeaufwand: Die meisten Schwimmpflanzen sind sehr einfach zu halten und im Gegensatz zu anderen Aquarienpflanzen oft sehr pflegeleicht. Daher sind diese Wasserpflanzen auch sehr anfängerfreundlich.
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Trotz ihrer zahlreichen Vorteile gibt es auch einige Aspekte, die beachtet werden sollten:
Schnelles Wachstum: Einige Arten können die Wasseroberfläche schnell überwuchern und müssen regelmäßig ausgedünnt werden. Problematisch sollte das allerdings nur bei der Wasserlinse werden, die oft zur Plage werden kann. Deshalb habe ich sie in dieser Liste nicht mit aufgenommen.
Lichtblockade: Zu viele Schwimmpflanzen können das Licht für andere Wasserpflanzen zu stark reduzieren.
Eingeschränkte Oberflächenbewegung: Breiten sich die Schwimmpflanzen zu schnell aus und werden nicht regelmäßig ausgedünnt, kann es dazu führen, dass die die Wasserzirkulation bzw. Oberflächenbewegung eingeschränkt wird.
Diese „Nachteile“ hängen allerdings auch stark von der Idee bzw. dem Besatz im Becken ab. Viele Labyrinthische wie z.B. Fadenfische oder Kampffische brauchen sogar nur eine geringe Strömung und ruhigere Bereiche im Aquarium. Hierfür sind Schwimmpflanzen daher bestens geeignet. Und auch für Aquascapes, bei denen andere Wasserpflanzen noch genügend Licht benötigen sind Schwimmpflanzen eine Bereicherung und tragen zu einem gesunden und naturnahen Ökosystem bei. Denn bei regelmäßig Pflege (was man bei einem Aquascape ohnehin tun sollte), werden auch Schwimmpflanzen zu keinem Problem. Man kann sie dann einfach hin und wieder etwas absammeln wenn man sowieso gerade einen Wasserwechsel im Aquarium oder einen Rückschnitt der anderen Pflanzen vornimmt.
Fazit
Schwimmpflanzen fürs Aquarium sind nicht nur dekorativ, sondern leisten einen wertvollen Beitrag zur Wasserqualität. Sie reduzieren überschüssige Nährstoffe, bieten Schutz für Fische und schaffen eine naturnahe Umgebung. Jede der vorgestellten Pflanzen bringt dabei besondere Vorteile mit sich – sei es die intensive Färbung von Phyllanthus fluitans, die feinen Wurzeln des Froschbisses oder die Nährstoffbindung des Moosfarns. Allerdings können Schwimmpflanzen das Licht für untere Wasserpflanzen stark reduzieren, weshalb ein regelmäßiges Ausdünnen wichtig ist, um ein gesundes Gleichgewicht im Aquarium zu erhalten.
Phyllanthus fluitans mit einer schönen Rotfärbung zusammen mit Salvinia auriculata im Aquarium.
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Fragen und Antworten
Schwimmpflanzen wie Salvinia auriculata (Kleinohriger Schwimmfarn), Azolla caroliniana und Limnobium laevigatum (Froschbiss) sind besonders pflegeleicht. Sie benötigen nur wenig Pflege, wachsen schnell und können einfach ausgedünnt werden.
Schwimmpflanzen nehmen überschüssige Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat aus dem Wasser auf. Dadurch reduzieren sie das Algenwachstum und verbessern die Wasserqualität. Sie tragen zudem zur Sauerstoffanreicherung bei, was Fischen und Garnelen zugutekommt.
Riccia fluitans (Teichlebermoos) und Limnobium laevigatum sind ideal für Garnelenbecken. Die Pflanzen bieten Versteckmöglichkeiten und sorgen für eine ruhige Umgebung, in der sich Garnelen sicher fühlen können.
Um eine Überwucherung zu verhindern, solltest du Schwimmpflanzen regelmäßig ausdünnen. Achte darauf, dass etwa 70 % der Wasseroberfläche frei bleibt, damit genug Licht für andere Pflanzen übrig bleibt.
