Apistogramma macmasteri (Villavicencio-Zwergbuntbarsch) – Haltung und Steckbrief

Farbenprächtiges Apistogramma macmasteri Männchen im Aquarium

Der Apistogramma macmasteri, auch Villavicencio-Zwergbuntbarsch genannt gehört zu den beliebten Zwergbuntbarschen der Gattung Apistogramma aus Südamerika. Mit seiner farbenfrohen Zeichnung und dem interessanten Verhalten ist er wie viele Zwergbuntbarsche ein absolutes Highlight in einem Aquarium. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige zur Haltung, Pflege, optimalen Aquarieneinrichtung und wie du ihn von der zur verwechseln ähnlichen Art, dem „Apistogramma viejita“ unterscheiden kannst.

Steckbrief – Villavicencio-Zwergbuntbarsch (Apistogramma macmasteri)

MerkmalBeschreibung
Deutscher NameVillavicencio-Zwergbuntbarsch
Wissenschaftlicher NameApistogramma macmasteri
FamilieBuntbarsche (Cichlidae)
HerkunftSüdamerika (Kolumbien), Orinoco-/Meta-Region; langsam fließende, strukturreiche Gewässer mit Wurzeln, Laub und dichter Ufervegetation
GrößeMännchen ca. 6–8 cm, Weibchen ca. 4–6 cm
Lebenserwartungmeist 3–5 Jahre, bei guter Pflege auch länger
Farbe & Aussehenje nach Linie sehr variabel: gelblich bis rötlich, oft mit kräftiger Zeichnung und lang ausgezogenen Flossen beim Männchen
Sozialverhaltenrevierbildend, besonders zur Brutzeit; gegenüber Artgenossen teils deutlich territorial
Haltungbepflanzte Aquarien mit Höhlen, Struktur und Rückzugsorten
Gruppengrößeam besten als Paar oder 1 Männchen mit 1–2 Weibchen (bei genug Platz & Rückzugsorten)
Beckengrößeab ca. 80–100 Liter für ein Paar; für Harem oder zwei Paare ist eine gute Struktur wichtig und eine Beckengröße ab ca. 200 Liter (100-120 cm Kantenlänge)
Beckenregionbodennah / untere Wasserzone
FutterAllesfresser mit Protein-Fokus: Frost-/Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven), gutes Granulat/Flocke als Ergänzung
ZuchtHöhlenbrüter mit Brutpflege; Weibchen führt und verteidigt die Brut
Wasserwerteideal weich bis mittelhart: pH ca. 5,5–7,0, GH ca. 2–12, Temperatur 24–28 °C
Schwierigkeitsgradmittel
Apistogramma macmasteri (Villavicencio-Zwergbuntbarsch) frontal im Aquarium
Frontalaufnahme eines Apistogramma macmasteri. Gut erkennbar ist die intensive Färbung.

Herkunft und Lebensraum

Der Villavicencio-Zwergbuntbarsch stammt aus Südamerika, vor allem aus Kolumbien (Orinoco-/Meta-Einzugsgebiet). In der Natur lebt er bevorzugt in ruhigeren, strukturreichen Uferzonen, zwischen Wurzeln, Laub, Ästen und dichter Vegetation. Solche Biotope sind oft leicht sauer, eher weich und bieten viele Sichtbarrieren. Genau das solltest du im Aquarium nachbilden.

Aussehen und Geschlechtsunterschiede

Apistogramma macmasteri ist optisch extrem spannend, weil es viele Zuchtformen und Farblinien gibt. Allgemein gilt:

  • Männchen werden größer, sind farbintensiver und zeigen oft stark verlängerte Flossenspitzen (Rücken-, Schwanz- & Afterflosse).
  • Weibchen bleiben deutlich kleiner, besitzen abgerundete Flossen und sind gelblich-braun gefärbt. Besonders in der Laichzeit bekommen die Weibchen eine kräftige gelbe Färbung.
Apistogramma macmasteri Weibchen im Aquarium
Weibchen von Apistogramma macmasteri im Aquarium. Im Vergleich zu den Männchen ist das Weibchen kleiner, schlanker und gelb gefärbt.