Tobias Grüb
Über den Autor
Seit knapp 20 Jahren beschäftige ich mich leidenschaftlich mit der Aquaristik und seit einiger Zeit auch mit dem Aquascaping und der Gestaltung von kleinen bepflanzten Terrarien und Gefäßen. Auf dieser Website teile ich meine bisher umgesetzten Projekte und gebe mein Wissen, sowie hilfreiche Tipps weiter. Vielleicht findest du ja hier die Inspiration, die du brauchst. Ergänzend zu dieser Website betreibe ich außerdem einen YouTube-Kanal.
Aquarienpflanzen gibt es in vielen Farben, Formen und Größen. Besonders rote Pflanzen stechen hervor und sorgen für einen beeindruckenden Kontrast in deinem Aquarium. In diesem Beitrag stelle ich dir fünf rote Hintergrundpflanzen vor, die nicht nur wunderschön aussehen, sondern einige davon auch relativ einfach zu pflegen sind – also auch perfekt für Einsteiger in der Aquaristik!
Warum sind manche Wasserpflanzen rot?
Der Grund liegt in den Pigmenten der Pflanzen, besonders den sogenannten Anthocyanen. Diese Pigmente schützen die Pflanzen vor starkem Licht und ermöglichen eine effizientere Nutzung des Lichtspektrums. Interessanterweise hängt die Rotfärbung oft von der Intensität des Lichts und den Nährstoffen ab, die die Pflanze erhält. In schwach beleuchteten Aquarien bleiben die Pflanzen oft grün bzw. färben sich nicht so intensiv rot, während sie bei stärkerem Licht eine volle Rotfärbung zeigen. Dies liegt also vor allem daran, dass sich die Pflanzen dadurch vom starken Licht schützen will.
Sind rote Aquarienpflanzen schwieriger zu halten als grüne Pflanzen?
Viele glauben, dass rote Pflanzen mehr Pflege oder spezielle Bedingungen benötigen, aber das stimmt nicht immer. Während einige rote Pflanzen höhere Lichtansprüche haben oder empfindlicher auf einen Nährstoffmangel reagieren, gibt es auch pflegeleichte Arten. Mit den richtigen Bedingungen können sie in den meisten Aquarien prächtig gedeihen. Wichtig ist, ein gutes Gleichgewicht von Licht, CO2 und Nährstoffen zu bieten, damit die Pflanzen ihre Rotfärbung behalten und gesund wachsen.
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5 anfängerfreundliche rote Hintergrundpflanzen für einen echten Blickfang im Aquarium
Hier stelle ich dir fünf rote Hintergrundpflanzen vor, die in jedem Aquarium ein echter Blickfang sind und auch bei einfacheren Bedingen gehalten werden können. Beachte jedoch, dass genügend Licht, eine ausreichende CO2-Düngung, sowie die Zugabe von ausreichend Nährstoffen, das Pflanzenwachstum der Wasserpflanzen nochmal zusätzlich optimieren kann und nicht alle Pflanzen aus diesem Beitrag komplett ohne zusätzliche Nährstoffversorgung oder eine ausreichende Beleuchtung so eine schöne Rotfärbung erreichen können.
Rotala macrandra (Dichtblättrige Rotala)
Wissenschaftlicher Name: Rotala macrandra Herkunft: Indien Lichtbedarf: hoch CO2-Zufuhr: empfohlen Wachstumsgeschwindigkeit: schnell Höhe: bis 40 cm Temperatur: 20 – 28°C Wasserwerte: weiches bis mittelhartes Wasser Schwierigkeitsgrad: etwas anspruchsvoller
Rotala macrandra ist eine schön leuchtende Aquarienpflanze und gehört zu den Favoriten vieler Aquarianer. Mit ihren zarten, welligen Blättern verleiht sie deinem Aquarium eine elegante Note. Ihre intensive Färbung zeigt sich besonders bei starkem Licht und ausreichender Nährstoffzufuhr. Die ursprünglich aus Indien stammende Stängelpflanze bildet bei viel Licht und einer ausreichenden Nährstoffversorgung hellrot / pinke Blätter. Allerdings braucht sie etwas mehr Pflege als andere Pflanzen und ist daher vor allem in Aquarien mit ausreichend Licht und einer zusätzlichen CO2-Versorgung zu empfehlen. Auch über Wasser in ihrer emersen Form lässt sich diese Aquarienpflanze wunderbar kultivieren.
Wissenschaftlicher Name: Ludwigia sp. „Super Red“ Herkunft: Nordamerika Lichtbedarf: mittel bis hoch CO2-Zufuhr: nicht zwingend notwendig, aber empfohlen Wachstumsgeschwindigkeit: schnell Höhe: bis 50 cm Temperatur: 18 – 28°C Wasserwerte: weiches bis hartes Wasser Schwierigkeitsgrad: einfach zu halten
Ludwigia palustris „Super Red“ beeindruckt durch ihre rote Färbung, die auch bei weniger intensiver Beleuchtung gut zur Geltung kommt. Sie ist recht pflegeleicht und verzeiht auch mal kleinere Fehler, was sie ideal für Anfänger macht. Mit etwas CO2 und einer guten Nährstoffversorgung kann sie regelrecht explodieren und bildet dichte Bestände, die einen tollen Blickfang darstellen. Wie alle Stängelpflanzen sollte sie dann regelmäßig zurückgeschnitten werden, um einen buschigen Wuchs zu erhalten. Einen schönen Kontrast bildet sie im Mittel- / Hintergrund zwischen grünen Wasserpflanzen.
Ludwigia palustris „Super Red“ mit einem leichten Nährstoffmangel und ohne zusätzliche CO2-Versorgung.
Rotala rotundifolia „Gia Lai“ / „H’Ra“
Wissenschaftlicher Name: Rotala rotundifolia „H’ra“ Herkunft: Asien Lichtbedarf: mittel CO2-Zufuhr: nicht unbedingt notwendig, aber empfohlen (20-30 mg/l) Wachstumsgeschwindigkeit: mittel bis schnell Höhe: bis 50 cm Temperatur: 18 – 28 °C Wasserwerte: weiches bis hartes Wasser Schwierigkeitsgrad: einfach
Rotala rotundifolia „Gia Lai“ / „H’Ra zeichnet sich durch ihre schlanken, schmalen Blätter und ihre Vielseitigkeit aus. Ihre Farbe variiert je nach Lichtverhältnissen von orange über rosa bis hin zu kräftigem Rot. Bei weniger Licht färbt sie sich nicht so stark rot und bleibt eher grün / orange. Sie wächst schnell und ist die perfekten Pflanze für den Hintergrund oder den mittleren Bereich eines Aquariums. Aufgrund ihres schnellen Wachstums ist sie auch super geeignet um ein unerwünschtes Algenwachstum vorzubeugen, da sie viele Nährstoffe verbraucht und den Algen somit die Nährstoffe entzieht.
Besonders schön ist sie in Aquascapes, wo sie durch ihre kontrastreichen Farben auffällt. Bei ausreichend Licht bildet sie kriechende, überhängende Triebe, die sich horizontal über den Boden oder das Hardscape ausbreiten, womit sich ein besonders schöner Look realisieren lässt. Vor allem in Kombination mit der rein grün bleibenden Rotala sp. „Green“ sieht diese Pflanze besonders toll aus!
Rotala H’ra gehört auch wegen ihrer intensiven Rotfärbung zu den beliebtesten roten Wasserpflanzen.