Zuchtformen und Farbvarianten

Im Handel findest du häufig unterschiedliche Linien (z. B. stärker rot betont, intensiver Blau-Schimmer, kräftigere Zeichnung). Diese Unterschiede entstehen durch gezielte Zucht.


Wichtig: Zuchtformen können das Erkennen der Art erschweren, besonders in Abgrenzung zu ähnlichen Arten wie Apistogramma viejita, was die Unterscheidung dieser beider Arten heutzutage sehr schwer macht.

Haltung im Aquarium

Für eine erfolgreiche Haltung sind Struktur und Rückzugsmöglichkeiten im Aquarium besonders wichtig, da diese Barsche kleine Reviere im Aquarium haben. Dazu nutzt man am besten natürliche Aquariendekoration wie Wurzeln und Steine, mit denen man einfach Reviergrenzen und Höhlen bauen kann.

So richtest du das Becken passend ein:

  • bevorzugt Sand oder feiner Bodengrund
  • viele Wurzeln, Steine, Laub (Seemandelbaumblätter, Seemandelbaumrinde o. ä.)
  • mehrere Höhlen/Spalten (Kokosnuss, Tonhöhlen, Schieferaufbauten)
  • dichte Bepflanzung + ggf. Schwimmpflanzen für gedämpftes Licht

Wichtig: Je mehr Sichtschutz, desto weniger Stress. Das ist vor allem sehr wichtig bei kleineren Aquarien oder bei Vergesellschaftung mehrere Paare oder anderer Zwergbuntbarsche.

Apistogramma macmasteri in naturnah eingerichteten Aquarium
Apistogramma macmasteri in einem naturnah gestalteten Aquascape mit Sandboden, Pflanzen, Steinen und Wurzeln.

Verhalten und Vergesellschaftung

Der Villavicencio-Zwergbuntbarsch ist außer der Brutzeit sehr friedlich gegenüber anderen Fischen. Dies ändert sich jedoch während der Brutzeit, dann werden andere Fische und Artgenossen nicht mehr im Revier toleriert.

Geeignete Beifische sind z. B.:

  • nicht zu kleine, ruhige Salmler, wie z.B. der Weißflossen-Schmucksalmler
  • friedliche Schwarmfische für die obere/mittlere Zone
  • Panzerwelse oder Harnischwelse (nur wenn genug Platz/Struktur da ist, da sie sich die Beckenregionen teilen)

Weniger geeignet:

  • sehr hektische, flossenzupfende Arten wie Sumatrabarben
  • andere ruppige Buntbarsche (vor allem in kleineren Aquarien zu viel Stress)
  • Bodenfische, die ständig Höhlenbereiche beanspruchen (wenn nur wenige Höhlen zur Verfügung stehen)
  • Zwerggarnelen (werden aufgrund der geringen Größe gefressen)

Schnecken als Vergesellschaftung:

Grundsätzlich lassen sich Schnecken mit Apistogramma macmasteri vergesellschaften. In seltenen Fällen kann es jedoch vorkommen, dass kleinere Schneckenarten gefressen werden. Nach meinen eigenen Beobachtungen betrifft dies vor allem Posthornschnecken und Blasenschnecken, während größere Schnecken in der Regel in Ruhe gelassen werden.

Ich konnte bei meinen Apistogramma macmasteri mehrfach beobachten, dass die Fische Schnecken gezielt aus dem Schneckenhaus gezogen haben. Sobald der weiche Körper aus dem Schneckenhaus hervorkam, wurde nach der Schnecke geschnappt. Dieses Verhalten trat nicht regelmäßig auf und scheint stark vom individuellen Tier abhängig zu sein.

Ernährung und Futter

Apistogramma macmasteri bevorzugt fleischliche Nahrung. Am besten füttert man hochwertiges Lebend- und Frostfutter wie schwarze oder weiße Mückenlarven, Tubifex oder Daphnia. Auch ein gutes Trockenfutter (am besten proteinreiches Granulatfutter), ist gut für diese Barsche geeignet. Gelegentlich eignet sich auch Flockenfutter. Man sollte auf eine abwechslungsreiche Fütterung achten, damit die Fische auch gesund bleiben.