Nymphaea lotus (Roter Tigerlotus)
Wissenschaftlicher Name: Nymphaea lotus „Red“ Herkunft: Afrika Lichtbedarf: mittel CO2-Zufuhr: empfohlen Wachstumsgeschwindigkeit: schnell Höhe: bis 60 cm Temperatur: 20 – 28 °C Wasserwerte: weiches bis hartes Wasser Schwierigkeitsgrad: mittel
Der Rote Tigerlotus ist eine spektakuläre Pflanze mit breiten, herzförmigen Blättern die ein dunkles Fleckenmuster aufweisen. Diese Pflanze wächst relativ schnell und bildet bei optimalen Bedingungen Schwimmblätter an der Wasseroberfläche. Um zu verhindern, dass sie zu viel Licht blockiert, können die Schwimmblätter einfach abgeschnitten werden. Bei regelmäßigem Rückschnitt der zu lang gewordenen Blätter bildet sie dann kürzere Unterwasserblätter aus. Möchte man jedoch Schwimmblätter, lässt man die Blätter einfach wachsen und schneidet sie nicht ab. Dadurch erhält man eine wunderschöne kleine Seerose im Aquarium die mit etwas Glück auch zu blühen beginnt. Der Tigerlotus braucht etwas mehr Platz, eignet sich aber perfekt als Solitärpflanze, vor allem für etwas größere Aquarien und Aquascapes.
Roter Tierlotus im bepflanzten Aquascape.
Ludwigia repens (Kriechende Ludwigie)
Wissenschaftlicher Name: Ludwigia repens Herkunft: Nord- und Mittelamerika Lichtbedarf: mittel CO2-Zufuhr: nicht notwendig Wachstumsgeschwindigkeit: schnell Höhe: bis 40 cm Temperatur: 12 – 30 °C Wasserwerte: weiches bis hartes Wasser Schwierigkeitsgrad: einfach
Ludwigia repens ist eine einfache, schnellwüchsige Wasserpflanzen die auch gut für Kaltwasseraquarien geeignet ist. Mit ihrem aufrechten Wuchs und ihrer orangebraunen bis hellroten Farbe können schöne Kontraste zu anderen Pflanzen im Aquarium gesetzt werden. Die Unterseiten der Blätter sind hell-lila bis rot. Bei schwächerer Beleuchtung zeigen die Blattoberseiten olivgrüne / orange Töne. Sie benötigt nicht so viel Licht wie andere rote Pflanzen und wächst auch gut ohne eine zusätzliche CO2-Versorgung. Daher ist sie auch perfekt für Anfänger oder auch für Low-Tech Aquarien geeignet. Durch regelmäßigen Rückschnitt bildet die Pflanze viele Seitentriebe aus.
Ludwigia repens (links) und Rotala H’ra (rechts) im Aquascape mit CO2 und viel Licht.
Was sollte ich beachten, damit diese Pflanzen eine schöne Rotfärbung bekommen?
Damit rote Wasserpflanzen im Aquarium ihre intensive Färbung behalten, gibt es ein paar wichtige Faktoren, die du beachten solltest:
Licht: Viele rote Pflanzen benötigen eine hohe Lichtintensität, um ihre volle Farbe zu entfalten. Achte darauf, dass deine Beleuchtung stark genug ist (ca. 30 – 60 Lumen pro Liter), um auch den unteren Bereichen der Pflanzen ausreichend Licht zu bieten.
CO2-Zufuhr: Auch wenn nicht alle Pflanzen zwingend CO2 benötigen, hilft es doch, das Wachstum zu fördern und die Farbintensität zu steigern. Eine zusätzliche CO2-Zufuhr sorgt dafür, dass die Pflanzen optimal wachsen (mindestens 20 mg CO2 pro Liter) und ihre rote Farbe behalten. Einen Artikel wie wichtig CO2 für dein Aquarium ist und welche Formen der CO2-Zugabe es gibt, findest du hier.
Nährstoffe: Achte auf eine ausreichende Versorgung von Makro- und Mikronährstoffen in deinem Aquarium. Nur wenn alle Nährstoffe in ausreichender Menge für die Wasserpflanzen zur Verfügung stehen, können sie auch optimal wachsen. Besonders bei einem stark bepflanzten Aquascape ist eine zusätzliche Düngung meistens sinnvoll und auch notwendig.
Pflege: Regelmäßiges Zurückschneiden der Pflanzen sorgt dafür, dass sie dicht und buschig wachsen. So bleibt dein Aquarium nicht nur schön, sondern die Pflanzen bekommen auch ausreichend Licht im unteren Bereich. Stängelpflanzen kannst du einfach abschneiden und den abgeschnittenen Steckling wieder in den Bodengrund setzen. Achte nur darauf die Pflanzen nicht immer im oberen Bereich zurückzuschneiden sondern auch im unteren Bereich der Pflanze. An der abgeschnittenen Stelle bilden sich immer zwei neue Triebe aus. Wenn also immer nur oben abgeschnitten wird, wird die Pflanze oben immer buschiger, aber verliert im unteren Bereich nach und nach ihre Blätter, da sie dort nicht mehr genügend Licht abbekommt.
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Rote Aquarienpflanzen sind ein echter Hingucker und können deinem Aquarium einen einzigartigen Look verleihen. Die von mir vorgestellten fünf roten Hintergrundpflanzen sind nicht nur optisch beeindruckend, sondern die meisten sind auch relativ pflegeleicht – perfekt für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen. Mit den richtigen Bedingungen in Bezug auf Licht, CO2 und Nährstoffen wirst du lange Freude an deinen roten Wasserpflanzen haben.
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Fragen und Antworten
Die Färbung von roten Aquarienpflanzen hängt stark von den richtigen Wasser-, Nährstoff- und Lichtbedingungen ab. Ein entscheidender Faktor ist das Licht: Eine starke Beleuchtung von mindestens 0,5 bis 1 Watt pro Liter fördert die rote Färbung. Auch die Nährstoffversorgung spielt eine Rolle. Insbesondere Eisen trägt dazu bei, dass die Pflanzen kräftig rot werden, weshalb ein eisenhaltiger Flüssigdünger zu empfehlen ist. Ein ausgewogenes Verhältnis von Makronährstoffen (Stickstoff und Phosphat) ist ebenfalls wichtig. Zu guter Letzt kann eine CO2-Versorgung durch eine zusätzliche CO2-Anlage die Rotfärbung verstärken, indem es das Pflanzenwachstum und die Farbintensität fördert.
Für ihre intensive rote Färbung, brauchen viele Wasserpflanzen stärkeres Licht. Eine Beleuchtungsstärke von etwa 0,5 bis 1 Watt pro Liter ist oft ausreichend. Pflanzen wie Rotala rotundifolia und Ludwigia palustris können sich auch bei moderatem Licht rot färben, aber für besonders intensive Farben ist eine stärkere Beleuchtung oder eine Vollspektrum-LED zu empfehlen.
Einige Aquarienpflanzen können auch ohne CO2 eine schöne rötliche Färbung aufweisen wie z.B. Ludwigia repens oder Ludwigia palustris „Super Red“. Solche Pflanzen zeigen auch bei moderaten Bedingungen eine rötliche Blattfarbe. Ein CO2-System kann jedoch die Farbe und das Wachstum intensiver machen und ist vor allem bei Pflanzenarten mit höheren Ansprüchen wie Rotala macrandra vorteilhaft.
Tobias Grüb
Über den Autor
Seit knapp 20 Jahren beschäftige ich mich leidenschaftlich mit der Aquaristik und seit einiger Zeit auch mit dem Aquascaping und der Gestaltung von kleinen bepflanzten Terrarien und Gefäßen. Auf dieser Website teile ich meine bisher umgesetzten Projekte und gebe mein Wissen, sowie hilfreiche Tipps weiter. Vielleicht findest du ja hier die Inspiration, die du brauchst. Ergänzend zu dieser Website betreibe ich außerdem einen YouTube-Kanal.
Mit Hilfe einer zusätzlichen CO2-Düngung ist ein besonders prächtiges Pflanzenwachstum möglich
Die Pflege eines Aquariums ist eine spannende, aber auch herausfordernde Aufgabe. Ein gesundes und gut gepflegtes Aquarium benötigt nicht nur die richtige Auswahl an Technik, sondern auch ein stabiles ökologisches Gleichgewicht. Eines der Themen, das häufig in der Aquaristik diskutiert wird, ist die Frage: „Wie wichtig ist CO2 im Aquarium und ist eine CO2-Anlage unbedingt notwendig um die Pflanzen im Aquarium optimal zu versorgen?“. Viele Aquarianer stehen vor der Herausforderung, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn es um die Pflege ihrer Wasserpflanzen geht. In diesem Blogbeitrag beschäftigen wir uns ausführlich mit der Frage: Brauche ich eine CO2-Anlage im Aquarium oder Aquascape?