Zucht von Apistogramma macmasteri

Die Zucht ist mit passenden Bedingungen gut möglich und gelingt auch sehr gut in einem Gesellschaftaquarium ohne auf spezielle Wasserbedingunen zu achten, weil A. macmasteri ein Höhlenbrüter ist und aktive Brutpflege betreibt. Das bedeutet beide Elternteile sind an der Bewachung der Eier und Jungtiere beteiligt und verteidigen sie gegenüber anderen Tieren.

Die Eier werden in Höhlen, Halbhöhlen, oder schattigen Bereichen abgelegt und anfangs von beiden Elterntieren bewacht (bevorzugt allerdings vom Weibchen), während das Männchen meist das Revier in einem kleinen Umkreis verteidigt. Sobald die Jungtiere schlüpfen, kümmern sich die Eltern abwechselnd um die Betreuung der Jungtiere.

Info: Bei vielen Apistogramma-Arten klappen die ersten Zuchtversuche nicht, da die Tiere meist noch sehr jung sind und noch nicht wissen, wie das Ganze „funktioniert“. Häufig werden die Eier schon lurz nach der Eiablage aufgefressen und die Tiere brauchen ein wenig, um es zu „lernen“.

Apistogramma macmasteri in Seitenansicht mit geöffnetem Maul
Seitenansicht eines Apistogramma macmasteri im Aquarium. Der Fisch ist mit geöffnetem Maul zu sehen, wodurch Kopf- und Kieferpartie gut erkennbar sind.

Unterschiede zwischen A. macmasteri und Apistogramma viejita (Schwarzkehl-Zwergbuntbarsch)

Auf den ersten Blick wirken Apistogramma macmasteri und Apistogramma viejita sehr ähnlich. Beide Arten gehören zu den südamerikanischen Zwergbuntbarschen und werden im Aquarienhandel häufig in unterschiedlichen Zuchtformen angeboten. Gerade diese Vielfalt an Farbvarianten und Handelsbezeichnungen führt dazu, dass die beiden Arten nicht selten miteinander verwechselt werden, selbst von erfahrenen Aquarianern.

Warum werden Apistogramma macmasteri und Apistogramma viejita verwechselt?

Die Verwechslungsgefahr entsteht vor allem durch mehrere Faktoren, die beide Arten gemeinsam haben:

  • Sehr ähnliche Körperform: Beide Zwergbuntbarsche besitzen einen gedrungenen, leicht hochrückigen Körperbau, der sich im Aquarium kaum unterscheidet.
  • Ähnliche Grundfärbung: Je nach Herkunft oder Zuchtform können sowohl macmasteri als auch viejita rötliche, gelbliche oder bläuliche Farbtöne zeigen.
  • Viele Zuchtformen und Handelsnamen: Durch gezielte Zucht wurden im Laufe der Jahre zahlreiche Farbvarianten entwickelt. Diese werden im Handel teils uneinheitlich oder sogar falsch benannt, was die sichere Bestimmung zusätzlich erschwert.

Gerade bei Nachzuchten ohne genaue Herkunftsangabe ist eine eindeutige Zuordnung daher nicht immer einfach.

Detailaufnahme des Kopfes von Apistogramma macmasteri
Detailbild des Kopfbereichs eines Apistogramma macmasteri Männchens. Gut sichtbar sind Augen, Maulpartie und die feine Farbzeichnung im Gesichtsbereich.

Typische Unterscheidungsmerkmale im Überblick

Trotz aller Ähnlichkeiten gibt es einige Merkmale, die bei genauer Beobachtung helfen können, die beiden Arten voneinander zu unterscheiden. Leider ist es dennoch, auch aufgrund der Mischung und Kreuzung beider Arten, nicht immer 100% sicher, welche Art man hat.

Apistogramma viejita (Schwarzkehl-Zwergbuntbarsch)

Der Schwarzkehl-Zwergbuntbarsch zeigt abhängig von Lokalform und Variante häufig:

  • eine deutlichere dunkle Zeichnung im Kehl- und Kopfbereich, besonders bei adulten Männchen (daher auch der deutsche Name „Schwarzkehl-Zwergbuntbarsch“)
  • eine etwas feiner wirkende Flossenzeichnung
  • ein meist klar ausgeprägtes Seitenband, das sich kontrastreich vom Körper absetzt

Apistogramma macmasteri (Villavicencio-Zwergbuntbarsch)