Was ist CO2?
CO2, auch bekannt als Kohlenstoffdioxid, ist ein farb- und geruchloses Gas, das in der Natur allgegenwärtig ist. Es entsteht bei der Verbrennung organischer Stoffe und ist in der Luft in geringen Mengen vorhanden. Im Aquarium spielt CO2 eine zentrale Rolle, da es für das Pflanzenwachstum von entscheidender Bedeutung ist. Pflanzen benötigen CO2 zur Photosynthese, einem biochemischen Prozess, bei dem sie Lichtenergie nutzen, um Kohlendioxid und Wasser in Sauerstoff und Zucker umzuwandeln. Diese Zucker dienen als Energiequelle für das Pflanzenwachstum. Ohne ausreichendes CO2 können Pflanzen nicht richtig wachsen.
Warum brauchen Pflanzen CO2?
Die Photosynthese ist der wichtigste Prozess, bei dem Pflanzen CO2 benötigen. Sie nehmen das Gas über kleine Poren auf der Oberfläche ihrer Blätter auf, die Stomata genannt werden. Während der Photosynthese wird CO2 in Zucker umgewandelt, der als Nährstoff und Energiequelle dient. Sauerstoff wird als Nebenprodukt freigesetzt, was für das Wohlbefinden der Aquarienbewohner wichtig ist.
Wenn das CO2 im Wasser jedoch nicht in ausreichender Menge vorhanden ist, kann es dazu führen, dass die Pflanzen verkümmern oder langsamer wachsen. In einem gut beleuchteten und bepflanzten Aquarium benötigen die Pflanzen oft mehr CO2, als auf natürliche Weise im Wasser gelöst ist. Hier kommt eine zusätzliche CO2-Düngung ins Spiel.
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Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um CO2 in das Aquarium einzubringen:
Natürlicher CO2-Gehalt im Wasser: In einem nicht stark bepflanzten Aquarium kann der natürliche CO2-Gehalt ausreichen, um die Pflanzen zu versorgen. CO2 gelangt durch die Atmung der Fische und durch biologische Zersetzungsprozesse ins Wasser, aber dies ist oft nicht genug für einen dichten Pflanzenwuchs.
Druckgas-CO2-Anlagen: Dies ist die gängigste Methode, um CO2 in Aquarien zuzuführen. Dabei wird CO2 aus einer Druckflasche in das Aquarium geleitet. Diese Methode ist sehr präzise und ermöglicht es, den CO2-Gehalt im Wasser genau zu steuern.
Bio-CO2-Anlagen: Bio-CO2-Systeme basieren auf der Fermentation von Zucker durch Hefe. Diese Methode ist kostengünstig, aber weniger präzise und eignet sich besser für kleinere Aquarien.
Flüssige CO2-Dünger: Einige Aquarianer nutzen auch flüssige CO2-Präparate, die ins Wasser gegeben werden, um die Pflanzen mit Kohlenstoff zu versorgen. Diese sind jedoch weniger effektiv als CO2-Anlagen.
Wie hoch sollte der CO2-Gehalt im Wasser sein?
Ein optimaler CO2-Gehalt im Aquarium ist entscheidend für das Wachstum der Pflanzen, aber auch für das Wohl der Fische und anderer Bewohner. Der ideale CO2-Wert im Wasser liegt zwischen 20 und 30 mg/l. Zu viel CO2 kann jedoch gefährlich für Fische und Wirbellose sein, da es den Sauerstoffgehalt im Wasser senken kann.
Aquarienpflanzen zeigen bei einem optimalen CO2-Gehalt ein kräftiges und gesundes Wachstum. Die Blätter erscheinen satter und grüner, und die Pflanzen bilden mehr Sauerstoffblasen an ihren Blättern, ein Phänomen, das als „Perling“ bezeichnet wird.
Ist CO2 schädlich für meine Tiere?
Ein zu hoher CO2-Gehalt im Aquarium kann tatsächlich schädlich für die Fische und andere Bewohner sein. Zu viel CO2 führt dazu, dass der Sauerstoffgehalt im Wasser sinkt, was die Atmung der Fische erschwert. Es kann auch zu einer Übersäuerung des Wassers kommen, was den pH-Wert beeinflusst und zu Stress bei den Tieren führt.
Es ist wichtig, den CO2-Gehalt im Wasser genau zu überwachen und dafür zu sorgen, dass er nicht zu hoch wird. Viele Mehrweg-CO2-Anlagen können mit einer zusätzlichen Nachtabschaltung betrieben werden, um eine Überdosierung zu verhindern, da Pflanzen in der Dunkelheit kein CO2 aufnehmen.
Vorteile und Nachteile einer CO2-Anlage
Vorteile:
Verbessertes Pflanzenwachstum: Eine CO2-Anlage ermöglicht es, den CO2-Gehalt im Wasser zu optimieren, was zu einem kräftigeren und schnelleren Wachstum der Pflanzen führt.
Gesunde Wasserpflanzen: Aquarienpflanzen, die ausreichend CO2 erhalten, sehen gesünder aus, sind kräftiger und farbintensiver. Besonders farbintensive Arten wie die roten Hintergrundpflanzen fürs Aquarium profitieren stark von einer guten CO₂-Versorgung.
Verbesserte Sauerstoffproduktion: Gesunde Pflanzen produzieren mehr Sauerstoff, was das Wohlbefinden der Fische unterstützt.
Nachteile:
Kosten: Eine CO2-Anlage, besonders eine Druckgas-CO2-Anlage, kann in der Anschaffung teuer sein.
Komplexität: Der Betrieb einer CO2-Anlage erfordert eine sorgfältige Überwachung des CO2-Gehalts und besonders für Anfänger in der Aquaristik kann die Installation und Inbetriebnahme einer CO2-Anlage abschreckend wirken
Risiko für die Tiere: Ein zu hoher CO2-Gehalt im Wasser kann gefährlich für die Fische und Wirbellose im Aquarium werden.
Kostenloser Aquarium-Einsteiger-Guide
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Es gibt verschiedene Arten von CO2-Anlagen, die für Aquarien verwendet werden können:
Druckgas-CO2-Anlage: Dies ist die präziseste und am weitesten verbreitete Methode zur CO2-Düngung im Aquarium. Eine Druckgasflasche wird an ein Ventil und einen Diffusor angeschlossen, der das CO2 in feine Blasen im Wasser abgibt. Diese Anlagen sind zuverlässig und ermöglichen eine exakte Dosierung des CO2. Bei den Druckgasanalgen unterscheidet man zwischen Einweg- und Mehrweg-CO2-Anlagen. Mehrweg-CO2-Anlagen können kostengünstig in Handel oder im Aquaristikgeschäft befüllen werden. Einweg-CO2-Anlagen muss man hingegen, sobald sie leer sind, entsorgen.
Bio-CO2-Anlage: Hierbei handelt es sich um eine kostengünstigere Methode, bei der CO2 durch die Fermentation von Zucker und Hefe produziert wird. Diese Systeme sind weniger präzise und liefern nicht so gleichmäßige CO2-Mengen wie Druckgasanlagen, eignen sich aber gut für kleinere Aquarien.
Flüssige CO2-Dünger: Diese Produkte sind einfach in der Anwendung und bieten eine Alternative zur klassischen CO2-Anlage. Sie eignen sich besonders für kleinere Aquarien oder für Aquarianer, die keine technische Anlage installieren möchten. Allerdings sind sie weniger effektiv und langfristig teurer.