Der Villavicencio-Zwergbuntbarsch wirkt im direkten Vergleich oft:

  • kräftiger und massiger im Körperbau, abhängig von Linie und Zuchtform
  • farblich meist sehr intensiv, insbesondere bei gezüchteten Varianten
  • häufig mit stark betonten Rot-, Gold- oder Orangetönen, vor allem in Rücken- und Schwanzflosse

Wichtig: Bei Zuchtformen kann die Abgrenzung schwierig sein. Meist erhält man A. macmasteri, auch wenn im Handel A. viejita verkauft wird. Apistogramma viejita ist eher selten zu bekommen. Wenn dir die Art wichtig ist, achte auf seriöse Herkunftsangaben (Lokalform/Quelle) oder kaufe bei spezialisierten Züchtern.

Fazit – Bunter Zwergbuntbarsch für mittelgroße Aquarien

Der Apistogramma macmasteri (Villavicencio-Zwergbuntbarsch) ist ein faszinierender Zwergbuntbarsch mit spannendem Verhalten, schöner Färbung und vielen Zuchtformen. Mit einem gut strukturierten Aquarium, passenden Wasserwerten und ruhigen Beifischen gelingt die Haltung auch dauerhaft sehr gut.

💬 Austausch & Fragen:

Wenn du Fragen zu diesem Thema hast oder deine Erfahrungen teilen möchtest, schau gern in meiner Facebook-Community vorbei. Dort tauschen sich Aquaristik-Begeisterte aus und helfen sich gegenseitig weiter.

Hinweis: In diesem Artikel befinden sich Affiliate-Links. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalte ich eine kleine Provision – für dich bleibt der Preis gleich. Vielen Dank für deine Unterstützung!

Häufige Fragen zum Apistogramma macmasteri

Apistogramma macmasteri erreicht bei guter Haltung in der Regel ein Alter von 3 bis 5 Jahren. Voraussetzung dafür sind stabile Wasserwerte, eine stressarme Vergesellschaftung und eine abwechslungsreiche, hochwertige Ernährung.

Gut geeignet sind ruhige, friedliche Schwarmfische, die sich überwiegend in der mittleren oder oberen Wasserzone aufhalten, zum Beispiel verschiedene Salmlerarten. Wichtig ist, dass die Beifische nicht zu hektisch und keine Flossen zupfen.

Apistogramma macmasteri bevorzugt weiches bis maximal mittelhartes Wasser mit einem leicht sauren bis neutralen pH-Wert. Ideal sind Temperaturen zwischen 24 und 28 °C.

Eine Vergesellschaftung mit Garnelen ist nur eingeschränkt möglich. Größere Garnelen wie Amanogarnelen können problemlos mit diesen Zwergbuntbarschen zusammen gehalten werden. Kleinere Garnelen wie Zwerggarnelen werden allerdings meist von den Tieren gefressen, vor allem Jungtiere sind eine willkommen Beute für diese Barsche. Eine dichte Bepflanzung mit vielen Verstecken erhöht die Chancen, bietet aber keine Garantie.

Eine klassische Gruppenhaltung ist nicht empfehlenswert. Am besten bewährt sich die Haltung als Paar oder als 1 Männchen mit 1–2 Weibchen, sofern das Aquarium groß genug ist und ausreichend Rückzugsorte bietet. Mehrere Paare oder Männchen würde ich nur in größeren Aquarien ab 120 cm Kantenlänge halten.

Apistogramma macmasteri kann auch als Anfänger in der Aquaristik gehalten werden. Die Art stellt keine extremen Ansprüche, benötigt jedoch stabile Wasserwerte, eine strukturreiche Einrichtung und eine durchdachte Vergesellschaftung.

Eine Unterscheidung ist nicht immer eindeutig, da es besonders den Apistogramma macmasteri in sehr viel Zuchtformen gibt. Apistogramma viejita zeigt häufig eine deutlichere dunkle Zeichnung im Kehl- und Kopfbereich, während Apistogramma macmasteri meist kräftiger wirkt und in Zuchtformen oft intensivere Rot- oder Goldtöne zeigt. Bei stark selektierten Nachzuchten sind Herkunft und Zuchtlinie oft das sicherste Unterscheidungsmerkmal.

Kommentare sind geschlossen.