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CO2 im Aquarium kontrollieren
Die Kontrolle des CO2-Gehalts im Aquarium ist entscheidend, um das Gleichgewicht zwischen Pflanzenwachstum und dem Wohl der Tiere zu gewährleisten und um eine Überdosierung zu vermeiden. Hierzu gibt es verschiedene Methoden:
Tröpfchentest: Mit einem CO2-Tröpfchentest kann der CO2-Gehalt im Wasser relativ einfach und genau bestimmt werden. Dabei wird eine Wasserprobe mit einer speziellen Lösung vermischt, die ihre Farbe je nach CO2-Konzentration ändert.
Dauertest: Ein CO2-Dauertest ist ein kleines Gerät, das dauerhaft im Aquarium platziert wird. Es enthält eine Indikatorlösung, die je nach CO2-Gehalt im Wasser ihre Farbe ändert. Der Vorteil dieses Tests ist, dass er kontinuierlich den CO2-Wert anzeigt.
pH-Wert messen: Da der CO2-Gehalt direkt mit dem pH-Wert des Wassers zusammenhängt, kann auch der pH-Wert ein Indikator für den CO2-Gehalt sein. Ein niedriger pH-Wert deutet oft auf einen hohen CO2-Gehalt hin.
Fazit
Ob eine CO2-Anlage im Aquarium benötigt wird, hängt stark von der Art des Aquariums ab. Bei einem dicht bepflanzten Aquarium mit anspruchsvollen Pflanzen, ist eine CO2-Anlage oft unverzichtbar, um ein optimales Pflanzenwachstum zu gewährleisten. In einem weniger bepflanzten oder kleineren Aquarium kann der natürliche CO2-Gehalt jedoch ausreichend sein. Ich habe selbst schon einige Becken ohne eine zusätzliche CO2-Zugabe betrieben, wie z.B. dieses pflegeleichte Aquascape ohne CO₂. Und kann sagen, dass es auf jeden Fall funktioniert. Mit einer zusätzlichen CO2-Dosierung wachsen die Pflanzen aber definitiv gesünder und schneller.
CO2-Anlagen bieten daher klare Vorteile, insbesondere wenn es um das Wachstum und die Gesundheit der Pflanzen geht. Allerdings bringen sie auch Kosten und einen höheren Wartungsaufwand mit sich. Letztlich sollte die Entscheidung, ob eine CO2-Anlage notwendig ist, auf den individuellen Bedürfnissen des Aquariums und der Pflanzen basieren.
Wenn du dich für eine CO2-Anlage entscheidest, achte darauf, den CO2-Gehalt regelmäßig zu überwachen, um sicherzustellen, dass die Aquarienbewohner nicht gefährdet werden. Mit der richtigen Balance zwischen Pflanzen, Tieren und Technik kann dein Aquarium zu einem gesunden und harmonischen Lebensraum werden.
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Fragen und Antworten
Aufgrund der geringen Anschaffungskosten kann sich eine Bio-CO2-Anlage durchaus lohnen. Vor allem als Einstieg und bei kleinen Aquarien. Beachte jedoch dass eine genaue Dosierung hier nicht möglich ist. Für große, oder sehr stark bepflanzte Aquarien ist eine Bio-CO2-Anlage weniger geeignet.
Beide Anlagen können gleich betrieben werden. Eine Einweg-CO2-Anlage ist in der Erstanschaffung deutlich günstiger, allerdings kannst du sie nicht kostengünstig wieder befüllen lassen und musst jedes mal eine komplett neue Flasche kaufen. Auf Dauer und vor allem für größere Aquarien lohnt sich die Investition in eine Mehrweg-Anlage also definitiv. Das wieder befüllen einer Mehrweg-Anlage kostet im Handel ca. 10 €.
Abhängig von verschiedenen Faktoren wie Aquariengröße, Pflanzenmenge und CO2-Dosierung hält eine 500 g CO2-Anlage ca. 2-3 Monate, eine 2 kg CO2-Anlage ca. 6-12 Monate und eine Bio-CO2-Anlage ca. 2-4 Wochen.
Tobias Grüb
Über den Autor
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